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Landsberg

27.11.2019

Schlittenberg: Rodeln die Kinder in der Gülle?

Kurz vor Beginn der Rodel-Saison wurde auf dieser Wiese am Auslauf des Schlittenbergs am Krachenberg Gülle ausgebracht.
Foto: Gerald Modlinger

Plus Kurz vor Beginn der Rodelsaison wurde am Krachenberg in Landsberg noch mal kräftig gedüngt. Das stinkt einem Stadtrat.

Vor der weißen Pracht – sofern sie in den nächsten Tagen kommt – hat die Wiese am Schlittenberg am Krachenberg in Landsberg einen braunen Überzug bekommen: Sie ist mit Gülle gedüngt worden – und das stinkt manchem, zum Beispiel Grünen-Stadtrat Jost Handtrack. Der Eigentümer der Wiese betont, nichts Unrechtes getan zu haben.

Jost Handtrack berichtet: „Auf die Wiesen des Schlittenberges wurde so kräftig geodelt, dass die Jauche auf den Wiesen steht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der Ruhephase die Pflanzen dies aufnehmen, geschweige denn, dass die Kinder im Winter auf einer grünen Wiese rodeln können.“ Handtrack fragt sich, was hinter der Düngeaktion steckt. Könnte ein Zusammenhang mit den aktuellen Bauernprotesten bestehen? Ein Zufall, meint er, könne es wohl nicht sein.

Bis Donnerstag darf noch gedüngt werden

Das vor wenigen Tagen frisch gedüngte Grünland gehört einem Landwirt in der Nachbarschaft: Seinen Namen will er in der Zeitung nicht lesen, aber er erklärt, was es mit der Gülleausbringung auf sich hat. Die Fläche diene für „Pensionsvieh“ als Weide (er selber halte keine Tiere mehr) und werde auch immer wieder gedüngt. Der Landwirt betont, dass auch spätherbstliches Düngen erlaubt sei. In der Tat dürfen die Bauern im Landkreis noch bis zum Donnerstag. 28. November, Gülle ausbringen. Der Beginn der Sperrfrist wurde laut Information der Landwirtschaftsverwaltung um vier Wochen verschoben und läuft vom 29. November bis 28. Februar.

Die Herbstdüngung habe den Vorteil, dass das Gras nach dem Winter früher zu wachsen beginne, sagt der Landwirt. Vor einer Auswaschung des Stickstoffs müsse man sich nicht sorgen, erklärt er weiter: Das sei ein ganz schwerer Boden, da bestehe praktisch keine Gefahr, dass Stickstoff, der im Winter von den Pflanzen nicht aufgenommen werden kann, als gesundheitsschädliches Nitrat ins Grundwasser gelange. Mit den aktuellen Bauerndemos habe die Gülleausbringung im Übrigen nichts zu tun, diese sehe er selbst auch etwas kritisch.

Wie viel Gülle wird beim ersten Schnee noch da sein?

Jost Handtrack bleibt bei seiner Kritik an dem Gülleeinsatz: „Nicht alles, was legal ist, ist auch moralisch gut“ – und das nicht nur wegen des Nitrats, sondern auch wegen der Kinder, die bereits bei dünner Schneedecke rodeln. Da komme darunter dann nicht nur das Gras hervor, sondern auch die Gülle. Aber auch das sieht der Landwirt nicht so dramatisch: Erst werde es ja regnen und danach werde von der Gülle nicht mehr viel zu sehen sein.

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Die Diskussion ist geschlossen.

28.11.2019

Muss man jetzt schon um Erlaubnis fragen wenn man auf seinen eigenen Flächen Gülle ausbringt? Habt ihr eigentlich keine anderen Sorgen?

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