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Jubiläum

31.03.2009

Seine Stelle schrieb er selbst aus

Anton Huber ist ein angenehmer Gesprächspartner. Er kann aber auch anders, wie er selbst sagt. Nämlich dann, wenn es um die Interessen seines Kreisverbandes geht. Dann sei er auch schon mal unbequem, aber immer sachlich kritisch. Von Thomas Wunder

Von Thomas Wunder

Landsberg - Anton Huber ist ein angenehmer Gesprächspartner. Er kann aber auch anders, wie er selbst sagt. Nämlich dann, wenn es um die Interessen seines Kreisverbandes geht. Dann sei er auch schon mal unbequem, aber immer sachlich kritisch. Nicht nur deswegen hat sein Wort bayernweit Gewicht. Unter den 80 Geschäftsführern des Bayerischen Roten Kreuzes ist nur sein Kollege aus Erlangen länger im Geschäft. Dabei feiert Anton Huber heute ein Jubiläum. Vor genau 30 Jahren begann er seine Tätigkeit als Geschäftsführer in Landsberg.

Seit 1965 ist Anton Huber ehrenamtlich beim Roten Kreuz aktiv. Zwei Jahre lang war der heute 60-Jährige Schatzmeister beim Kreisverband Landsberg. Als Geschäftsführer Ludwig Gasteiger in den Ruhestand ging, schrieb Huber die Stelle aus, die der gelernte Bankkaufmann kurze Zeit später selbst besetzen sollte. Die damalige Geschäftsstelle war mit der heutigen Einrichtung nicht zu vergleichen, erinnert sich Anton Huber. Neben 15 hauptamtlichen Mitarbeitern waren fünf Zivildienstleistende vor allem im Rettungsdienst tätig.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich das Gesicht der Geschäftsstelle deutlich verändert. Der Rettungsdienst wurde ausgebaut, zum Angebot des Roten Kreuzes gehören unter anderem der Betreute Fahrdienst, Essen auf Rädern, Ambulanter Pflegedienst, Kriseninterventionsteam und Betreutes Wohnen. Dazu kommen sechs Kindertagesstätten mit derzeit 48 Mitarbeitern. "Wir waren der erste Kreisverband in Bayern, der die Trägerschaft für einen Kindergarten übernommen hat", sagt Anton Huber. Das Pilotprojekt startete in Weil.

Seine Stelle schrieb er selbst aus

So hat sich die Geschäftsstelle im Laufe der Jahre nicht nur an ihrem Standort in der Max-Friesenegger-Straße ausgedehnt. In der ehemaligen Ritter-von-Leeb-Kaserne wurde ein Gebäude erworben und die Rettungsstationen der Wasserwacht am Ammersee ausgebaut. Dabei konnte Huber neben den hauptamtlichen auf immer mehr ehrenamtliche Mitarbeiter zählen. Deren Arbeit ist mittlerweile zertifiziert. Der gesamte Kreisverband erfüllt seit vergangenem Jahr die ISO-Norm.

In zwei Jahren geht Anton Huber in die Altersteilzeit. Bis dahin hat er noch viel vor. Die Eröffnung eines Rot-Kreuz-Shops Mitte Juni gegenüber der Stadtverwaltung stellt für ihn den Höhepunkt dar. Da die Kleiderkammer in der Geschäftsstelle an ihre Grenzen stößt, sei ein Umzug notwendig gewesen. Eine weitere Maßnahme ist die Sanierung des Flachdachs im Rot-Kreuz-Gebäude in der ehemaligen Kaserne.

Die Finanzierung solcher Projekte wird immer schwieriger. "Die Rahmenbedingungen haben sich massiv verschlechtert", sagt Anton Huber. Es fehle an Zuschüssen aus der Wirtschaft, während Landkreis und Gemeinden den Kreisverband weiterhin freiwillig unterstützen. Hinzu komme die Bürokratie, die sich laut Huber zu einem Moloch aufgetürmt hat. So gehe es vor allem darum, den Bestand zu wahren und das hohe Niveau zu halten.

Neben seiner Arbeit als Geschäftsführer hilft der 60-Jährige seinen Mitmenschen als Gesundheitspädagoge und in der Trauerbegleitung. Der Tod seines zweiten Sohnes vor elf Jahren hatte Huber deutlich vor Augen geführt, wie wenig Möglichkeiten es für Menschen im Landkreis gibt, ihre Trauer zu verarbeiten. Kurz vor dem Unglücksfall war das Kriseninterventionsteam gegründet worden. Anton Huber und seine Frau waren bei den Ersten, die betreut wurden.

An seinem Jubiläum ist Huber nicht in Landsberg. Traditionell begibt sich der Hobbygärtner im Frühjahr auf eine einwöchige Fastenwanderung.

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