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Kurs

28.11.2015

Seife aus natürlichen Zutaten machen

Wer Naturseife selbst produzieren will, muss sich gut schützen, wie hier die Referentin Diana Kurzweg vom Ammersee-Bienenhof.
Bild: Romi Löbhard

Diana Kurzweg zeigt in Gießübl, wie es geht. Das fertige Produkt muss wochenlang reifen

Noch auf der Suche nach einem exklusiven, weil selbst gemachten Weihnachtsgeschenk? Wie wär’s da mit einer feinen Seife? Allerdings, wer damit liebäugelt, sollte sich sputen, denn der Verseifungsprozess bei der so genannten Kaltherstellung braucht seine Zeit – drei bis sechs Wochen sind dafür zu veranschlagen. Im Übrigen: Wer noch nie Seife selbst hergestellt hat, sollte erst einmal üben und einen Kurs besuchen, denn es geht auch um ätzende Substanzen. Dies bietet beispielsweise Diana Kurzweg vom Ammersee Bienenhof in Gießübl an. LT-Mitarbeiterin Romi Löbhard hat einen solchen Kurs besucht.

Erste Überraschung: Die Teilnehmer aus Dießen, Eching, Türkenfeld oder Olching sind vom Fach, sind Natur- beziehungsweise Kräuterpädagogen oder Naturheilkundler. Sie selbst habe sich für die Seifenherstellung interessiert, als sie auf der Suche nach einer reinen, für empfindliche Babyhaut verträglichen Olivenölseife war und feststellen musste, dass solche Seifen im Handel meist nicht nur Olivenöl beinhalten, erzählt Diana Kurzweg. Beim Kurs vermittelt sie zunächst Grundwissen: Seife entsteht, einfach ausgedrückt, wenn Öl und Lauge gemischt werden. Die Öle „verseifen“, Glyzerin wird ausgefällt. Für Kernseife wird das Glyzerin in einem Extraverfahren entfernt, bei Naturseife bleibt es und sorgt für einen pflegerischen Effekt.

Wichtig ist die Vorbereitung: Im Bienenhaus sind Tisch und Sitzecke in der kleinen Stube bereits mit Zeitungspapier ausgelegt und es stehen Küchenrollen bereit. Ein Seifenproduzent trägt nicht allzu wertvolle Kleidung, eine große Schürze, Schutzbrille und säurebeständige Gummihandschuhe, eventuell auch eine Atemschutzmaske.

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„Wir benötigen einen Topf aus Edelstahl oder eventuell Emaille zum Schmelzen der Fette.“ Weiter zählt Kurzweg auf: Gefäße zum Abwiegen der Zutaten und viele Löffel, dazu eine grammgenaue Feinwaage, einen Becher aus Kunststoff oder Glas und einen Glasstab zum Umrühren sowie ein hitzebeständiges Thermometer. Sinnvoll ist ein Stabmixer zum Rühren, der nur dafür verwendet werden sollte. Die Formen, in denen die Seife reifen kann sowie Handtücher zum Warmhalten in den ersten 24 Stunden sollten ebenfalls hergerichtet sein. Dann kann gestartet werden – sofern ein fertig berechnetes Rezept vorliegt. Hier liegt nämlich noch eine Schwierigkeit: Die benötigte Menge an Natronlauge (NaOH) muss nach der „Verseifungszahl“ des jeweiligen Öls/Fettes berechnet werden. Kokosfett beispielsweise hat eine Verseifungszahl von 1860, bei Kakaobutter hingegen lautet sie 1370. Für 1000 Gramm Kokosfett werden so 186 Gramm NaOH benötigt.

Zuerst werden die Fette geschmolzen, sie dürfen nicht heiß werden. Dann ist Schutzausrüstung gefragt, denn wenn das genau abgewogene NaOH ins destillierte Wasser kommt, entwickelt sich Wärme. Am besten ist es laut Kurzweg, einen Teil des Wassers einzufrieren, dann sei die Spritzgefahr nicht zu hoch. Weil auch gefährliche Dämpfe entstehen, sollte dieser Vorgang im Freien oder zumindest in einem gut durchlüfteten Raum stattfinden. Ist die Lauge leicht abgekühlt, dann wird sie zu den Ölen/Fetten gegeben. „Bitte dabei gut rühren“, empfiehlt Kurzweg, „damit sich die beiden Zutaten verbinden und die Masse schön gleichmäßig und puddingartig wird.“

Ist das geschafft, dürfen weitere Zutaten wie Duftöle, Blüten, Farbstoffe, Peeling eingerührt werden. Jetzt heißt es noch in Behälter füllen, mit Folie abdecken, warm einpacken und 24 Stunden ruhen lassen. Fertig? Nein! Der Verseifungsvorgang ist erst nach drei bis sechs Wochen abgeschlossen. „Ich lagere Seifen sechs Wochen“, erklärt Diana Kurzweg, „damit auch wirklich alles NaOH, das die Haut angreifen kann, verseift ist.“

Im Internet

www.ammersee-bienenhof.de

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