Konzert

29.03.2018

Seltene Kombination

Gitarristin Radmila Besic und Dietrich Cramer an der Bratsche.
Bild: Löbhard

Bratsche und Gitarre im Duett

Heuer werden es 25 Jahre, dass das Oswald Malura Museum in Oberdießen nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erstmals öffnete. Seit 15 Jahren leiten Elke und Andrew Malura das Haus. Im vergangenen Jahr konnte der Freundeskreis Malura Museum sein zehnjähriges Bestehen feiern.

Neben dem umfangreichen Werk des Malers Oswald Malura bot das Museum Platz für Sonderschauen mit Arbeiten bekannter Künstler. Weiter werden Musikfreunde mehrmals im Jahr zu Konzerten im großen Saal der Galerie eingeladen. Auftakt zur diesjährigen Konzert- und auch Jubiläumssaison war eine Sonntagsmatinee mit einer seltenen Instrumentenkombination: Radmila Besic ist klassische Gitarristin, Dietrich Cramer musiziert auf einer fast 450 Jahre alten Bratsche, gebaut von Gasparo da Salò, dem Begründer der Geigenbauschule in Brescia. Stücke für ein Duo Gitarre/Bratsche seien in der Musikliteratur kaum zu finden, erzählte die Gitarristin. Entsprechend bekomme das Publikum fast nur Bearbeitungen zu hören.

Eine Komposition sei ein Originalwerk, bei dem zu hören sei, dass der französische Komponist Gitarrist war. „Er hat sehr viele Raffinessen und technische Spielereien für die Gitarre eingebaut“, erläuterte Radmila Besic, und Dietrich Cramer meinte schmunzelnd „ich versuche da mit meinem Instrument einfach nicht zu stören“. Der musikalische Vormittag aber begann mit zarten Liebesliedern. Aus dem Venedig der Romantik stammte die musikalische Beschreibung von „La Biondina in gondoletta“, im reizenden Dreivierteltakt und viel Dynamik von fast flüsternd bis zu kräftiger Freude. Es folgten „Salut d’amour“ von Edward Elgar und nach der Originalkomposition, Eric Saties „Je te veux“. Die Gitarre ersetzte dabei das Klavier, die Bratsche sang. Mit Piazzollas hinreißendem „Libertango“ wurden die Zuhörer in die Pause entlassen. Danach durfte erst mal gestaunt werden, über eine elfsaitige Manjon-Gitarre und eine Viola d’amore, die ebenfalls mehr als nur die üblichen vier Saiten aufweisen kann und deshalb stets schnell verstimmt, wie Cramer meinte. Die beiden Instrumente kamen bei einem im Original für Harfe und Viola geschriebenen, melancholischen Stück sowie bei einem Satz aus einem von Vivaldi für Viola d’amore und Streichensemble komponierten Werk zum Einsatz.

Danach griffen die Musiker zu ihren gewohnten Instrumenten, boten aber erneut eine Bearbeitung. Franz Schubert hatte eine Sonate für Arpeggione und Klavier komponiert. Der Arpeggione ist eine Mischung aus Gitarre und Violoncello. Entsprechend wird er in der Regel durch Viola ersetzt. Das sei mit Kompromissen verbunden, erklärte Cramer, weil die Bratsche dafür eigentlich zu hoch gestimmt sei. Es erklang wunderbare Wiener Klassik, von heiterem Rhythmus, mit zartem Flageolett und schmelzenden Akkorden. (löbh)

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