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Schondorf
18.01.2020

Kunstkauf: Die „Liegende“ wird  eine Schondorferin

Die Bronzeskulptur „Liegende“ von Matthias Rodach in der Schondorfer Seeanlage. Der Gemeinderat hat nun entschieden, das Kunstobjekt für 20.000 Euro zu kaufen. Die Hälfte der Kosten übernimmt ein anonymer Spender.
Foto: Thorsten Jordan

Dank einer anonymen Spende im fünfstelligen Bereich kauft die Gemeinde die Bronzeskulptur in den Seeanlagen. Mancher Gemeinderat hätte das Geld lieber anders investiert.

Bereits im Dezember wurde im Schondorfer Gemeinderat um den Ankauf von Kunstwerken aus dem inzwischen aufgelösten Ammersee Skulpturenweg von Schondorf nach Eching gerungen. Auch bei der jüngsten Sitzung taten sich einige Gemeinderäte mit einer Entscheidung schwer. Obwohl es für den Kauf von zwei Skulpturen in der Seeanlage bereits zwei Spendenangebote gibt. Am Ende wurde der Kauf der Bronzeskulptur „Liegende“ beschlossen. Der Ankauf eines anderen Kunstobjekts wurde vom Gemeinderat abgelehnt.

Um diese Objekte geht es: Unmittelbar am Dampfer-Anlegesteg steht die Bronzeskulptur „Liegende“ von Matthias Rodach, deren Konturen vier sich wellenförmig überlagernde Linien wiedergeben sollen und die knapp 20.000 Euro kostet. Das zweite Objekt ist der „Großer Fadenschein“, bei dem zwei gegenüberstehende Stahlrahmen mit einem 500 Meter langen Edelstahlseil verbunden sind und das einen Durchblick auf Kloster Andechs ermöglicht. Es stammt von Thomas Lenhart und soll gut 15.500 Euro kosten. „Durchblick“ heißt eine Eisenskulptur, ebenfalls mit Blick auf Andechs, von Gerhard Gerstberger. Hier belaufen sich die Kosten auf rund 12.000 Euro.

Ein weiterer Spender würde 5000 Euro geben

Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) berichtete in der Sitzung, dass es zwei anonyme Spender gibt. Ein Spender sei bereit, die Hälfte der Kosten bei einem Ankauf der „Liegenden“ zu übernehmen und ein weiterer Spender würde 5000 Euro geben, wenn der Gemeinderat dazu auch den „Großen Fadenschein“ ankauft. Für etwa 20.000 Euro könnte Schondorf somit zwei Kunstwerke ankaufen, die beide in den Schondorfer Seeanlagen platziert sind. Sie wurden im Rahmen des 2014 privat initiierten Ammersee Skulpturenwegs aufgestellt. Dieser wurde zum Jahresende aufgelöst, da die Vereinbarungen mit einem maßgeblichen Grundbesitzer nicht verlängert wurden.

Die CSU will die Seeanlagen überplanen

In der Diskussion sprach sich Thomas Betz (CSU) wie im Dezember gegen einen Ankauf von Kunstobjekten aus, da es seiner Meinung nach sinnvoller sei, in das geerbte Studio Rose zu investieren. Stefan Birkner (CSU) verwies auf einen CSU-Antrag, der das Ziel hat, die Seeanlagen zu überplanen oder ein Konzept zu erstellen. Er wollte eine Kaufentscheidung vertagen.

Über das Angebot der beiden Spender freute sich Helga Gall (Grüne) und sprach sich für den Ankauf der zwei Skulpturen aus. „Die Liegende passt da“, meinte sie zum Standort in den Seeanlagen. Die Skulpturen könne man auch versetzen, sollte dies nötig werden, sagte Bürgermeister Herrmann. Er wies auch darauf hin, dass die Gemeinde mit dem Ankauf Künstler fördern könnte, die von ihrer Kunst leben.

Spenden sind ein Wunsch aus der Bevölkerung

Auch Marlene Orban (SPD) unterstützte den Ankauf der Kunstwerke. Eine Planung schließe sich nicht aus, sagte sie. Als gute Investition und Geldanlage bezeichnete Kurt Bergmaier (Freie Wähler) den Kunstkauf. „So wie wir den Sport fördern, sollten wir auch die Kunst fördern.“ Sein Fraktionskollege Wolfgang Schraml fand, dass Schondorf einen Vorteil vom Skulpturenweg gehabt habe. Er appellierte an seine Kollegen, beide Kunstwerke zu kaufen und sah in den Spenden auch einen Wunsch aus der Bevölkerung. Die Seeanlage wurde in den 1920er-Jahren entworfen und weise eine außergewöhnliche Bepflanzung auf. Man werde dort nicht großartig etwas ändern, meinte Schraml.

Bei der Abstimmung fiel der Antrag von Birkner auf Zurückstellen mit sieben zu neun Stimmen durch. Für den Ankauf der Bronzeskulptur „Liegende“ für knapp 20.000 Euro abzüglich der Spende von etwa 10000 Euro votierte eine Mehrheit von neun zu sieben Stimmen, der Ankauf des Kunstwerkes „Großer Fadenschein“ wurde trotz einer in Aussicht gestellten Spende in Höhe von 5000 Euro bei Stimmengleichheit abgelehnt. Die Eisenskulptur „Durchblick“ war kein Thema.

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