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29.09.2010

Sie macht aus einer großen Transall 50 Zentimeter kleine Aluminiumteile

Sie macht aus einer großen Transall 50 Zentimeter kleine Aluminiumteile
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Auf dem Gelände des Fliegerhorstes Penzing ging es dieser Transall an den Kragen. Die Rohstoffverwertung Gröger in Günzburg hatte den Auftrag bekommen, 16 Transportflugzeuge der Bundeswehr zu verschrotten. Zusammen mit dem Subunternehmer Prünstner aus Ichenhausen wurde die erste Maschine zerkleinert.

Günzburg/Penzing Bei der Rohstoffverwertung Gröger in Günzburg nimmt man den Begriff Abrüstung wörtlich. Vor gut einer Woche hat das Unternehmen zusammen mit der Firma Prünstner aus Ichenhausen in Penzing die erste Transall bundesweit verschrottet. Am vergangenen Wochenende kam dort das zweite der in die Jahre gekommenen Transportflugzeuge der Bundeswehr dran. Bis Ende 2012 sollen weitere 14 Maschinen folgen. "Es ist schon verrückt: Da kostet ein Flugzeug viele Millionen Euro. Und am Ende bleiben nur ein paar Hundert Euro über, die wir trotz bester Vermarktung für die Verwertung des Aluminiums erzielen", sagt Firmengründer und Geschäftsführer Erwin Gröger. Den Auftrag bekommen hat die Firma Gröger von der Vebeg, das Verwertungsunternehmen des Bundes. Mit dem arbeiten die Günzburger nach Auskunft Grögers schon seit gut 15 Jahren zusammen. "Der Rahmenvertrag, der sämtliche Bundeswehr-Standorte in Süddeutschland umfasst, läuft meist zwei Jahre und wird dann neu ausgeschrieben", so der Geschäftsführer. Das bedeutet: Wo immer in Süddeutschland etwas zu verschrotten ist, kommt meist die Rohstoffverwertung Gröger in Günzburg zum Zuge.

Vor diesem Hintergrund war es für das Unternehmen dennoch eine kleine Sensation, als sie bei einer Sonderausschreibung den Zuschlag für die Verschrottung der insgesamt 16 Transall erhielt. "Wir haben auch schon Panzer, Bell-Hubschrauber und Tornados zerlegt", berichtet Erwin Gröger.

Die Aktion fand auf abgesperrtem Militärgelände in Penzing statt, für das die Standortverwaltung Landsberg zuständig ist. Bevor Subunternehmer Prünstner dort mit seinen Baggern anrücken konnte, mussten 20 Bundeswehr-Angehörige die Maschine komplett entkernen sowie Kabel und Isoliermaterial entfernen. Der Trupp ist spezialisiert auf die Gewinnung von Ersatzteilen. "Die Transall muss uns schadstofffrei zur Verfügung gestellt werden", so der 66-Jährige.

Vom Koloss mit 29 Tonnen bleibt auf diese Weise eine leere, 20 Tonnen schwere Hülle aus Aluminium übrig. Dabei wiegt der Rest-Rumpf etwa 15 Tonnen. Hinzu kommen ein Teil des Fahrwerks sowie die beiden Flügel, die jeweils zwei Tonnen schwer sind. Das alles zerlegten die Bagger in bis zu sechs Meter große Einzelteile. Diese wurden dann mit fünf Lastwagen-Zügen nach Günzburg transportiert. Auf dem Firmengelände von Gröger am Bahnhof wanderten die Flugzeugteile in eine Pressschere, die daraus bis zu 50 Zentimeter kleine Aluminiumstücke machte. So kann das Aluminium als Rohstoff weiter veräußert werden. "Das Gewicht steht bei diesem Auftrag nicht im Verhältnis zum Transportvolumen, da die Teile sehr sperrig sind. Die Tonnage einer solchen Maschine ist nicht so groß", sagt Gröger.

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Abgesperrter Sicherheitsbereich

Die schnelle und saubere Abwicklung hat für die Bundeswehr bei diesem Auftrag oberste Priorität. Die Mitarbeiter von Gröger und dessen Subunternehmer mussten in einem abgesperrten, militärischen Sicherheitsbereich arbeiten, was gewisse Genehmigungen und Vertrauen erforderte.

Die Bundeswehr will die restlichen 14 Transall-Transportflugzeuge, die teilweise aus den 1960er Jahren stammen, nach und nach stilllegen. Ein Grund: Es gibt keine Ersatzteile mehr. Sie sollen durch moderne A 400 M-Transportmaschinen ersetzt werden.

Gröger kann das nachvollziehen: Sein Neffe Stefan Schipke fliegt selber Transall. "Wenn der nach Südafrika fliegt, muss er viermal wegen Reparaturen oder zum Zwischentanken stoppen", erzählt sein Onkel.

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