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Landsberg

18.02.2018

Seit 50 Jahren helfen sie anderen

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Der Lions Club Landsberg am Lech feiert 50-jähriges Bestehen (von links): Präsident Bernhard Kösslinger, Gründungsmitglied Hermann Ruile sowie Distrikt Governor Dirk Raeder.
Bild: Thorsten Jordan

Der Lions Club Landsberg am Lech feiert sein Jubiläum im Stadttheater. Seit der Gründung konnten 1,6 Millionen Euro bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden.

Vor 50 Jahren ist in Landsberg ein Lions Club gegründet worden. „Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt und Zusammenarbeit ist ein Erfolg“ – dieses Zitat von Henry Ford stellte Präsident Bernhard Kösslinger an den Beginn seiner Rede zur Feier des Jubiläums im Landsberger Stadttheater am Samstagabend. Neben den 36 Lions-Mitgliedern hatten sich etliche Gäste eingefunden – auf den Festredner Dr. Stefan Lorenz mussten die Veranstalter jedoch verzichten, er lag mit Grippe darnieder, wie Kösslinger erläuterte.

Das Motto heißt: „We serve - wir dienen“

Mit Hermann Ruile konnte der Präsident ein Gründungsmitglied des Clubs begrüßen. Der Lions Club Landsberg ist am 6. November 1967 von 16 Männern – darunter der damalige Landrat Bernhard Müller-Hahl – gegründet und 1968 offiziell von Lions International bestätigt worden, wie der Chronik zu entnehmen ist. Ruile erinnert sich in der Festschrift an ein Gespräch mit Hubertus Graf von Roedern und anderen Freunden und Bekannten, wie man von der Idee des Amerikaners Melvin Jones angetan war. Jones hatte vor 100 Jahren in den Vereinigten Staaten den Lions Club gegründet und unter das Motto „We serve (wir dienen)“ gestellt – ein Motto, das sich auch der Landsberger Club zu eigen machte.

In seiner Rede bei der Feier nannte Präsident Kösslinger eine Kernzahl, die das Tun dieser ehrenamtlich Engagierten in der Region verdeutlicht: 1,6 Millionen Euro seien in den vergangenen 50 Jahren gesammelt und bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt worden. Auch die „Kartei der Not“, das Leserhilfswerk der Augsburger Allgemeinen, dessen Geschäftsführer Arnd Hansen bei der Feier zu Gast war, erhält immer wieder Spenden des Lions Club Landsberg oder der von der Landsberger Organisation verwalteten Brodmerkel-Stiftung.

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Ein Film von Rudolf Gilk zeigt viele Projekte

Eine konkrete Vorstellung von diesem Tun bekamen die Gäste durch den Film von Mitglied Rudolf Gilk: Der Lions Club helfe dort, wo der Staat nicht helfen könne, hieß es zu Beginn, bevor zuerst internationale und dann Projekte vor Ort vorgestellt wurden. Bekannte Aktionen des Lions Club Landsberg sind Benefizkonzerte, beispielsweise das Musikkorps der Bundeswehr und der Bigband der Bundeswehr, oder das Adventspreisausschreiben, das heuer 10000 Euro einbrachte, wie dem Film zu entnehmen war. Kinder mit Behinderungen und sozial benachteiligte Kinder werden jedes Jahr zum Nikolaus-Kino eingeladen und der Lions Club Landsberg betreut das Pandurenlager beim Ruethenfest.

Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernehmen

Distrikt Governor Dirk M. Raeder ging auf den gesellschaftlichen Hintergrund der Lions-Gründung vor 100 Jahren in Amerika und die Differenz zu Deutschland ein, wo bereits eine Bismarksche Sozialgesetzgebung verankert war. Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernehmen, das war laut Raeder eine Triebfeder für dieses soziale Engagement. Ein Engagement, das sicherlich auch zur persönlichen Zufriedenheit führe, was auch eine Triebfeder des Handelns sei. Raeder zitierte den amerikanischen Wissenschaftler Martin Seligmann und dessen „Positive Psychologie“, der zum „wahrhaften Wohlempfinden“ fünf Säulen formuliert hat, zu denen unter anderem ein der Welt optimistisches Gegenübertreten, Engagement und Einsatz, sowie soziale Beziehungen zählen.

Raeder ging auch kurz auf die Geschichte der Organisation in Deutschland ein, wo 1951 der erste Lions Club entstand. „Mit der Gründung 1967 in Landsberg sind Sie fast noch Pioniere gewesen“, so Raeder, der auch die Altersstruktur der Landsberger lobte, die mit Mitgliedern Anfang und Mitte 50 im Verhältnis junge Personen mit Führungseigenschaften in ihren Reihen hätten. Mit einem launigen Gedicht über die Lions-Arbeit verabschiedete er sich vom Rednerpult.

„Wir sind auf Menschen wie Sie angewiesen“

„Da zu sein für den Nächsten“ – dies verkörpert für Landrat Thomas Eichinger das Engagement des Lions Club Landsberg. Und er hält es für notwendig, dass das Bewusstsein für die Verantwortung für die Umwelt weitergetragen wird in die nächste Generation. „’We serve’ sollte für alle von uns gelten.“ Er hob die Arbeit des Lions Club mit Behinderten hervor und ging auf Inklusion ein, die Menschen mit Behinderung die Freiheit gebe, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. „Wir sind auf Menschen wie Sie angewiesen.“

Wie Lions-Arbeit funktioniert, bekamen die Gäste gleich live präsentiert: Symbolisch wurde auf der Bühne noch einmal ein gemeinsam mit der Sparkassenstiftung finanziertes Auto (LT berichtete) an die Landsberger Tafel übergeben.

Tanz und Klaviermusik als kulturelle Einlagen

Kultur zu fördern zählt auch zu den Lions-Zielen. Und so fanden sich zwei Tanzeinlagen der Ballettschule Beatrix Klein und Klaviermusik von Schumann, dargeboten von Markus Philipper, im Programm des Abends im Landsberger Stadttheater.

Und bevor Kösslinger ans Buffet lud, wies er noch auf die nächste Veranstaltung hin: Im Olympiakino in Landsberg wird am 18. März ab 18 Uhr der Film „Joy in Iran“, der den Künstlern „Clowns ohne Grenzen“ folgt, gezeigt: Der Eintritt ist frei – Spenden natürlich erbeten.

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