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Jugendhilfe

10.02.2015

Sechs weitere Häuser für das SOS-Kinderdorf

Das SOS-Kinderdorf will sich in Dießen um sechs Häuser erweitern – und zwar in Richtung Westen vor den Häusern auf dem Foto.

Bauausschuss Dießen will einen Bebauungsplan aufstellen lassen

Das SOS-Kinderdorf in Dießen will vergrößern: Das derzeit knapp drei Hektar große Gelände soll nach Westen um ein 6640 Quadratmeter großes Grundstück erweitert werden, wurde in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses des Gemeinderates am Montagabend bekannt. Das Gremium beschloss, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Nach einem ersten Plankonzept ist vorgesehen, auf der bisherigen Wiese zwischen Vogelherdgraben im Süden und Schacky-Park im Norden sechs neue Wohnhäuser mit einer Grundfläche von maximal 150 Quadratmetern und bis zu drei Vollgeschossen zu errichten. Fünf davon sind für die Jugendhilfe vorgesehen, das sechste könnte als Wohnhaus für den Dorfleiter verwendet werden, der bislang in einem der elf Familienhäuser wohnt.

Wie Dorfleiter Erich Schöpflin erläuterte, soll mit den Neubauten den sich verändernden Familienkonstellationen im Kinderdorf Rechnung getragen werden. In der Zukunft werde sich immer mehr die Frage stellen, ob die Einrichtung noch klassische Kinderdorfmütter ohne eigene Kinder finden wird, oder ob künftig vermehrt Ehepaare sich um die in die Obhut des SOS-Kinderdorfs gegebenen Mädchen und Buben kümmern werden, die gegebenenfalls ja auch noch eigene Kinde haben. Und dafür seien die bisherigen Häuser zu klein. Bereits jetzt, so Schöpflin gegenüber dem Landsberger Tagblatt, gebe es im Kinderdorf drei Familien, die von Paaren geleitet werden. Dadurch wachse auch der Wohnraumbedarf, bei einer Familie mit sechs Kindern sei aktuell von 250 bis 300 Quadratmetern Wohnfläche auszugehen, auch weil die Anforderungen der Berufsgenossenschaft gewachsen seien: So müssen die Kinderdorfeltern inzwischen über eigene Sanitärbereiche verfügen, nennt der Einrichtungsleiter als Beispiel. Aufgrund der in den vergangenen Jahrzehnten gewachsenen Standards seien auch schon einmal vor 25 Jahren die Häuser an der Hermann-Gmeiner-Straße erweitert worden.

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Mit dem Bezug größerer Häuser wäre in den alten kleineren Gebäuden zudem andere Nutzungen denkbar. Dort könnten dann Jugendwohngruppen untergebracht werden für heranwachsende Kinderdorf-Bewohner oder sie könnten als Mitarbeiterwohnungen genutzt werden.

Schöpflin hatte im Ausschuss Rederecht erhalten, obwohl er eigentlich aufgrund persönlicher Beteiligung von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen war. Anlass waren Anmerkungen von Peter Fastl (Freie Wähler) und Edgar Maginot (CSU), denen der Sachvortrag von Bauamtsleiterin Johanna Schäffert nicht genügte. So monierte Fastl, dass „zu einer so weitreichenden Entscheidung“ vorab keine Unterlagen an die Ausschussmitglieder verschickt worden seien, und Maginot wollte genauer wissen, warum das Kinderdorf erweitern will, betonte aber ebenso, dass gegen „eine kontinuierliche Erweiterung“ nichts einzuwenden sei. Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) erwiderte, dass über die Erweiterung des Kinderdorfs bereits bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans gesprochen worden sei. Dieser sehe vor, die bisherige Fläche für die Landwirtschaft in ein Sondergebiet für das SOS-Kinderdorf umzuwidmen, „und jetzt kommt der Vorschlag für den Bebauungsplan“.

Wenngleich noch nicht absehbar ist, wann die neuen Häuser gebaut werden sollen, will das Kinderdorf zumindest in Kürze das notwendige Baurecht erhalten. Hintergrund ist nach den Ausführungen des Bauamts, dass mit dem Verkäufer des Grundstücks vereinbart wurde, dass dieses Baurecht bis März 2017 vorhanden sein muss.

Der Bauausschuss stimmte schließlich einmütig dafür, einen Bebauungsplan aufzustellen. Sämtliche Planungs- und Erschließungskosten, wurde weiter beschlossen, hat das SOS-Kinderdorf zu tragen, dem ebenso die Unterhaltspflicht für den Vogelherdgraben im Gebiet des Bebauungsplans übertragen werden soll.

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