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Energie

24.02.2015

Schondorf will ans Netz

Gemeinde will Erdgasleitung fürs Westufer. Und hat eine neue Technologie im Blick

Die Neubebauung des ehemaligen Prix-Geländes könnte Schondorf auch einen Anschluss an das Erdgasnetz bescheren. Gespräche darüber führen Gemeinde und das Unternehmen Energie Südbayern (ESB), demnächst sollen auch Dießen und Utting miteinbezogen werden, kündigt Bürgermeister Alexander Herrmann an.

Im Auge hat Herrmann dabei, eine Leitung am Ammersee-Westufer entlang der Staatsstraße ziehen zu lassen. Das könnte noch heuer realisiert werden. Der ursprüngliche Gedanke, Schondorf an die 2014 von Türkenfeld nach Eresing und Windach verlegte Leitung anzuschließen, sei verworfen worden. „Hier ist der Druck nicht hoch genug“, erklärt der Rathauschef dazu.

Gebaut würde die neue Leitung von ESB, allerdings erwartet das Unternehmen einen Kostenbeitrag der Kommunen. Die Konditionen seien jedoch „für Schondorf sehr, sehr günstig“, betont Herrmann, ohne noch Zahlen zu nennen. Daneben verlangen Erdgas-Unternehmen auch Beiträge für Hausanschlüsse der späteren Abnehmer.

Schondorf will ans Netz

Für die drei beteiligten Gemeinden Schondorf, Utting und Dießen (für Riederau) steht offenbar eine Summe im Raum, die ungefähr dem Betrag entspricht, der vor neun Jahren diskutiert wurde, als die Gemeinde Utting im Zusammenhang mit der Neubebauung des ehemaligen Dyckerhoff-Geländes über einen Erdgasanschluss verhandelte. 350000 Euro waren damals als gemeindlicher Kostenanteil im Gespräch. Der Gemeinderat winkte schließlich ab. Nun, so erklärt Bürgermeister Josef Lutzenberger, könne das Thema Erdgas aber schon nochmals überdacht werden. Auch Dießens Rathauschef Herbert Kirsch kann sich vorstellen, dass sich die Kommune an dem Projekt beteiligt, um auch Riederau ans Erdgasnetz anzuschließen. Nach Dießen strömt seit 2004 Erdgas, nachdem zuvor eine Leitung von Herrsching nach St. Alban durch den Ammersee gelegt wurde. In St. Alban könnte ein Abzweig Richtung Schondorf gelegt werden.

In Schondorf wird überlegt, bei einer Neubebauung des Prix-Geländes ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme zu betreiben, das mit Gas befeuert werden soll, erklärt Herrmann. Er räumt zwar ein, dass die Verbrennung von Erdgas nicht kohlendioxidneutral ist. Doch ihm gehe es vor allem um ein Leitungsnetz.

Das sei Voraussetzung, um eine ganz andere Form der Energiegewinnung realisieren zu können. Dabei setzt Herrmann auf die „Power to gas“-Technik. Das bedeutet, dass mittels Wasserelektrolyse mit teilweise nachgeschalteter Methanisierung unter dem Einsatz von Überkapazitäten bei Sonnen- und Windstrom Gas erzeugt wird. Dies geschieht, indem Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Der Wasserstoff wird dann entweder ins Gasnetz eingespeist oder mit Zusatz von Kohlendioxid in Methan und Wasser umgewandelt. Allerdings: Beide Verfahren sind nicht ganz unproblematisch. Höhere Wasserstoffkonzentrationen schädigen die Gasleitungen und im Falle einer effektiven Einsparpolitik bei Kohlendioxid dürfte dieses Gas langfristig nur noch beschränkt verfügbar sein. Daneben werden auch hohe Kosten kritisiert.

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