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Schondorf

22.02.2018

„Seepost“: Das geplante Hotel soll drei Stockwerke haben

Lange Zeit war es ruhig um die „Seepost“ in Schondorf – jetzt gibt es neue Pläne. Auf dem Areal am Jakobsberg soll ein Hotel entstehen.
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Lange Zeit war es ruhig um die „Seepost“ in Schondorf – jetzt gibt es neue Pläne. Auf dem Areal am Jakobsberg soll ein Hotel entstehen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Lange Zeit war es ruhig um die Pläne rund um die Schondorfer „Seepost“. Die neuen fallen deutlich größer aus als die alten.

Schon vor über zehn Jahren sind Pläne, die Seepost in Schondorf zum Hotel zu erweitern, kontrovers diskutiert worden. Vor allem der Schondorfer Kreis hatte kritisiert, dass zu wenig Rücksicht auf die benachbarte denkmalgeschützte Jakobskirche genommen werde. In den vergangenen Jahren wurde es in der Öffentlichkeit ruhig um das Projekt, das nun wieder an Aktualität gewinnt: In der jüngsten Bauausschusssitzung stand ein Antrag auf Änderung des Bebauungsplans St. Jakob auf der Tagesordnung.

Vor drei Jahren wurde die Pläne wieder aufgegriffen

Bauwerber und Miteigentümer Cornel Hofmann sowie die Planer Jürgen Stark und Christine Harm vom Büro Stark Architekten aus München stellten die neuen Pläne erstmals der Öffentlichkeit vor. Anstelle eines kleinen Wirtschaftsgebäudes ist wieder ein Neubau vorgesehen, der jedoch höher ausfällt, als es im Bebauungsplan festgelegt ist: Es ist ein Geschoss mehr geplant, wie Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) dem Landsberger Tagblatt erläuterte. Schon seit 2015 arbeite man wieder an Plänen für die Realisierung eines Hotels, sagte Hofmann in der Sitzung. Man sei auch bereits beim Denkmalamt und beim Landratsamt vorstellig geworden. Außerdem sei ein Bodengutachten erstellt worden. Jetzt geht es um die baurechtliche Genehmigung.

Seit 2005 gibt es wieder eine Gaststätte

Die Gemeinde hatte einen Bebauungsplan St. Jakob aufgestellt, der 2008 rechtskräftig wurde. Ursprünglich sollte mit dem Bebauungsplan für das Areal zwischen der See- und der Bahnhofstraße und dem Jakobsbergerl eine damals von einem Voreigentümer gewünschte Wohnbebauung abgewehrt und die Gaststättennutzung und der Biergarten gesichert werden. Die im Bebauungsplan vorgesehene Möglichkeit, auf dem Areal Fremdenzimmer und einen Saal zu bauen, wurden aber bisher nicht umgesetzt.

Die Gaststätte war 2005 als „Seepost“ wieder eröffnet worden. Man habe sich „vertraglich gebunden“, erläuterte Hofmann in diesem Zusammenhang in der Sitzung. Inzwischen sei für ihn klar, dass Hotel und Gasthaus aus einer Hand betrieben werden müssten. Als „neue Mitte für Schondorf“ warb Hofmann für das Projekt.

An der Gaststätte und dem Biergarten ändert sich nichts

Dazu soll es zwischen einem Wirtschaftstrakt, der dem Hotelneubau weicht, und der Kirche St. Jakob einen Platz ohne Parkplätze geben, dazu im Erdgeschoss einen Saal für bis zu 200 Personen. Auch soll der historische Brunnen freigelegt werden und das Frühstückszimmer in einem eingeschossigen Zwischenbau Platz finden. Konzipiert ist das Hotel auf 27 Zimmer in der Kategorie drei bis vier Sterne, sagte Hofmann. Er warb für diese Zimmeranzahl, um das kleine Hotel wirtschaftlich betreiben zu können.

Die planenden Architekten erklärten ihren Entwurf. Der Gasthof „Seepost“ und der Biergarten bleiben unverändert, für den Hotelbetrieb werden auch die Räume in den Obergeschossen des Gasthofes als Gästezimmer genutzt. Bisher hatte darin zum Teil das Personal gewohnt. Der Eingang des neuen Hotels wird von Süden aus von der Bahnhofstraße geplant, ebenso die Zufahrt zur Tiefgarage mit 17 Stellplätzen.

Unter der Tiefgarage ist ein weiteres Untergeschoss vorgesehen, dort sollen Lagerräume sowie ein kleiner Wellnessbereich untergebracht werden. Außerdem wächst der Hotelneubau in die Höhe und hat dann drei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dach. Nach Osten zur Kirche hin sollen unterm Dach Personalzimmer entstehen, da dort keine Gauben gebaut werden sollen. Dies sei ein Wunsch des Denkmalamtes, sagte Stark.

Die Nähe zur historischen Kirche führt auch zu einem Kniff bei den unterirdischen Stockwerken, da das zweite Untergeschoss kleiner gebaut werden muss als das erste Untergeschoss, da entsprechende Abstandsflächen eingehalten werden müssen.

Noch ist keine Entscheidung gefallen

Die Höhenentwicklung gab Harm im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt mit einer Firsthöhe von 14,75 Metern und einer Traufhöhe von 10,25 Metern beim Neubau an. Insgesamt wird das Gebäude mit dem eingeschossigen Verbindungsbau rund 870 Quadratmeter Grundfläche haben, dazu kommen noch knapp 300 Quadratmeter vom Gasthof im Bestand.

Wichtig war Hofmann, dass es die Hotelpläne in Schondorf im Ort mehrheitlich mitgetragen werden. Der Saal, der auch geteilt werden kann, könne auch für Versammlungen beispielsweise von Vereinen genutzt werden, sagte er. „Das Thema wird uns länger beschäftigen“, vermutete Bürgermeister Herrmann. Im Bauausschuss blieb es bei der Vorstellung des Projekts, das Thema soll demnächst im Gemeinderat diskutiert werden.

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