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Schondorf

28.07.2019

Schondorf: Wie geht es mit den Gemeindewohnungen weiter?

Fast eine Million Euro würde nach Schätzung des Architekten die Renovierung des Gemeindehauses Am Griesfeld kosten.
Bild: Thorsten Jordan

Schondorfs Gemeindewohnungen sind in die Jahre gekommen. Renovierungen würden viel Geld verschlingen. Weshalb eine Modernisierung aber unumgänglich sein dürfte.

Etwa 60 Wohnungen zum größten Teil älterer Bauart hat die Gemeinde Schondorf im Bestand. Diese werden zum Teil sehr günstig vermietet, entsprechen aber nicht mehr den heutigen Standards. Wie teuer es vermutlich wird, die Nachkriegsbauten zu sanieren, das zeigte das Büro PMG Architekten aus Schondorf am Beispiel des Hauses Am Griesfeld 8 bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auf.

„Das Ergebnis ist nicht gerade rosig“, fasste Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) zusammen. Nachdem die Gemeinde aber auch für Renovierungen und Sanierungen Zuschüsse aus dem Kommunalen Wohnraumförderprogramm (KommWFP) bekommen kann, hatte der Gemeinderat vor einiger Zeit beschlossen, ein Musterhaus exemplarisch prüfen zu lassen.

Wasser wird im Holzofen warm gemacht

Architekt Peter M. Gradl stellte die Ergebnisse für das Haus Am Griesfeld vor. In dem Mehrfamilienhaus aus dem Jahr 1955 gibt es vier Wohnungen mit einer Größe von 55 Quadratmetern und eine Dachwohnung mit 46 Quadratmetern. Die Ausstattung sei sehr unterschiedlich. Teilweise gebe es noch Wohnungen, in denen das Wasser zum Duschen mit einem Holzofen warm gemacht werden muss, eine Zentralheizung ist nicht vorhanden. Auch die Elektroinstallation sei noch die gleiche wie beim Erstbezug, die hölzerne Treppe entspreche nicht mehr den Vorschriften.

Alles in allem errechnete das Büro Kosten in Höhe von knapp 950.000 Euro, um das Haus auf heutigen Standard zu bringen. Zum Vergleich gab es noch eine aktuelle Zahl für einen Neubau in gleicher Größe. Der komme auf etwa 1,1 Millionen Euro. Aber man würde heute andere Zuschnitte der Wohnungen planen und größer bauen, gab Architekt Gradl zu bedenken. Daher würde ein Neubau auch teurer ausfallen.

Bürgermeister Herrmann berichtete, dass das Ergebnis auch bei der Regierung von Oberbayern vorgestellt wurde. Dort empfahl man der Gemeinde, zunächst festzulegen, welche der Gemeindehäuser erhalten werden sollen, beispielsweise weil diese ortsprägend seien.

Mieter müssten bei Renovierung umziehen

Das kommunale Förderprogramm KommWFP ist für den Bereich Renovierung und Neubau bis 2024 verlängert worden, sagte Herrmann. Er berichtete auch, dass bei Neuvermietungen festgestellt werde, dass zum Beispiel neue Mieter mit den alten Heizsystemen gar nicht mehr zurechtkämen. Vor einer Entscheidung, wie weiter verfahren werde, seien allerdings intensivere Überlegungen erforderlich. So müssten auch bei einer Renovierung die derzeitigen Mieter vorübergehend an anderer Stelle untergebracht werden.

Für Herrmann war aber klar, dass etwas gemacht werden müsse, denn die Wohnungen hätten „Substandard“. Rainer Jünger (CSU) verwies hingegen auf die „sehr günstige Miete“. Klar für einen Neubau sprach sich Marlene Orban (SPD) aus und appellierte auch, nicht noch länger zu warten: „Wir sollten das jetzt in Angriff nehmen“. Wie es mit den Gemeindewohnhäusern weitergeht, soll nun in einem der Ausschüsse vorberaten werden.

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