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Seuchenbekämpfung

02.07.2020

Schweinepest: Geld wird eingeplant

Auch der Landkreis Landsberg rüstet sich für den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest.

Zwar gibt es in der Region noch keine Fälle. Doch der Landkreis Landsberg rüstet sich für den Ausbruch der Krankheit mit einem sechsstelligen Betrag

Der Landkreis hält 255000 Euro zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bereit. Der Kreistag hat in der Sitzung am Dienstag zugestimmt. Das Geld wird eingesetzt, wenn die Tierseuche im Landkreis auftritt. Das Gremium folgte damit einstimmig der Empfehlung des Kreisausschusses, der sich schon im April mit der Thematik befasst hatte.

Der Leiter des Veterinäramts, Michael Veith, referierte auch im Kreistag über die Seuchenbekämpfung. ASP sei eine Krankheit der Wildschweine und Hausschweine, für den Menschen sei sie nicht gefährlich. Die Tiere verendeten jedoch relativ schnell. Das Virus sei hochansteckend und könne im Boden bis zu sechs Monate und im Fleisch zwölf Monate überleben. In Deutschland gibt es derzeit noch keinen Fall. Das Problem: Die Seuche hat Westpolen erreicht und ist zehn Kilometer vor der deutschen Grenze aufgetaucht, sie steht laut Veith „vor der Tür“. Brandenburg und Sachsen hätten schon Zäune aufgestellt, um Wildschweine abzuhalten, in Bayern sei der Zaun gekauft, aber eingelagert, berichtet Michael Veith.

Was passiert nun, wenn die Seuche im Landkreis auftritt? Es werden laut Veith drei Gebiete eingeteilt mit einem vier, 15 und 30 Kilometer großen Radius. Um die sogenannte Kernzone rund um den Fundort eines infizierten Tiers wird ein Zaun gelegt und die Schweine werden getötet. In der nächsten Zone, dem gefährdeten Gebiet, wird dann unter anderem die Auslaufhaltung von Hausschweinen verboten und für die weitere Pufferzone gilt unter anderem, dass landwirtschaftliche Betriebe ihr dort erzeugtes Tierfutter nicht mehr verkaufen dürfen, da laut Veith Futter als Überträger der Seuche fungieren kann.

Kosten entstehen nicht nur durch den Wildzaun, er muss auch aufgestellt und gewartet werden. Die toten Tiere müssen gefunden, verwahrt und auch zur Tierkörperbeseitigung gebracht werden. Auch die Entsorgung muss bezahlt werden. Laut Michael Veith haben Jäger zugesagt, bei der Suche nach verendeten Tieren zu helfen und der Maschinenring will beim Transport der Kadaver helfen. Die Ausgaben werden auf insgesamt 255000 Euro geschätzt.

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Die Region soll über eine Regionenmarke als „Wirtschafts- und Wohlfühlstandort“ positioniert werden. Der Kreistag beschloss nun, eine siebenköpfige Arbeitsgruppe einzusetzen, die dann mit Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung eine Lenkungsgruppe bildet. Diese Gruppe soll sich am 2. Oktober zu einer Auftaktveranstaltung treffen. Für die Entwicklung der Marke bis Ende 2022 stehen 431000 Euro zur Verfügung, der Freistaat übernimmt rund 280000 Euro (65 Prozent).

Der Kreistag hat die „Chirurgische MVZ gGmbH“, eine Tochtergesellschaft des Klinikums Landsberg, mit dem Betrieb von Infektambulanz, Infektmobil und der Corona-Teststrecke betraut. Die Einrichtungen sind – wie berichtet – im Stand-by-Modus, können aber wieder hochgefahren werden, sollte es wegen eines erhöhten Infektionsgeschehens nötig sein.

Wie im Kulturbeirat beschlossen, werden die Richtlinien für die Vergabe des Kunstpreises verändert. Danach können Mitglieder des Kulturbeirats grundsätzlich nicht für den Kunstpreis vorgeschlagen werden. Diese Formulierung beinhaltet, dass Ausnahmen von der Regelung gemacht werden können. (smi)

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