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Eresing

25.11.2019

Sind die Eresinger Verkehrsprobleme bald Geschichte?

Das Thema Verkehr ist in Eresing seit Jahren ein Dauerbrenner. Jetzt wurden die Ergebnisse einer Studie vorgestellt. Sie beinhaltet konkrete Verkehrszahlen und mögliche Entlastungslösungen. Unser Foto zeigt die Hauptstraße.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Jetzt liegen Untersuchungen vor, wie Eresing vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr entlastet werden könnte. Allerdings hat die Sache noch ein paar Haken.

Der Verkehr in Eresing und eine Umfahrung für den Ort sind ständig schwelende Themen in der Gemeinde. In der Vergangenheit hat sich der Gemeinderat immer wieder mit dieser Problematik beschäftigt und um Lösungen gerungen. Jetzt liegen konkrete Ergebnisse einer Studie vor. Eine Lösung ist allerdings nicht so einfach.

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In der jüngsten Sitzung nun stellte Dr. Christoph Hessel vom Münchner Verkehrsplanungsbüro gevas humberg & partner die Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2011 vor. Diese nahm das Gremium einstimmig zur Kenntnis und beschloss weitere Untersuchungen sowie die Einstellung der entsprechenden Mittel in den Haushalt 2020. Der Arbeitskreis Verkehr und auch der Bauausschuss sollen in die Vorberatungen und Diskussionen eingebunden werden.

Viele sind in Richtung Bahnhof Geltendorf oder ins Gewerbegebiet unterwegs

Der zunehmende Verkehr, die wachsende Belastung der Ortsdurchfahrt Eresing, verursacht durch Pendler Richtung Bahnhof Geltendorf und das Gewerbegebiet an der Geltendorfer Straße, werden seit Jahren im Ort und in den politischen Gremien diskutiert. Eine Ortsumfahrung wird dabei immer wieder als mögliche Lösung ins Gespräch gebracht. Eine erste Verkehrsuntersuchung zu einer Umfahrung hatte es im Jahr 2011 gegeben. Im vergangenen Jahr diskutierte das Gremium mehrfach. Auch stellten die Verkehrsplaner von gevas eine aktualisierte Fassung des Gutachtens von 2011 vor.

Sind die Eresinger Verkehrsprobleme bald Geschichte?

In der Sitzung vom Dezember 2018 schließlich war die Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben worden. Mit genauen Vorgaben: So sollten Durchgangs- und Quell/Zielverkehr mit Extraausweisung des Lkw-Verkehrs ermittelt werden. Weiter gefordert war die Einbindung des Park-&-Ride-Platzes in Geltendorf – einmal mit, einmal ohne Erweiterung – sowie die Belastung der Ortsverbindung nach Windach über das Pflaumdorfer Moos bei gleichzeitiger Sperrung der Windacher Straße.

Im Jahr 2017 wurde der Verkehr gezählt

Ingenieur Hessel präsentierte zunächst die Auswertung der Ergebnisse von fünf im Jahr 2017 eingerichteten Zählstellen. An der Hauptstraße von der Einmündung der Kaspar-Ett-Straße bis zum nördlichen Ortsausgang seien mehr als 8000 Fahrten pro Tag gezählt worden. Dem Durchgangsverkehr waren 6900 Fahrzeuge zuzuordnen, 370 davon waren Lkw. Von den rund 1900 Fahrzeugen im Quell-/Zielverkehr fielen 190 auf Lkw. 70 bis 80 davon haben laut Hessel das Gewerbegebiet als Ziel. „Wir haben hier starke Zuzüge, der Druck wird noch höher werden“, so der Planer. Es sei deshalb von einer leichten Zunahme des Verkehrs auszugehen.

Bei einer Umgehung rechne er mit rund 9000 Bewegungen pro Tag. Für die Berechnung der innerörtlichen Entlastungswirkung einer Umfahrung hat das Büro mehrere Planfälle untersucht. Die Nord-Süd-Achse sei jeweils deutlich entlastet, auch die Schwabhauser Straße profitiere.

In der Pflaumdorfer Straße droht mehr Verkehr

Die höchste Entlastungswirkung für die Hauptstraße gebe es bei einer Komplettsperrung der Windacher Straße bis zur A96. Allerdings sei dann in der Pflaumdorfer Straße mit höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Grund ist, dass Ortskundige möglicherweise die Straße durch das Moos Richtung Windach nutzen. Dort müsse der Straßenquerschnitt geprüft werden, empfahl Hessel.

Mit dieser Untersuchung seien ausschließlich die verkehrlichen Auswirkungen betrachtet worden, erklärte der Fachmann. „Für die Beurteilung der von uns vorgestellten Planfälle müssten zusätzlich Umweltauswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden sowie wirtschaftliche Veränderungen ermittelt werden. Rein verkehrlich betrachtet, ist eine Aussage zu schwach.“ Diese Meinung vertrat auch Bürgermeister Josef Loy bei der anschließenden Diskussion.

Wird die Windacher Straße gesperrt?

Verkehrlich liege jetzt ein umfassendes Werk vor, so Loy. Bei einer Weiterverfolgung seien weitere Gutachten bezüglich Natur und Schallschutz notwendig. Gemeinderat Philipp Leichtle gab zu bedenken, dass die Veranstaltungen in Kaltenberg und in St. Ottilien mehr werden. Das sei noch nicht in das Verkehrsgutachten eingeflossen, sagte Experte Dr. Christoph Hessel dazu. „Wir haben einen typischen Werktag dargestellt.“

Gemeinderat Egmont Wolff stellte die Überlegung in den Raum, die Windacher Straße nur für den Schwerlastverkehr zu sperren. Er befürchtet, dass bei einer Komplettsperrung die Straße durchs Pflaumdorfer Moos zunehmend bekannt werden würde. „Wir bekommen den Verkehr nur raus aus dem Ort“, betonte hingegen Bürgermeister Loy, „wenn wir die Windacher Straße ganz sperren.“

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