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Sport-Porträt

06.06.2014

Schnell auf zwei Rädern

Luca Göttlicher auf seinem Pocket Bike: Er ist auf dem besten Weg, der jüngste deutsche Meister zu werden.
Bild: Göttlicher

 Luca Göttlicher will Deutschlands jüngster Pocket-Bike-Meister werden

Wenn andere Jungs sich auf dem Spielplatz oder Fußballplatz austoben, steigt der siebenjährige Luca Göttlicher lieber auf seine Motocross-Maschine oder sein Pocket Bike und dreht Runde um Runde mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometern. Luca ist einer der jüngsten „Mini-Rennfahrer“ in Deutschland – er liebt die Geschwindigkeit. Und das schon seit der in Schwifting lebende Junge mit vier Jahren von seinem Vater die erste KTM-SX 50 Mini bekommen hatte. Im April feierte Luca (genannt Lucky Luke) seinen siebten Geburtstag und setzt derzeit alles daran, Deutschlands jüngster Pocket-Bike-Meister zu werden. Und er ist auf dem besten Weg dorthin. Den Platz auf den Siegertreppchen der Rennstrecken im In- und Ausland kennt Luca längst. Viele Rennen hat er als einer der Besten absolviert. Aufgrund seiner Größe sind die Fahrwerke von Lucas Rennmaschinen – und davon braucht er jährlich jeweils mindestens eine neue – Spezialanfertigungen. Bis heute hat er über 250 Betriebsstunden allein auf der KTM-SX 50 mit über 12 PS Leistung auf Motocross-Strecken verbracht. Selbst jetzt, da er in Kaufering die Montessorischule besucht, lässt Luca keine Gelegenheit aus, sein Talent unter Beweis zu stellen und noch weiter auszubauen. „Ich kann noch so viel lernen“, so Luca. Bis zu dreimal wöchentlich sitzt er auf dem Motorrad.

Unterstützt wird er dabei von seinem Vater Herwig. Finanziell und zeitlich eine absolute Herausforderung. Daher ist Herwig Göttlicher immer auf Sponsoren-Suche, um Luca auch künftig optimal unterstützen zu können. In dem „Männerhaushalt“ dreht sich alles ausschließlich um Lucas Leidenschaft. 19 Rennen mit je zwei Tagesläufen absolviert Luca allein dieses Jahr.

Seit vergangenem Jahr kämpft er erfolgreich in den Serien ADAC-Pocket-Bike-Cup, KTM-Kini-Alpencup sowie in der Süd-Bayern-Serie im Rahmen der ADAC-Clubsport-Serie Motocross. Fast jedes Wochenende sind Vater und Sohn unterwegs. „Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber, der sehr viel Verständnis aufbringt“, erzählt Lucas Vater. Dazu kommen Einladungen zu Messen und Firmenevents und Fahrten zu den Trainingsstrecken. „Weil es hier so gut wie keine Trainingsstrecken gibt, fahren wir meist Richtung Osten, nach Ungarn oder Tschechien, und in den Wintermonaten zur Trainingshalle MX-Raceland in Villingen-Schwenningen und ins italienische Mantua/Rivarolo“, erläutert Göttlicher. Doch die beiden nehmen jeden Weg gerne auf sich. „Alles, was Räder hat, liebt Luca, und ich stehe voll und ganz hinter ihm“, erklärt sein Vater, und Luca ergänzt: „Hauptsache, es ist schnell!“

Schnell auf zwei Rädern

Auf die Frage, ob mal ein ganz großer Rennfahrer aus ihm werden könnte, antwortet Herwig Göttlicher nur: „Wir sind ganz am Anfang. Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Luca soll einfach Spaß haben.“ Heuer stellt sich der aufgeweckte Junge einer neuen Herausforderung. Er will mit dem Mini Bike Erfolge einfahren. Die Schwierigkeit liegt darin, dass diese Minibikes kein Automatik-Getriebe, wie seine beiden Rennmaschinen bisher, sondern ein Schaltgetriebe haben. Das braucht enorme Kraft in den Händen, darum fahren in der Regel erst Kinder ab neun Jahren auf diesen Maschinen. Luca aber hat bereits den ersten Test erfolgreich mit einer Honda beim AMC Ettlingen hinter sich. Jetzt wurde der Junge aus Schwifting neben einem weiteren Nachwuchsfahrer aus Europa auserwählt, im Spätsommer zu zwei Sichtungsfahrten nach Alcarras und Calafat in Spanien zu kommen.

Mal sehen, wann der erste Pokal aus einem Mini-Bike-Rennen in Lucas Kinderzimmer zu sehen sein wird. Jetzt aber konzentriert er sich in erster Linie darauf, der jüngste Pocket Bike-Meister zu werden und ein paar weitere Pokale im Motocross zu gewinnen.

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