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Utting

09.12.2019

Schmucker-Areal: Das Leben in Utting soll bezahlbar bleiben

Auf dem Uttinger Schmuckergelände soll günstiger Wohnraum entstehen.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Das neue Wohngebiet auf dem Schmuckergelände soll Uttingern mit niedrigem Einkommen eine Heimat bieten. Dafür gibt es viel Lob, aber auch kritische Nachfragen.

Das Thema Wohnen beschäftigt die Uttinger, und da im Speziellen das geplante Projekt auf dem ehemaligen Schmucker-Areal. Übernimmt sich die Gemeinde mit dem Vorhaben, das günstiges Wohnen in der Ammerseegemeinde ermöglichen soll? Kann sie die Preise auch entsprechend niedrig halten? Das waren die Fragen. In seiner letzten Bürgerversammlung als amtierender Bürgermeister lieferte Josef Lutzenberger die Antworten dazu.

Letzte Bürgerversammlung als Bürgermeister

In der Verwaltungsschule (BVS) in Holzhausen gab es aber zunächst auch lang anhaltenden Applaus und die Dankesworte der Anhänger des Schmuckerprojekts, die ein Bürger sich extra für diesen Anlass notiert hatte: „Danke für den Mut, so ein soziales Projekt anzugehen und die Mitstreiter zu begeistern. Danke auch für die Einstimmigkeit der Beschlüsse.“

Zuvor hatte der Technische Vorstand des Kommunalunternehmens Thomas Behrendt über den Stand der Bauplanung berichtet. Auf dem Schmuckergelände werden 88 Wohnungen in sechs Hausgruppen in Holzhybridweise entstehen. Diese gewährleiste einen hohen Energiestandard. „Der Entwurf steht und ist Grundlage, um wirtschaftlich auszuschreiben“, sagte Behrendt. Im Frühjahr 2020 könne der Bauantrag beim Landratsamt Landsberg eingereicht werden. Das Mietniveau bei diesem geförderten Mietwohnungsbau sei deutlich unter Marktpreis für Neubauten. Das sei ein Angebot der Gemeinde gegen den Siedlungsdruck.

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Kritische Nachfragen zu dem großen Bauprojekt

Es kamen aber auch kritische Nachfragen zu dem großen Bauprojekt. So wollte ein Bürger wissen, wie der Bedarf geplant worden sei. Er hielt es eher für unwahrscheinlich, dass ein so hoher Bedarf in Utting bestehe. Es sei am Bedarf vorbeigeplant worden, behauptete er und bemängelte den Informationsfluss.

Lutzenberger sagte, der Bedarf sei mit der Regierung von Oberbayern und weiteren Ämtern abgestimmt worden. „Auch bei den Wohnungsgrößen haben wir bestätigt bekommen: Das ist der richtige Mix für Utting.“ Lutzenberger betonte, dass die Gemeinde mit dem Schmuckerbau einen Beitrag dazu leisten wolle, dass alle Uttinger, auch die mit niedrigen Einkommen, sich das Leben im Ort weiterhin leisten können, und erntete dafür viel Applaus.

Wartelisten für die gemeindlichen Wohnungen

Bereits jetzt gäbe es Wartelisten für die vorhandenen 54 gemeindlichen Wohnungen. Seit Bekanntwerden des Bauprojekts seien bereits viele Menschen, darunter auch zahlreiche ältere Damen, die von Kündigungen wegen Eigenbedarf bedroht sind, zu ihm gekommen und wollten sich auf eine Warteliste setzen lassen. Außerdem wollten die Bürgerwissen, ob die Wohnungen tatsächlich an Uttinger Bürger vergeben würden und ob dies gesetzlich überhaupt möglich sei.

„Die Regierung von Oberbayern sichert Utting das Belegungsrecht zu, wenn wir unterhalb des Marktpreises vermieten“, stellte Lutzenberger klar. Weitere Fragen bezogen sich auf die Bausumme, die derzeit auf 25 Millionen Euro geschätzt wird. Eine genauere Schätzung, so Behrendt, sei erst nach den Ausschreibungen möglich.

Kritisch hinterfragt wurde auch die Infrastruktur. Würden Kindergarten- und Schulplätze und auch die Gemeindeverwaltung ausreichen, wenn 220 neue Bürger dazukämen? Lutzenberger bestätigte dies. Auch er habe großen Respekt vor diesem Projekt, sagte er, machte aber auch deutlich, warum die Gemeinde sich in Zeiten großer staatlicher Fördermöglichkeiten zu diesem Schritt entschlossen habe: „Wir bekommen rund zehn Millionen durch die Förderungen geschenkt und schaffen einen großen Wert.“

Im Speckgürtel von München

Dennoch zeigten weitere Fragen, dass einige Bürger befürchten, dass sich die Gemeinde mit dem Bauprojekt übernimmt. Was wäre, wenn die geringeren Mieten nicht ausreichten? Lutzenberger stellte einen Preis von 14 Euro pro Quadratmeter als Marktpreis für Neubauten in den Raum. Im Speckgürtel von München habe die Regierung von Oberbayern auch schon zwölf Euro als verminderten Mietpreis anerkannt. Daher zeigte er sich zuversichtlich, dass Utting dieses Projekt stemmen kann.

Lesen Sie dazu auch:Schmuckergelände: Die Glocken stehen im Bebauungsplan

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