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Landsberg

03.01.2020

Sie sind mit dem Stern unterwegs und bringen den Segen 

Im Landkreis sind jetzt viele Sternsinger auf den Straßen (von links):  Marlena Wohlfahrt (10), Max Klinger (9), Justina Mathees (10), Jana Klinger (10) von der Pfarrei Zu den Heiligen Engeln.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Marlena, Justina, Jana und Max gehen als Sternsinger. Das Landsberger Tagblatt hat die Kinder begleitet. Welche Erfahrungen die vier bereits als Heilige Drei Könige gemacht haben.

„Wir bringen den Segen [...] auf all unsern Wegen führt uns ein heller Stern.“ Gekleidet in Umhänge, mit Kronen auf dem Kopf und das Weihrauchfass schwenkend, ziehen ein Bub und drei Mädchen durch die Landsberger Gartenstraße. Sie sind als Sternsinger unterwegs, und das LT hat die Kinder ein Stück weit begleitet.

Zehn Jahre alt sind Marlena Wohlfahrt, Justina Matthees und Jana Klinger und gewissermaßen alte Hasen als Sternsinger: Justina und Marlena sind zum fünften Mal dabei, Jana zum dritten Mal. Nur für den neunjährigen Max Klinger ist es heuer eine Premiere.

Die Geschwister sind das große Vorbild

Warum will man als Kind Sternsinger werden? Klare Ansage von den Vieren: weil es bereits die älteren Geschwister machen und weil es Spaß macht. Und auch die Freundinnen machen mit. Das bestätigt auch Justinas Mutter Anita Matthees, die mit der Gruppe unterwegs ist. Ein Begleiter ist immer dabei. In den Schulen, im Freundeskreis, da entstehe der Wunsch, als Sternsinger zu gehen, sagt Anita Matthees. Gibt es auch mal Klassenkameraden, die einen deswegen ärgern? „Manchmal sagt jemand, dass wir komische Kleidung anhaben“, erzählt Marlena. „Aber viele finden es gut, was wir machen.“

Sie sind mit dem Stern unterwegs und bringen den Segen 

Und was machen die Sternsinger eigentlich? Sie werden von ihrer Pfarrei Zu den Heiligen Engeln ausgesandt, um Spendengelder zu sammeln. Jedes Jahr steht die Aktion des Sternsinger-Hilfswerks unter einem anderen Motto, diesmal lautet sie Frieden im Libanon und Frieden in der Welt. Die Sternsinger knüpfen an die biblische Überlieferung an, dass drei Weise, die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, dem Stern von Bethlehem folgten, zum Jesuskind an die Krippe kamen und dort ihre Gaben darbrachten: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Wie man im Leben handeln sollte

Die Segensbitte Christus Mansionem Benedicat (C+M+B – Christus segne dieses Haus) wird samt Jahreszahl über jede Haustür geschrieben. In kindgerechten Worten hat Diakon Thomas Grünwald die Kinder bei der Aussendung in Heilig-Engel auf ihre Aufgabe vorbereitet und ihnen eine zentrale Handlungsweise mitgegeben, die dem Frieden dient: „Behandle andere so, wie du auch selbst behandelt werden willst.“

Christus Mansionem Benedictat - Christus segne dieses Haus und die neue Jahreszahl werden von den Sternsingern, beziehungsweise den Begleitern an oder über die Tür geschrieben.
Bild: Thorsten Jordan

„Wir ziehen heut’ von Haus zu Haus und rufen Gottes Botschaft aus.“ Wer fünf Jahre als Sternsinger unterwegs ist, kennt Texte und Melodien. In der Gartenstraße werden die Kinder schon erwartet, eine Dame öffnet die Tür, lächelt, schiebt einen Schein in die Box, überreicht Süßigkeiten. Und so geht es weiter. Manchmal bleibt ein Haus geschlossen, da niemand daheim ist. „Ihr seid schon da?“ – Ilse Schindele hat die Sternsinger zwar erwartet, aber noch nicht so früh. Sie bittet die Kinder herein, und diese singen ihr Lied vor dem Christbaum.

Drinnen kann es im Umhang ganz schön warm werden

Draußen oder drinnen singen, was ist besser? „Drinnen kanns manchmal ganz schön heiß werden“, sagt Justina. Im vergangenen Jahr, als sie bei Schneesturm unterwegs waren, sei es schön gewesen, hereingebeten zu werden, erzählt Anita Matthees. Sie ist ausgerüstet mit einer größeren Tasche, in der die Süßigkeiten für die Kinder landen. Wer ist eigentlich wer in der Gruppe – Caspar, Melchior und Balthasar sowie der Sternträger? „Es wird durchgewechselt“, sagt Matthees. Und mit schwarz angemaltem Gesicht läuft diesmal auch keins der Kinder. „Wir haben das drei Jahre lang gemacht“, erzählt die Begleiterin, aber dann habe keiner mehr gewollt. Mitmachen dürfe bei der Sternsingeraktion übrigens jedes Kind.

Viele Kinder und Jugendliche wollen mitmachen

130 Kinder und Jugendliche sind diesmal an verschiedenen Tagen für die Pfarrei Zu den Heiligen Engeln unterwegs. Die Kostüme gehören der Pfarrei, erzählt Bernd Müller, der die Sternsingeraktion ehrenamtlich für die Pfarrei organisiert. Über einen Mangel an interessierten Kindern kann er sich nicht beklagen. „Früher hatten wir um die 100 Kinder.“ Seine Erklärung für den Zuwachs: „Weil es Spaß macht.“ Und so wirken auch die vier, wie sie so von Haus zu Haus ziehen, ihre Sprüche aufsagen und mit klarer Stimme die Lieder anstimmen. Gibt es auch unangenehme Leute? „Wir haben mal an einem Haus geklingelt und da hat jemand einfach die Tür zugeknallt. Da fühlt man sich doof, man will ja eigentlich nur Freude bringen“, sagt Marlena. „Die Leute könnten ja auch freundlich sagen, ’wir wollen es nicht’“, sagt Justina.

Die einen wünschen es mit, die anderen ohne Weihrauch

Mit oder ohne Weihrauch, das sagten die Leute schon. Die großen Wohnblöcke mögen die Mädchen nicht so gern, „da sind oft keine Leute da“, sagt Justina. Und es kann schon mal passieren, dass jemand in T-Shirt und Unterhose die Türe aufmacht. Aber zumeist freuen sich die Menschen. „In einem Garten durften wir sogar den Teich mit den Fischen anschauen“, erzählen die Mädchen. Einmal habe jemand mit Kreditkarte zahlen wollen. Die Kinder haben auch erlebt, dass ein Autofahrer mit Daumen nach oben seine Zustimmung ausdrückte. Ihm wurde vorgesungen und der Segensaufkleber am Auto angebracht. In dem Fall bedeutete das C+M+B dann wohl „Caspar, Melchior, Balthasar“ – eine andere Interpretation.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Die Sternsinger schenken Freude

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