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Riederau

03.11.2016

Sie fühlt sich wie ein Fisch im Wasser

Sofie Kiemer ist eine der Kulturförderpreisträger 2016 des Landkreises Landsberg.
Bild: Charly Kiemer

Sofie Kiemer (Violine) schwört auf die russische Musikausbildung.

„Musik ist, seit ich denken kann, ein bereichernder Teil meines Lebens. Beim Musik machen kann ich kreativen Ausdruck und eine Art Freiheit ausleben.“ Für Sofia Kiemer war der Weg bis zum Musikstudium, das sie vor ein paar Wochen begonnen hat und das möglichst in einer Orchesterstelle enden soll, quasi vorgezeichnet. Die junge Frau aus Riederau wird für diese Einstellung, für diese Liebe zur Musik mit dem Kulturförderpreis 2016 des Landkreises Landsberg am Lech ausgezeichnet.

„Gesungen hab ich schon immer, auch mit den Großeltern schon“, erzählt Sofia. Die Violine, ihr Hauptinstrument, wurde relativ spät, im Alter von acht Jahren, zu einem wichtigen Part ihres jungen Lebens. „Auf einem Musikfestival hab’ ich eine junge Geigerin erlebt, die ganz virtuos gespielt hat.“ Da sei der Wunsch gereift, Violine zu lernen, auch „weil mich die Klangfarbe unglaublich anspricht“. Überhaupt habe sie zu Streichinstrumenten eine höhere Affinität als zu anderen Instrumentengruppen. Für Geigen gebe es zudem viel Literatur und daher noch „ viele Werke zu entdecken“. Violinunterricht bei Birgit Abe musste also sein, mit täglich etwa 30 Minuten Übezeit zwischen Schulbesuch und Hausaufgaben. Irgendwann kam auch Klavierunterricht, zunächst bei Franz Günthner, später bei Christian Friese dazu. Die Geige aber drängte sich mehr und mehr in den Vordergrund, die Übezeiten wurden länger, ohne nervig zu sein, wie Sofia betont. „Es wird einfach so lange geübt, bis ein Stück beziehungsweise eine Passage aus einem Stück sitzt.“ Einen größeren Leistungssprung machte die junge Musikerin dann durch einen Lehrerwechsel. „Dass ich in Mannheim Unterricht nehmen konnte bei dem russischen Geigenprofessor Valery Gradov, war das größte Glück, das mir passieren konnte.“ Diese russische Schule sei bis jetzt das größte und nachhaltigste Geschenk in ihrem Leben gewesen, sagt Sofia und ist sich sicher, dass sie ohne die drei Jahre bei Valery Gradov die Aufnahmeprüfung für ihr Studium nicht geschafft hätte. „Er hat mir auch einen interessanten Aspekt zum Thema Üben erklärt.“ Sinngemäß habe Gradov gesagt, er sitze ja nur hier, um ultimative Ergänzungen zu ihrem Geigenspiel zu liefern. „Der wichtigste Lehrer sei ich mir selbst.“

Seit Kurzem studiert Sofia Kiemer Musik in Basel mit Hauptfach Violine plus Nebenfach Klavier. „Nach vielen Zweifeln bin ich absolut überzeugt, das Richtige am richtigen Ort zu machen.“ Sie fühle sich „wie ein Fisch im Wasser“. Die Hochschule sei zwar klein, es gebe aber keinen Wettstreit um Überäume und so spiele sie täglich oft bis zu sieben Stunden, ohne das Gefühl zu haben, „dass es mich auslaugen würde.“ Früher am Gymnasium ein Exot und eher belächelt, wenn sie sich in der Mittagspause ihrem Instrument widmete, sei Üben und gegenseitige Motivation jetzt das Selbstverständlichste.

Sie fühlt sich wie ein Fisch im Wasser

Und das neue Nebenfach Klavier sieht Sofia somit ganz entspannt.

Gefeiert wird die Übergabe der Kulturförderpreise am Samstag, 19. November, ab 19.30 Uhr im Stadttheater Landsberg. Die Moderation übernimmt Kulturbürgermeister Axel Flörke.

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