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Landkreis Landsberg

07.01.2019

Schaufeln, Schieben, Fräsen: Die Schneemassen sorgen für Arbeit

Viel zu tun gab es für Grundstücksbesitzer und Mieter in den vergangenen Tagen: Es musste viel Schnee geräumt werden. Unser Foto zeigt Hermann Tanneberg aus Landsberg.
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Viel zu tun gab es für Grundstücksbesitzer und Mieter in den vergangenen Tagen: Es musste viel Schnee geräumt werden. Unser Foto zeigt Hermann Tanneberg aus Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der viele Schnee sorgt auch nach dem Wochenende für Arbeit. Wie die privaten und kommunalen Winterdienste den weißen Massen Herr werden. Ärger gibt es an einem der Geltendorfer Pendlerparkplätze.

Bei niedrigen Plustemperaturen schneite es am Montag zwar nicht mehr. Straßenmeistereien, Hausmeisterdienste und so mancher private Hauseigentümer waren aber weiterhin mit den Schneemassen beschäftigt. Denn so schnell taut nicht alles weg, was es am Wochenende heruntergeschneit hat. Und von den Dächern rutschten nasse feuchte Massen herunter und vereinten sich mit dem weggeschobenen Matsch zu großen weißgrauen Häufen. Das LT hat sich umgehört, wie man dem Schnee Herr werden kann.

Am mittlerweile kostenpflichtigen nördlichen Parkplatz am Geltendorfer Bahnhof war man dazu offensichtlich nicht in der Lage: Als der Landsberger Christoph Rangl dort gegen 7.30 Uhr einen Parkplatz suchte, waren die Stellplätze auf dem westlichen Viertel nicht geräumt. Und die anderen Parkplätze im Süden und neben den Gleisen waren schon besetzt. „Ich habe gerade noch an einer Stelle, an der Schnee Richtung Wald geschoben wurde, einen Platz gefunden.“ Der Pendler hat sich für 7,50 Euro eine Wochenkarte gezogen und hofft nun, die nächsten Tage einen Platz zu finden. Warum es nicht möglich war, die Parkfläche zu räumen, dazu gab es gestern weder von der Firma Contipark, die die Fläche bewirtschaftet, noch von der Deutschen Bahn, der der Parkplatz gehört, eine Antwort.

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Winterliche Impressionen aus Landsberg und Umgebung
Bild: Julian Leitenstorfer


Mit einem großen Mitarbeiterstamm und auch entsprechendem Fuhrpark ließ sich die Situation bei der Kauferinger Firma MEK, die Hausmeisterdienste anbietet, meistern, wie Chef Mehmet Emin Karakoc erzählt. Die Mitarbeiter seien in den Winterzeiten in Bereitschaft. Unter anderem bei den Autohäusern war man gestern unterwegs und räumte die Flächen, während die Autos umgeparkt wurden. Sohn Ali ist mit einem kleinen Kommunalfahrzeug mit Ein-Meter-Schneeschild beim Autohaus Medele und Schäfer in Landsberg unterwegs, will aber noch einmal den großen Schlepper holen, um mehr Schlagkraft zu haben. Und Vater Karakoc ist schon am Planen, wie es in den nächsten Tagen weitergehen soll: „In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch soll wieder viel runterkommen. Ich denke, da werden Bagger und Frontlader eingesetzt.“ Denn, wenn es zu viel Schnee wird, muss die weiße Fracht von manchen Flächen weggefahren werden, wie Karakoc erläutert.

Viele mussten sich am Samstag erst noch eine Schneeschaufel besorgen

Wer nur kleine Flächen vor der Haustür freizuräumen hat, nimmt die Schneeschaufel oder den Schneeschieber in die Hand. Beim Baumarkt Sailer in Landsberg gab es am Samstag einig Nachfragen, wie Christian Sailer erzählt. Er habe noch genügend Schaufeln auf Lager. Wer den Gehweg vorm Haus oder die Zufahrt freibekommen will, kann auch eine Schneefräse kaufen, doch bei dem nassen Schnee bringt diese nicht viel, wie Sailer sagt. Auch der Aufsitzrasenmäher – ausgerüstet mit einem Schneeschild – tauge nur bis zu einer bestimmten Schneemenge. Eine vom Dach abgegangene Schneelawine nassen Schnees würde er eher mit einer ganz normalen Schaufel abtragen. Wichtig sei es, rechtzeitig anzufangen und kontinuierlich zu räumen: „Ich habe mit dem 120-PS-Schlepper auch schon am Sonntag den Kundenparkplatz geräumt.“

Der Winterdienst hatte viel zu tun

„Zwei Tage Ruhe täten uns jetzt gut“, sagt Hans Huttenloher von der Stadt Landsberg. Die Mitarbeiter seien das ganze Wochenende im Einsatz gewesen. Man habe eine Bereitschaft für diese Winterdienste. In der Stadt erlebt Huttenloher Hausbesitzer, die den Gehsteig vorbildlich räumten und andere, die diesen Pflichten nicht richtig nachkämen. Ferienzeit sei keine Entschuldigung: Dann muss ich das organisieren. „Am Samstag waren wir bis 23.30 Uhr, am Sonntag bis 22.30 Uhr und am Montag ging es um 2.30 Uhr los“, berichtet der Pressesprecher Wolfgang Müller vom Landratsamt über den Winterdienst des Kreisbauhofs. Der Landkreis habe drei eigene Räumfahrzeuge und beschäftige vier Unternehmer fürs Räumen und Streuen. Auf den Schulbusverkehr habe der Wintereinbruch am Montag keine großen Auswirkungen gehabt. „Uns wurden keine maßgeblichen Verspätungen bei Schulbussen bekannt.“

Die Schulen fallen im Landkreis Landsberg nicht aus

Auch Schulamtsdirektorin Monika Zintel weiß von keinen negativen Auswirkungen auf den Schulbeginn: „Bei uns fällt kein Unterricht aus.“ Für solche extremen Wetterverhältnisse gebe es Notfallnummern und Schulamt und Landratsamt würden dann in Absprache entscheiden, ob Schulen geschlossen werden müssten. Laut Wetterbericht muss auch in den nächsten Tagen Schnee geräumt werden. Und zwar rechtzeitig. Denn, wenn der Schnee zu hoch wird, kann’s schwierig werden mit der Ausfahrt aus dem eigenen Grundstück. Schneeketten sind da übrigens keine Hilfe, wie Rolf Enge von der Landsberger Polizei sagt. Schneeketten seien bei festgefahrenen Schneedecken, Eis sowie bei Steigungen sinnvoll – „in unserem Landkreis eher nicht.“

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