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Utting

27.11.2017

Schmuckergelände: Keine grünen Dächer auf den Neubauten

Auf dem Schmuckerareal in Utting ist Wohnungsbau geplant.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Die Anwohner sehen den Verlust der Grünen Lunge Uttings. Aber der Gemeinderat kommt ihrem Wunsch nicht nach. Der nächste Antrag wird schon vorbereitet

Keinen Erfolg hatte der Antrag einiger Anwohner des Schmuckergeländes. Sie forderten, dass für die dort geplanten Neubauten Gründächer festgeschrieben werden. Antragsteller Felix Raulf verweist darauf, dass das 13.000 Quadratmeter große Areal, das als Außenbereich im Innenbereich klassifiziert werde, jahrzehntelang nicht bewirtschaftet wurde.

Wirtschaftlichkeit hat für die Gemeinde Vorrang

Durch die geplante Versiegelung von bis zu 70 Prozent verliere Utting eine lokale grüne Lunge, so Raulf. Da auch die restlichen Grünflächen keine „Naturflächen“ wie bisher blieben, ginge auch wertvoller Lebensraum für Tierarten wie Vögel und Insekten verloren. Nach Raulfs Recherchen ließen sich begrünte Dächer mit fast jeder Dachform realisieren. Sie speicherten Regenwasser, produzierten Sauerstoff und sorgten lokal für ein ausgeglichenes Klima.

Der Gemeinderat setzt dagegen eher auf Ausgleichsflächen als auf grüne Dächer. Ökologisch wertvolle stillgelegte landwirtschaftliche Flächen und Biotope seien durch den Erwerb der gesamten Schmucker-Grundstücke in Gemeindehand. Felix Raulf sieht das jedoch skeptisch. Wie er gegenüber dem Landsberger Tagblatt sagte, werden seiner Ansicht nach lange nicht ungenutzte Flächen auf dem Papier von „landwirtschaftlicher Nutzung“ zu „stillgelegter Ausgleichsfläche“ umbenannt.

Felix Raulf gibt nicht auf

In der Sitzung zeigte sich Peter Noll (GAL) aufgeschlossen gegenüber Dachbegrünung. Je nach Entwurf, für den sich das Preisgericht demnächst entscheiden wird, könne sie eventuell verwirklicht werden. Jedoch mache ein Beschluss zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Sinn. Helmut Schiller (SPD) erinnerte daran, dass man möglichst wirtschaftlich bauen wolle, um die Mieten günstig zu halten. Gründächer seien sicher teurer und zudem müsse man auch an die Nachfolgekosten, zum Beispiel für die Pflege, denken.

Anwohner Felix Raulf will jedoch weiter für die Natur auf dem Schmuckergelände kämpfen. Er bereitet derzeit einen Antrag vor, der eine ökologische und artenschutzrechtliche Prüfung des Areals fordert.

Die Diskussion ist geschlossen.

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