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Schondorf
27.06.2019

Stille Helden: Anke Neudel hat lieber zu viel, als zu wenig zu tun

Anke Neudel engagiert sich in Schondorf in vielen Bereichen.
Foto: Julian Leitenstorfer

Bei der „Stillen Heldin“ des Monats Juni Anke Neudel aus Schondorf wuchsen die ehrenamtlichen Aufgaben mit den Kindern. Für welches Projekt sie zuletzt viel Lob erhielt.

„Ich muss was machen, sonst wird’ ich depressiv“, ist Anke Neudels nicht ganz ernst gemeinte Selbsteinschätzung. Dass sie nun Anerkennung für ihre vielfältige ehrenamtliche Arbeit durch die Aktion „Stille Helden“ erfährt, einer Aktion des Landratsamts, der Sparkasse Landsberg-Dießen und unserer Zeitung, freut sie sehr. Neudel ist eine, die den Finger hebt, wenn es im Ort etwas zu tun gibt, eine Teamplayerin, die es versteht, freiwillige Mithelfer um sich zu scharen und die Arbeit auf viele Schultern zu verteilen. So macht es allen am meisten Spaß, und Anke Neudel kann ihr Organisationstalent voll entfalten.

Neudel macht Neues Spaß

Insbesondere für ihr letztes Projekt, die Organisation des Christkindlmarktes in Schondorf, erhielt sie viel Lob. Der bisherige Organisator war langfristig erkrankt. Bürgermeister Alexander Herrmann rief alle Vereinsvorstände zusammen, um auszuloten, ob der Markt gemeinsam gestemmt werden könne. So saß auch Neudel als Zweite Vorsitzende des Jugendfördervereins in der Runde, bekam sofort Lust, das Projekt zu übernehmen und will den Markt auch weiterhin organisieren. Stände und Beleuchtung besorgen, in der Eiseskälte die Jurte mitaufbauen – Neudel macht vor allem Neues Spaß und wenn etwas nicht klappt, ist das für sie eine willkommene Herausforderung. „Wenn alles schon strikt vorgegeben ist, finde ich es langweilig“, sagt sie über sich.

Neudel, 48, lebt mit Mann und vier Kindern zwischen neun und 16 Jahren seit 15 Jahren in Schondorf. Nach Stationen in London und Paris ist die südlich von München geborene Literaturwissenschaftlerin dort „gelandet“, als ihre Zeit als Mutter begann und sie den Job an den Nagel hing. Ihr Organisationstalent, das sie beispielsweise im Marketing und Eventmanagement eines internationalen Unternehmens in London beweisen musste, setzt sie nun in ihrer Wahlheimat am Ammersee ein. „Am Anfang hatte ich Angst, ob ich als Zugezogene ins Dorf reinkommen würde“, erinnert sich Neudel, blond, braungebrannt im weißen Sweatshirt und Jeans. Aber schon während des Einzugs erhielt sie eine Einladung zur Krabbelgruppe und fühlt sich heute in der Schondorfer Gemeinschaft zuhause.

Erinnerungen an das Nikolausturnen

Ihre ehrenamtlichen Aufgaben wuchsen mit den Kindern. Zwei ihrer Kinder gingen ins Kinderturnen, so rückte sie dort für die scheidende Übungsleiterin nach und übernahm später die Abteilung Turnen. Besonders die Organisation des Großevents „Nikolausturnen“ ist ihr im Gedächtnis geblieben. Später besuchten ihre Kinder einen privaten Kindergarten am Jakobsbergerl, und sie gehörte sieben Jahre dem Vereinsvorstand an. „Ich war beispielsweise für die Gehälter und Mitgliedsbeiträge zuständig – und alle zwei Jahre musste gestrichen werden“, erinnert sie sich und schmunzelt.

Später ging es weiter mit Elternbeirat in Grundschule und Ammersee Gymnasium und dem Jugendförderverein. „Die Gemeinde hat jemanden gesucht für einen Schüleraustausch mit Frankreich. Das habe ich dann mit dem Jugendförderverein übernommen“, berichtet Anke Neudel. Das Projekt gibt es bereits seit vier Jahren. Jährlich im Wechsel besuchen sechs französische Kinder Schondorf oder die Schondorfer fahren nach Mauguio südlich von Montpellier. Als ihre Kinder zur Musikschule gingen, übernahm sie dort das Amt der Schriftführerin. Gerne fährt sie als Betreuerin auch mit zu Musikfreizeiten.

Sie nimmt gerne zusätzlich Aufgaben an

„Es gibt immer etwas zu tun im Ehrenamt, und ich habe lieber zu viel, als zu wenig zu tun“, sagt Neudel. Gerne nimmt sie noch zusätzlich Aufgaben an. So war sie kürzlich am Freiwilligentag bei Mobi-LL zu finden und bewarb die Mitfahrerbank. Und was sagen die Kinder, wenn die Mutter so umtriebig ist? „Sie finden es gut, wenn ich nicht zu viel zuhause bin und mich nicht überall einmische“, lacht Neudel. Die Wochenenden versucht sie aber für die Familie freizuhalten. Mit vier Kindern ist da auch immer etwas los und viele Fahrdienste der Eltern sind notwendig. Zeit für sich allein braucht Neudel wenig. Auch ihren Hobbys wie Skifahren und Schwimmen geht sie am liebsten in der Gruppe nach.

Alleingelassen mit ihren vielen ehrenamtlichen Projekten hat sie sich noch nie gefühlt: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Leute Lust dazu haben, etwas gemeinsam zu machen. Manchmal muss man eben einfach länger fragen.“

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