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Landsberg

04.09.2018

Sie malt fast komplett ohne Pinsel

Die Malerin Gabriele Lockstaedt aus Pitzling ist für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Malerin Gabriele Lockstaedt ist für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert. Wie die Künstlerin das Thema Landschaften für sich entdeckt hat.

Was wäre, wenn...Gabriele Lockstaedt nicht Wohnhaus und Atelier in München aufgegeben und sich in Pitzling angesiedelt hätte? Wenn sie nicht in Schongau aufgewachsen und also von jeher eine Lechstädterin und Flussbewohnerin wäre? Und was, wenn sie nicht vor Kurzem schwer erkrankt wäre? Wäre ihre Malerei eine andere? „Mag sein“, sagt die Künstlerin, doch wichtig ist für sie aber das Malen selbst. Deshalb hält sie auch nichts davon, sich zu schonen. Nur einige Ausstellungen, unter anderem in der Amsterdam Whitney Gallery in New York, hat sie abgesagt. Sich in der künstlerischen Arbeit einzuschränken, ist dagegen „undenkbar!“. Jetzt ist sie für den Ellinor Holland Kunstpreis 2018 des Landsberger Tagblatts nominiert, der am Samstag, 15. September, ab 19 Uhr im Stadttheater verliehen wird.

Die Vernissage der neuen Ausstellung ist schon vor der Kunstnacht

Die Vernissage ihrer Ausstellung im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee ist bereits am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr. Die Ausstellung läuft über die Kunstnacht hinaus bis Sonntag, 7. Oktober.

Ihre großen Formate wählt die 60-Jährige, „wenn der Bildinhalt es eben erfordert“ und ihre Technik - schweißtreibendes Hand-Werken im schichtenweisen Auf- und Abtragen ungelöster, in Acryl auf die Leinwand gebrachter Farbpigmente - ist ihre Art, sich zu artikulieren. Doch schlägt Gabriele Lockstaedt dabei stets neue Töne an, Farb-Töne, um den Vergleich zurück ins Metier der Malerei zu wenden.

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Wer die Arbeit der Künstlerin verfolgt und sich vor zwei Jahren vielleicht über die Hereinnahme von Motiven aus Flusslandschaften gewundert hat, dem werden jetzt im Altstadtsaal „die Augen übergehen“ - von all dem Grün auf ihren Leinwänden. „Grün“, kommentiert sie selbst, „das macht man doch eigentlich gar nicht“, und: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Landschaften male.“ Tja, wäre da, neben dem Fluss, nicht eben auch der Wald, durch den die „Neu-Pitzlingerin“ mit ihrem Hund Greeny täglich streift...und in dem nicht nur sie, die Spaziergängerin, sondern der umgekehrt auch in ihr, der Künstlerin, nun angekommen ist.

Die täglichen Streifzüge mit ihrem Hund inspirieren sie

„Die Natur ist der bessere Baumeister“, erkennt Lockstaedt neidlos an und verleiht diesem Respekt besonderen Ausdruck: Auf die Gemälde ihres „Grünen Zyklus“ hat sie nicht einen einzigen Pinselstrich gesetzt. Statt in „klassischer Malweise“ und unterbewusst planerischem Ansatz entstanden sie in Arbeitsprozessen, die Zufällen unterworfen sind. Geschüttet, geschichtet, abgeklebt, gebürstet, geschliffen, gewaschen...in dieser Weise wie das Motiv selbst mehr gewachsen als konstruiert schaffen sie - ausgerechnet und gerade - im Abstrakten die Illusion von Landschaft.

Doch so wenig es die „unberührte“ Natur noch gibt, so wenig liegt es in Lockstaedts Absicht, sie in „schönen Bildern“ zu beschwören. „In jeder Schönheit liegt immer auch ein kleiner Tod“, sagt sie, „nur so können wir sie überhaupt erkennen.“

Für die Kunstpreisgala gibt es noch Karten

Also fügt sie, oft zeichnerisch, ihren Bildern ein, was der Mensch der Natur zufügt: Autowracks, Befestigungsanlagen, Baukörper - Chiffren für hemmungslose Besitznahme, zugleich aber auch maßlose Selbstüberschätzung. „Nature-Crash“ lautet der Titel der Ausstellung, unter dem die diesjährige Nominierte für den Ellinor Holland Kunstpreis ihre neuesten Arbeiten im Altstadtsaal der VR-Bank präsentieren wird. „Ich werde versuchen, der Natur einen Weg in den Ausstellungsraum zu bahnen“, verrät die Künstlerin.

Kunstnacht Die nominierten Künstler werden in Porträts im Landsberger Tagblatt vorgestellt. Zudem erscheint am Dienstag eine Beilage im LT, die alle Künstler des Ellinor Holland Kunstpreises vorstellt und einen Überblick über Künstler der Kunstnacht gibt. Karten für die Ellinor-Holland-Kunstpreisgala gibt es im Stadttheater im Theaterbüro und im Reisebüro Vivell (Ticketservice des LT: 08191/917412).

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