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Oberbayern

10.02.2016

Schlechte Nachricht für Pendler: Ausbau der S4 lässt auf sich warten

Die Pendler werden sich weiterhin gedulden müssen. Ein drittes Gleis zwischen Eichenau und Pasing lässt weiterhin auf sich warten.
Bild: Thorsten Jordan

Die Linie S4 wird durch ein Nadelöhr zwischen Eichenau und Pasing ausgebremst. Warum Pendler noch eine Weile auf den dringend benötigten Ausbau warten müssen.

Wer mit dem Zug von Buchloe, Kaufering oder Geltendorf nach München pendelt, kennt das Nadelöhr zwischen Eichenau und Pasing. Auf zwei Gleisen drängen sich dort Güterzüge, Personenzüge und S-Bahnen. Dass die Strecke ausgebaut werden muss, ist unstrittig – seit Jahren. Doch es tut sich nichts. Der von Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann angekündigte dreigleisige Ausbau stockt. Das Landsberger Tagblatt sprach mit den beiden Landtagsabgeordneten Alex Dorow und Herbert Kränzlein über deren Sicht der Dinge.

Der 51 Jahre alte Alex Dorow lebt in Landsberg und sitzt für die CSU im Landtag. Er sagt, dass der Ausbau der S4 in seiner Wirtschaftlichkeit und damit Förderfähigkeit von der Zweiten Stammstrecke abhängt. „Unser Ziel ist es, dass mit dem Ausbau der S4 nicht erst nach Fertigstellung der Zweiten Stammstrecke begonnen wird, sondern dass dies parallel dazu geschieht.“ Herbert Kränzlein vertritt die SPD im Landtag. Er lebt in Puchheim und ist Abgeordneter für den Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck West. Der 65-Jährige kritisiert, dass die Staatsregierung und die Landtagsfraktion der CSU nichts tun, um den dringend benötigten dreigleisigen Ausbau zwischen Eichenau und Pasing zügig voranzutreiben.

Warum dauert der Ausbau der S4-Strecke so lange?

Doch warum ist das so? Bei der Klausur der bayerischen SPD in Irsee hatte Kränzlein die Gelegenheit, mit seinem Parteikollegen Martin Burkert zu sprechen. Der ist derzeit Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Bundestags. „Seine klare Aussage war, dass nun die Staatsregierung in der Pflicht ist, den Ausbau weiter voranzutreiben“, sagt Herbert Kränzlein. Schließlich erhalte der Freistaat dafür auch die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Die Ausbauprioritäten und die Nennung von dafür vorgesehenen Projekten werde von den Ländern an die Bundesregierung gemeldet.

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Im Juni vergangenen Jahres hatte Herbert Kränzlein dazu eine Anfrage an das Bayerische Innenministerium gestellt, dessen Minister Joachim Herrmann auch für den Verkehr im Freistaat zuständig ist. In der Antwort aus München heißt es, dass der Ausbau der S4 aus der Liste des Verkehrsfinanzierungsgesetzes für die Jahre 2015 bis 2019 gestrichen wurde, weil mit einem Baubeginn vor 2018 nicht zu rechnen sei. Zwar habe die Staatsregierung Planungsmittel in Höhe von zwölf Millionen Euro zur Verfügung gestellt, doch der bisherige Planungsfortschritt der Deutschen Bahn sei noch nicht so weit. In der Antwort des Innenministeriums heißt es weiter: „Der Zeitpunkt des Baubeginns der Arbeiten an der S4 kann derzeit noch nicht genannt werden.“ Dieser hänge wesentlich vom Verlauf späterer Planfeststellungsverfahren ab.

Ausbau wohl nicht vor 2019

Auch Alex Dorow kennt diese Aussage. „Leider kann man nicht davon ausgehen, dass mit dem Ausbau der S4 vor 2019 begonnen werden kann.“ Deshalb mache es keinen Sinn, die Maßnahme in die bis 2019 geltende Liste aufzunehmen. Er setzt jetzt auf Innenminister Joachim Herrmann. Dieser habe inzwischen dafür gesorgt, dass die Vorplanungen zum Ausbau der S4 so vorangetrieben werden, dass eine Verwirklichung parallel zur Zweiten Stammstrecke möglich werde. „Dies wird von mir und den CSU-Kollegen der Region im Bundestag und im Landtag nachdrücklich unterstützt“, sagt Alex Dorow. Eine weitere Verzögerung müsse jetzt unbedingt verhindert werden.

Für den Wahlkreis Weilheim, zu dem auch der Landkreis Landsberg gehört, sitzt Alexander Dobrindt (CSU) im Bundestag. Er ist bekanntlich Verkehrsminister. Seine Zusage, dass der Bund den Bau der Zweiten Stammstrecke in München mitfinanzieren wird, ist nach Meinung von Alex Dorow der wichtigste Beitrag zum Ausbau der S4.

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