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Epfach

13.02.2018

Schneemänner vertreiben den Winter

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4 Bilder
In Epfach waren auch diese fröhlichen Schneemänner zu sehen. Trotz Sonnenschein schmolzen sie nicht dahin.
Bild: Julian Leitenstorfer

Beim Epfacher Gaudiwurm wird so manch lokales Thema derbleckt. Und die Sonne scheint dazu.

Ein kalter Wintertag, aber mit strahlend blauem Himmel und einer Sonne, deren Strahlen wärmen und am Schnee lecken: Das lockte viele zum Faschingsumzug nach Epfach. Die Gemeinde im südlichen Landkreis schließt mit ihrem Gaudiwurm und anschließender Feierei am Dorfplatz und im Haus der Vereine am Faschingsdienstag traditionell den Kreis, setzt dem Narrentreiben ein fröhliches Ende.

Viele maskierte Zuschauer

Heuer säumten gefühlt wesentlich mehr meist maskierte Neugierige als sonst die Straßen, durch die sich die Fußgruppen und gut abgesicherten Wagen wälzten. Die Themen waren wieder vielfältig. Es gab echte Insider zu beklatschen und auch Überregionales.

Wie soll beispielsweise bairisches Brauchtum wie Maibaumklau gepflegt werden, wenn die Vorschriften immer ausufernder werden? Oder die „Zuagroastn“ keine Ahnung von Freinacht haben und ihr nicht aufgeräumtes Sach’ am nächsten Tag nicht zamsuchen, sondern ein großes Polizeiaufgebot holen? Der Epfacher Umzug sorgt für Aufklärung. Die Musikkapelle beklagt ihr Dasein als zusammengepferchte Menschenmasse – „sogar a Kälble hat mehr Platz wia mia“ – und der Kindergarten schickt einen Hilferuf an die GroKo zwecks erfahrener Erzieherin.

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Einige machen ihrem Ärger Luft

Ärger gab’s scheinbar auch, denn „Der Faschingsclub feiert bis morgens um vier, für die Wagenbauer leid’s net amal oan Kasten Bier“ ist die Klageschrift auf einem Gefährt. „Zum Wagenbauen war mei Halle recht – für eine Einladung zum Fest bin i anscheinend zu schlecht“, wird noch eins draufgesetzt. Dazwischen laufen Schneemänner, Rott ist im Dartfieber, die Pfadfinder zeigen sich als Römer, Glyphosatgeschädigte sind zu Horrorgestalten mutiert. Und: Festtagskleid und -anzug aus Verpackungen der Schokolade mit der lila Kuh: „Alles selbst leergefuttert“, versichert eine der Trägerinnen.

100 Jahre Freistaat Bayern und die lila Kuh

Weißblaue Rauten, Wiesnhut, Bierfass, Kuhglocken: „Wir feiern 100 Jahre Freistaat Bayern“, verkündet eine Gruppe. Michael Kießling, ehemals Denklingens Bürgermeister, ist ja jetzt in Berlin. Doch wie sollen die Denklinger dahinkommen, wenn sie ihn besuchen wollen? Die Bahn ist nicht pünktlich, die Flughafeneröffnung lässt auf sich warten, „mit Air Berlin isch es eh vorbei – wia komm i bloß do nauf? O mei!“.

Und auch die großen Faschingswagen aus Hohenfurch, Schongau und weiteren südlichen Hochburgen machten ihre Aufwartung. Mädchengarde, Schongauer Prinzenpaar, Minigarde Hohenfurch – alle rollten durch den Ort, bevor alles wieder fürs kommende Jahr gesichert wird.

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