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21.07.2010

Sanierung wird Millionenprojekt

Scheuring Eigentlich sollte der Gemeinderat in Scheuring über ein Baugrundgutachten zur anstehenden Sanierung der Gemeindeverbindung nach Kaufering entscheiden. Doch daraus ist nichts geworden. Nach einem Vortrag von Kurt Kummer vom Ingenieurbüro entschied man sich, das Thema erneut zu vertagen.

Wie berichtet, waren etlichen Räten die Kosten von rund 16 000 Euro ein Dorn im Auge. Kummer machte deutlich, dass ohne Baugrundgutachten nichts gehe. "Schon hier werden die Weichen für Kosteneinsparungen gestellt." Freilich gehe es aber darum, welche Kosten überhaupt entstehen, sollte sich der Gemeinderat für die Sanierung entscheiden. Das beginnt bereits beim möglichen Abtrag des jetzigen Asphaltes. Keine Probleme bekommt die Gemeinde, wenn es sich dabei um Z0-Material handelt, sprich, es unbelastet ist. "Ab Z1 und vor allem größer Z2 wird's richtig teuer", so der Fachmann. Viel Geld werde es auch kosten, wenn man kein Baugrundgutachten macht, während der Bauphase aber feststellt, dass Untergrund oder Frostschutz nicht so stabil sind, wie angenommen. "Dann kommt es zu einem Nachtrag, und dort sind die Preise meist deutlich höher, als wenn man das gleich in der Ausschreibung mitgenommen hätte", so Kummer. Entscheidender Punkt sei aber die Frage nach den Fördergeldern. Der Planer machte deutlich, dass ohne Gutachten die Erfolgsaussichten auf Fördergelder vom Freistaat äußerst gering sind.

Außerdem werde er "keine Gewährleistung übernehmen". "Vielleicht liegt man ja ohne Gutachten richtig, aber das ist ein enormes Risiko", betonte Kummer. Allerdings machte er keinen Hehl daraus, dass die Sanierung der 2,7 Kilometer langen Strecke ohnehin ins Geld geht. Ein Vollausbau würde die Gemeinde Scheuring bei einer Straßenbreite von 5,50 Metern mehr als 1,1 Millionen Euro kosten - vorausgesetzt, es gibt Fördermittel in Höhe von 50 Prozent. Ähnlich teuer würde eine Verbreiterung der jetzigen Straße inklusive Verstärkung der Fahrbahn kommen. Kummer stellte zwei weitere Varianten vor, bei denen die jetzige Straße verbreitert wird und nur einen Überzug bekommt. Allerdings gingen diese Maßnahmen noch mehr an den Gemeindesäckel, weil es keine staatlichen Gelder gibt. Alles in allem fasste Kummer zusammen, wäre ein Vollausbau die ideale Lösung, zumal "es hier ein Einsparpotenzial zwischen 150 000 und 500 000 Euro gibt".

Eine gewisse Ratlosigkeit

Sanierung wird Millionenprojekt

Trotzdem stellte Bürgermeister Manfred Menhard nach dem Vortrag eine gewisse "Ratlosigkeit" bei den Ratsmitgliedern fest. Vor allem die hohen Kosten drücken ihnen auf den Magen. "Die Frage ist, ob wir uns das überhaupt leisten können", warf Vize-Rathauschef Josef Neumair in den Raum. Auch Franz Berghofer zeigte sich "hin- und hergerissen" ob der Möglichkeit, lieber zunächst Rücklagen für die Maßnahme zu schaffen. Rudolf Aumüller hatte dagegen etwas gegen einen möglichen Baubeginn im nächsten Frühjahr. "Mir geht das etwas zu schnell. Ich dachte, wir legen im Jahr 2014/15 los". Udo Herb meinte, man könne nicht früh genug mit der Straßensanierung beginnen, um noch die höheren Fördergelder mitzunehmen. Mit einer Gegenstimme entschied der Gemeinderat dann doch, das Thema zu vertagen. "Jeder soll sich die Zahlen mit nach Hause nehmen und sich Gedanken dazu machen", forderte Bürgermeister Menhard.

In einer der beiden nächsten Sitzungen soll ein Grundsatzbeschluss fallen, ob die Gemeindeverbindung nach Kaufering nun gemacht wird oder nicht.

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