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Landsberg

24.03.2019

Seehofer lässt Termin mit "Lifeline"-Kapitän Reisch platzen

Das Rettungsschiff "Lifeline" saß im Sommer 2018 fast eine Woche auf dem Mittelmeer fest, nachdem es rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte.
Bild: Axel Steier, Mission Lifeline/dpa

Plus Warum der Landsberger Claus-Peter Reisch in einer Reihe mit Gorbatschow und dem Dalai Lama steht, aber keinen Termin bei Horst Seehofer bekommt.

Beim Josefitag in Denklingen im Kreis Landsberg geht’s traditionell zünftig zu. Auch dieses Jahr. Der Defiliermarsch wird angestimmt, drinnen im Saal warten Kommunalpolitiker, CSU-Mitglieder und Gäste gespannt auf den Bundesinnenminister. Doch Horst Seehofer wird aufgehalten. Seenotretter Claus-Peter Reisch aus Landsberg hat den früheren CSU-Chef vor dem Saal abgepasst. Es gebe Wichtiges zu besprechen in Sachen Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Seehofer ist gut drauf an diesem Abend vor einer Woche und verspricht einen Termin in Berlin. Doch der wird wenige Tage später abgesagt.

Claus-Peter Reisch (links) und Horst Seehofer in Denklingen.
Bild: Thorsten Jordan

Es ist nicht die erste Absage, die Claus-Peter Reisch von einem der führenden Politiker des Landes erhalten hat. Seit einem halben Jahr wartet der Kapitän des Seenotrettungsschiffs Lifeline auf eine Zusammenkunft mit Innenminister Heiko Maas (SPD). Terminanfragen hat er auch an Ministerpräsident Markus Söder und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gerichtet. Doch der 57-Jährige lässt sich nicht so leicht abschütteln, wie er selbst sagt. Auch bei seinem kurzen Treffen mit Horst Seehofer in Denklingen war er hartnäckig geblieben.

Seehofer sagte vor Publikum in Denklingen zu

„Ich war spät dran und die Ordner wollten mich schon nicht mehr reinlassen“, erinnert sich Reisch an den Josefitag. Michael Kießling, CSU-Bundestagsabgeordneter und früherer Bürgermeister von Denklingen, habe ihm erlaubt, doch noch in den Saal zu kommen. Doch das wollte er zunächst gar nicht. In einem Korridor wartete Reisch auf Seehofer, dem er sich schnell vorstellte. „Wir haben doch getwittert“, habe er zum Bundesinnenminister gesagt. Der sagte einen Gesprächstermin am 28. März zu.

Claus-Peter Reisch vor der Kulisse der Landsberger Altstadt.
Bild: Thorsten Jordan

Drinnen im Saal hielt Seehofer eine launige Rede und erwähnte dabei auch den Seenotretter. Vor Publikum bestätigte er auch den Termin in Berlin. „Er hat gesagt, er nimmt sich eine Stunde Zeit und wir trinken einen Kaffee“, erinnert sich Claus-Peter Reisch. Nur wenige Tage später erhielt der 57-Jährige aber einen Anruf von Seehofers Berliner Büro. Auf die Schnelle lasse sich kein Termin finden, hieß es. Man würde sich wegen eines anderen Termins bei ihm melden.

Doch das dürfte gar nicht so einfach werden. Nicht nur der Bundesinnenminister hat einen vollgepackten Terminkalender, auch Claus-Peter Reisch. So wird er am Dienstag von der Organisation Human Projects in Weimar mit dem „Löwenherz“ ausgezeichnet. Seine Vorgänger sind Michal Gorbatschow (2017) und der Dalai Lama (2018). Das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro will der Landsberger für ein neues Schiff für die Seenotrettung im Mittelmeer einsetzen.

Mit Claus-Peter Reisch haben wir im Sommer 2018 auch für unseren Podcast gesprochen. Hier können Sie reinhören:

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