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Tagung

20.02.2017

Sie wollen Kindern in Flüchtlingslagern helfen

Wolfgang Hauck (Zweiter von rechts) und seine Mitstreiter beim Kulturprojekt „Social Circus“ vor Bildern, die derzeit im Landratsamt zu sehen sind.
Bild: löbh

Vertreter verschiedener internationaler Projekte trafen sich in Landsberg, um ihre Erfahrungen zu bündeln

„Wir wollen unsere Aktivitäten zusammenbringen und ein gemeinsames Paket schnüren, um damit Gelder generieren zu können für größere Projekte.“ Das ist, wie Wolfgang Hauck („Die Stelzer“) im Sitzungssaal des Landratsamtes sagte, einer der Gründe für das erstmalige Treffen von Kulturschaffenden, die zum Teil schon seit Jahren unter dem Aspekt „Social Circus“ Projekte mit Kindern in Flüchtlingslagern des Nahen Ostens machen. Jeder Euro, der jetzt dafür ausgegeben werde, spare später viele Euros, die Behandlungen traumatisierter Jugendlicher kosten würden.

Bei der Tagung gehe es vor allem darum, Erfahrungen zu bündeln in einer Form, wie sie für viele zugänglich gemacht werden können – Hilfe zur Selbsthilfe also. Wie bunt die Gruppen sind, die alle das gleiche Ziel verfolgen, nämlich Kindern und Jugendlichen in Lagern mit Zirkuskunst ein Stück Freude am Leben zurückzugeben und damit gleichzeitig wertvolle soziale Arbeit leisten, zeigte sich zu Beginn des Vortragsabends. Tschechisch, Polnisch, Japanisch, Französisch, Türkisch, Dänisch, Bulgarisch: Ein wahrlich babylonisches Sprachengewirr tummelte sich in dem Saal.

Allen gemeinsam ist die Art des Arbeitens mit jungen Flüchtlingen: Lockeres Kennenlernen, gemeinsames Essen, Spiele, Erlernen von zirzensischen Darbietungen, die letztendlich in einen öffentlichen Auftritt münden. Wie diese soziale Arbeit in Verbindung mit Zirkustraining, dieser „Social Circus“, funktioniert, das zeigten die Filme. Wolfgang Hauck präsentierte Bilder aus dem Ende 2014 gestarteten Konzept „Cultural Relief Program“. In einem mittlerweile geschlossenen Flüchtlingslager in der Türkei, nahe der syrischen Grenze, konnten Kinder nicht nur Stelzen laufen lernen. Sie bastelten ihre Masken auch selbst, besuchten zum ersten Mal in ihrem Leben ein Museum, lernten neue Speisen kennen. Vor allem aber hatten sie Freude.

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Um Organisationen zu unterstützen, die ebenfalls solche Ziele verfolgen, wurde 2015 „The Circus Effect“ gegründet. Das ist, wie Pinar Demiral erläuterte, ein Tool, in dem von Initiativen umsetzbare Ideen gebündelt werden. Dafür leben „Joymaker“ vor Ort, die den „Social Circus“ fortführen und damit Freude in das triste Leben von Flüchtlingskindern in Camps bringen.

Für die französische Initiative „Nomadways“ ist „Social Circus“ eines der Tools, das in Lagern in der südlichen Türkei genutzt wird. Coaches aus der ganzen Welt arbeiten dabei zusammen, wie Anne Merlin berichtete. Zirkus sei Unterhaltung, sagte David Manson von zwei Initiativen in Afghanistan, „Social Circus“ aber wolle vor allem Hoffnung bringen. Die Kinder sollen aus sich rausgehen können in Harmonie, der magische Zirkus bedeute Freude. In den vergangenen 15 Jahren seien mit den beiden Initiativen rund 3,7 Millionen Kinder und Jugendliche erreicht worden, so Manson. Deren Zukunft könne damit auf Hoffnung gebaut werden, nicht nur auf Medizin.

Begleitend zu der Internationalen Tagung „Social Circus – The Circus Effect“ kann noch bis einschließlich morgen eine Ausstellung im Foyer des Historischen Rathauses besucht werden. Dort sind Fotografien der Iranerin Nafise Motlaq sowie von Wolfgang Hauck und Leonard Mandl ausgestellt, die die Arbeit der Organisationen und die Freude der Kinder verdeutlichen. (löbh)

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