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Penzing

20.06.2020

Selbstversorgung im Landsberger Schrebergarten

Edith und Herbert Feyrer bauen in ihrem Kleingarten nicht nur die bekannten Obst- und Gemüsesorten an. Zwischen den Beeten findet sich auch ein „Gartenzwerg“ und ein Teich.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Seit über 40 Jahren pflegen Edith und Herbert Feyrer ihren Kleingarten in Landsberg. Nicht nur altbekanntes Gemüse wird dort angebaut.

Es blüht im ganzen Landkreis Landsberg. Denn hier scheint es besonders viele begabte Hobbygärtner zu geben. Egal ob in den idyllischen Hinterhöfen, Terrassen oder Balkonen von Landsberg oder in den eleganten Gartenanlagen am Ammersee oder den so typischen bayerischen Bauerngärten. Es sind kleine Paradiese, die man so entdecken kann. Gestartet waren wir mit unserer neuen Serie „Pflanzenpracht im Landkreis“ in einem kleinen Garten in Landsberg. Heute bleiben wir in Landsberg. Gerne können Sie sich bei uns bewerben, wenn Sie selbst oder Ihre Nachbarn einen besonders schönen Garten haben. Schicken Sie uns eine E-Mail an redaktion@landsberger-tagblatt.de. Und es gibt auch was zu gewinnen: Drei der schönsten Gärten erhalten einen Preis, den Gärtnereien aus dem Landkreis spendieren. Die Gärtnereien Scherdi Hofstetten, Geier Weil und Dumbsky Hechenwang sind dabei.

Eigentlich verdanken es Edith und Herbert Feyrer ihren Töchtern, dass sie sich in ihrem Kleingarten in der Pössinger Straße in Landsberg ein kleines Paradies schaffen konnten. Die wünschten sich nämlich, in einem Garten Hausaufgaben machen zu können – und so pachteten die Feyrers 1979 die 150 Quadratmeter.

Geht man durch das Tor, fällt der erste Blick auf die Gemüsebeete links und rechts vom Weg. Dort strecken Gurken- und Zucchinipflanzen ihre ersten Blüten in die Sonne, Bohnenpflanzen ranken sich an Stäben nach oben und Salatköpfe warten auf ihre Ernte.

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Die größte Fläche im Gemüsebeet nehmen die verschiedenen Kartoffelsorten ein, die das Ehepaar Feyrer anbaut. Sorten wie „Sieglinde“ und eine französische mit rötlicher Schale werden im Spätsommer geerntet, und am liebsten zu Kartoffelsalat verarbeitet. Aber auch exotischeres Gemüse findet man dank Edith Feyrer in diesem kleinen Idyll. „Manchmal brauch’ ich einfach was Neues“, meint die 74-Jährige schmunzelnd. Sie zeigt auf eine Zitronengurke, die aussieht wie die namensgebende Zitrusfrucht, allerdings wirklich eine Gurke ist und leicht süßlich-frisch schmecken soll.

Im Gewächshaus wachsen Tomaten

An eines der Beete schließt ein kleines Gewächshaus für Tomaten an, während hinter dem anderen ein Teich liegt, der neben Kaulquappen auch Koikarpfen, Goldfische und einen Schleierschwanz beheimatet. „Den Teich nutzen auch die benachbarten Bienen als Wasserquelle“, sagt Herbert Feyrer. Von den Hobbyimkern des Nachbargartens bekommt das Paar häufig ein Glas Honig – so hilft man sich aus in der Gemeinschaft der Kleingärtner. Auch die pink blühende Weigelie in Feyrers Garten stammt von einem Nachbarn, erzählt der 78-Jährige. „Nur einen abgeschnittenen Ast habe ich damals eingepflanzt.“ Inzwischen ist es ein mannshoher Strauch, der mit als Sichtschutz für das Gartenhäuschen dient. Dieses hat Herbert Feyrer renoviert, auch ein Gasgrill wurde angeschlossen.

Selbstversorgung im Landsberger Schrebergarten
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Die Gärten der LT-Gartenserie
Bild: diverse

„Mein Mann ist für das Handwerkliche zuständig, und ich für die Blumen“, beschreibt Edith Feyrer die Arbeitsaufteilung. Zwischen den von ihrem Mann angelegten Beeten finden sich immer wieder von Edith Feyrer gepflanzte Farbtupfen. Wobei zwischen Geranien, Mehlsalbei und Petunien auch eine Melonenbirne zu finden ist. Diese kommt aus den Anden, trägt kleine, melonenförmige Früchte in Gelb mit lila Streifen, und soll ihrem Namen auch im Geschmack alle Ehre machen.

Klematis und Weinreben bilden ein Sonnendach

Umrankt wird die Hütte von Klematis und Weinreben. Diese klettern an Seilen, die am Dach befestigt sind, weiter und bilden ein Sonnendach für die Sitzgelegenheit nebenan. Früher saß das Paar dort oft bis spät abends mit anderen Kleingärtnern zusammen. „Wir waren immer die Letzten, die gegangen sind“, erzählt Edith Feyrer. „Jetzt, im Alter, geht es aber etwas ruhiger zu.“ Das Ehepaar lädt gerne seine Kinder zum Grillen und Kochen ein. Dann gibt es auch den katalanischen Salat, einen bunten Mix aus verschiedenen Zutaten wie Sardinen, Käse, Salami oder Spargel und natürlich Salat aus eigenem Anbau.

Im Schrebergarten des Ehepaars Feyrer an der Pössinger Straße steht diese Gartenfigur.
Bild: Thorsten Jordan

Macht so ein Garten nicht viel Arbeit? „Für uns ist es Spaß, keine Arbeit. Manchmal sitzt man einfach da und schaut zu, wie’s wächst“, sagt Herbert Feyrer. Im Sommer kaufen die beiden weder Obst noch Gemüse. Was der Kleingarten hergibt, reicht ihnen. „Das schmeckt einfach anders. Ich weiß, was dran ist und wo es her kommt“, erzählt Edith Feyrer.

Ihr Garten bedeutet für sie vor allem ein Stück Lebensqualität, die Bewegung an der frischen Luft ist ihnen wichtig. Das Paar will sich, solange es geht, selbst um seinen Garten kümmern. Ist das nicht mehr möglich, geben sie ihn ab. So lange genießen die beiden aber die Ruhe, die blühende Natur und natürlich selbstangebautes Gemüse. „Hausaufgaben wurden hier übrigens dann nie gemacht“, sagt Edith Feyrer lachend. „Aber es war trotzdem eine gute Entscheidung.“

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