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Landsberg

11.10.2015

Schumann statt Schubert

Andreas Burkhart und Akemi Murakami.
Bild: Romi Löbhard

Liederabend Ersatzprogramm war ein voller Erfolg

Schumann hatte sich dem jungen Heine gewidmet, der Liebesfreud und -leid, Jahreszeiten und Landschaften so herrlich romantisch beschreiben konnte. Die beiden Musiker präsentierten sich als eingespieltes Team und ihnen zuzuhören, war purer Genuss. Egal ob Dynamik, Tempo, Phrasierung – es war alles hervorragend aufeinander abgestimmt. Die Pianistin, sie war beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb „Gesang“ als offizielle Begleiterin engagiert, ging auf die Lautstärke des Sängers ein und umgekehrt.

Hervorragend gelungen waren die zum Gesang knapp versetzten, anspruchsvollen Tonfolgen, die den Liedern Spannung verliehen. Zudem artikulierte der Sänger, der unter anderem Mitglied im Chor des Bayerischen Rundfunks ist, so wunderbar deutlich, dass die vielfach zarten Heine Gedichte perfekt zu verstehen waren.

Zur Aufführung kamen der „Liederkreis opus 24“ und „Dichterliebe“, zwei Kunstliedsammlungen, die heute als Gipfel der Übereinstimmung von Text und Musik gelten. Akemi Murakami und Andreas Burkhart sahen das auch so, beziehungsweise praktizierten diese Übereinstimmung. Hinreißend beispielsweise die Zwiesprache von Instrument und Stimme bei „Ich hab im Traum geweinet“; mit gestalterischen Pausen und einem vertonten Text, der nicht jedes Geheimnis preisgab. Das Duo wusste die Klangfarben zu ändern und den Stimmungen in den Gedichten anzupassen. Höchst dramatisch wurde es bei „Ich grolle nicht“, einem Gedicht, mit dem Heine die schwarze Seele einer Angebeteten beschreibt. Romantik pur dagegen die wiederholt in Reime gesetzten Liebesschwüre, die Zweifel, die Trennung unter Tränen. Dass Robert Schuhmann für seinen Zyklus „Dichterliebe“ als letztes Gedicht „Die alten, bösen Lieder“ vertont hat, ist jammerschade, denn anstatt alles in einen großen Sarg zu sperren und im Meer zu versenken, wie es der Dichter beschreibt, hätte sich der Zuhörer noch mehr von den Liedern voller Harmonie und Wohlklang, aber auch textlich-musikalischer Ironie und blumig beschreibender Wortklanggemälde gewünscht.

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