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Landsberg/Fuchstal

07.10.2019

Sie wollen grünes Licht für die Fuchstalbahn

Die Umweltinitiative Pfaffenwinkel will die Fuchstalbahn für den Personenverkehr reaktivieren. Am Sonntag warb der Verein in Landsberg dafür, unterstützt wird er unter anderem auch von den Landtagsabgeordneten Ludwig Hartmann und Gabriele Triebel und den Kabarettisten Helmut Schleich.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die Umweltinitiative Pfaffenwinkel will den Personenverkehr zwischen Landsberg und Schongau reaktivieren. Einige prominente Persönlichkeiten haben sie schon mit an Bord.

Stilllegung der Fuchstalbahn oder Reaktivierung? Seit Jahren setzen sich Initiativen entlang der Strecke zwischen Landsberg und Schongau für eine Wiederbelebung der Personenbeförderung ein. Demgegenüber stehen wie berichtet, Gerüchte über eine Stilllegung. Der Arbeitskreis Fuchstalbahn in der Umweltinitiative Pfaffenwinkel startete deshalb unter dem Titel „Grünes Licht für die Fuchstalbahn“ Aktionen, mit denen Information betrieben und für den Erhalt der Linie geworben wird. Im Bahnhof Landsberg erläuterten Vertreter der Umweltinitiative ihre Ziele.

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Die Region müsse sich einig sein

Bei dem Gespräch dabei waren Politiker und der aus Schongau gebürtige Kabarettist Helmut Schleich. Die Strecke sei jahrelang unterschätzt worden, erklärte Harald Baumann, Sprecher des Arbeitskreises Fuchstalbahn. Sie sei Lückenschluss und Verbindung von Schongau und Peiting mit München und Augsburg. Baumann sieht die Reaktivierung auch unter dem ethischen Aspekt „Schaffung von gleichen Lebensbedingungen für Menschen in ganz Bayern“. Jetzt müsse Überzeugungsarbeit geleistet werden, vorrangig dabei sei, dass sich die Region einig ist.

Für die Schaffung von (Schienen)Mobilität im ländlichen Raum sei politischer Mut gefordert, betonte Grünen-Landtagsabgeordneter Ludwig Hartmann. Die geforderten 1000 beförderten Personen pro Tag sind für Hartmann Verhinderungstaktik. Werde ein Mobilitätsangebot „Schiene“ geschaffen, dann werde dies auch verstärkt genutzt, da ist sich der Politiker sicher. Für die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel (Grüne) spielt auch der Klimaschutz eine große Rolle.

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Die Lage der Bahnhöfe könnte ein Problem sein

Andreas Hoehne vom neu gegründeten Bürgerforum „Buntes Fuchstal“ sieht derzeit wenig Interesse in der Bevölkerung an einer Reaktivierung der Fuchstalbahn „weil die Bahnhöfe entlang der Strecke ortsfern sind“. Außerdem sollte es, um die Geschwindigkeit einigermaßen hochzuhalten, möglichst wenig Haltestellen geben. Zusätzlich werde befürchtet, dass der Siedlungsdruck in den Orten entlang der Strecke steigt.

Das wiederum sieht der Weilheim-Schongauer Kreisrat Hans Schütz für die Kommunen eher positiv. Eine Reaktivierung der Fuchstalbahn, darin war sich die Gruppe einig, bringe beispielsweise große Entlastung für die Parkplätze am Bahnhof Kaufering. Und statt dort ein Parkhaus zu bauen, für das der Kreis zuständig wäre, „sollten die dafür notwendigen drei bis fünf Millionen Euro lieber in den ÖPNV gesteckt werden, betonte Triebel.

Laut Markus Hehl vom Bahnpark Augsburg ist die Eisenbahn-Infrastruktur seit dem Zweiten Weltkrieg eingedampft beziehungsweise kaputtgemacht worden. Ein Ausbau des Kauferinger und des Landsberger Bahnhofs sei deshalb nicht mehr möglich.

Investiert werde vor allem in Prestigeprojekte

„Wir haben ein gut funktionierendes Schienensystem“, betonte Helmut Schleich, „das sollte genutzt werden.“ Bei Meldungen heiße es zwar stets, dass investiert werde, aber das sei dann für Prestigeprojekte wie Stuttgart 21.

Draußen, an den Gleisen informierten ganztägig Mitglieder der Umweltinitiative über die Ziele und verteilten an verschiedene Politiker voradressierte Postkarten „Grünes Licht für die Fuchstalbahn“. Wer wollte, konnte damit seinen Willen für eine Reaktivierung kundtun.

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