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Mercy Ships

12.07.2012

Schwimmende Hilfsstationen

Eine afrikanische Band sorgte für Musik beim Treffen der freiwilligen Helfer der Mercy Ships.
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Eine afrikanische Band sorgte für Musik beim Treffen der freiwilligen Helfer der Mercy Ships.

Freiwillige berichten über ihre Einsätze

Landsberg Medizinische Hilfe für die Ärmsten der Armen, schnell und ohne Bürokratie, das leistet Mercy Ship, eine christlich geprägte Organisation, die seit Jahrzehnten mit ihren Hospitalschiffen, auf denen Hunderte freiwilliger Einsatzkräfte arbeiten, Häfen armer Länder ansteuert, um vor Ort kranke Menschen zu behandeln und Entwicklungshilfe zu leisten. Bei Freundestreffen in ihren Heimatländern berichten die Helfer von ihren Einsätzen und bieten damit Freunden, Förderern und Interessierten einen kleinen Einblick in das Leben an Bord und in den Einsatzgebieten.

Ein solches Treffen fand jetzt erstmals auch in Landsberg, in Räumen der Veit GmbH statt. Cornelia Veit, Personalreferentin der Firma, ist Vorstandsmitglied von Mercy Ships Deutschland und hat dem Hospitalschiff „Africa Mercy“ jüngst einen Besuch abgestattet (LT berichtete). In Deutschland gebe es Mercy Ships seit 1995 als eingetragenen Verein, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Groß (Kaufbeuren) vor Gästen aus ganz Süddeutschland. Die eigentliche Geburtsstunde der Bewegung habe aber vor 40 Jahren „hier ganz in der Nähe, auf Schloss Hurlach, bei Jugend mit einer Mission“ geschlagen.

Wie die Hilfe vor Ort aussieht und wie sich das Leben auf dem Schiff gestaltet, das konnten die Gäste bei Erfahrungsberichten nachvollziehen. Sehr heiter erzählte Krankenschwester Lydia von ihrem mehrwöchigen Einsatz auf der Africa Mercy. „Menschen rein – Zähne raus“ war Lydias Eindruck in der Dentalabteilung. Dort habe sie eine Frau erlebt, der 17 Zähne gezogen wurden und die nicht eher vom Behandlungsstuhl aufstehen wollte, bis ihr auch noch die beiden letzten entfernt worden waren.

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Das Leben an Bord sei geprägt von Gemeinschaftsgefühl, so die Krankenschwester. Dieses „lebendige Miteinander“ hat auch Cheryl Shepard, Schauspielerin und bekannt aus der Fernsehserie „In aller Freundschaft“, bei ihrem Aufenthalt an Bord erlebt. „Wir waren in einer Zehn-Personen-Kabine untergebracht und haben uns gefühlt wie im Internat kurz vor dem Abi“, berichtete Shepard lachend. Eingeteilt war die Schauspielerin, mittlerweile Botschafterin für Mercy Ships Deutschland, bei der Essensausgabe, „meine Chefin war gerade mal 18 Jahre alt“.

„Die Schulen an Bord sind der Wahnsinn“, erklärte Ines Kronester, die mit Tochter Kim Anna von 15 Jahren Familienleben auf einem Schiff erzählte. Miniklassen mit einem oder zwei Schülern, Wandertage in den Busch – den Kindern habe es an nichts gefehlt. „Ich habe viele Leute kennengelernt und Beziehungen mit Gott sehr praktisch erfahren“. (löbh)

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