1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Sitzt Finning bald auf dem Trockenen?

Finning

18.10.2019

Sitzt Finning bald auf dem Trockenen?

Noch sprudelt das Trinkwasser aus den Leitungen in Finning. Doch die zunehmende Trockenheit lässt den Wasserpegel im gemeindeeigenen Tiefbrunnen auf eine kritische Marke absinken. Im Bild Ernst Pittrich.
Bild: Jose Abt

Plus Der Pegel im Trinkwasserbrunnen bei Entraching sinkt gefährlich ab. Schon jetzt wird mehr Wasser entnommen, als nachfließt. Wie die Gemeinde nun reagieren will

Die trockenen Jahre machen sich nun auch in Finning bemerkbar. Im Trinkwasserbrunnen bei Entraching ist der Wasserpegel stark abgesunken. Das führte vor zwei Wochen dazu, dass es einen nächtlichen Alarm gab. Die Pumpe des Brunnens war trockengelaufen. Inzwischen kennt man in Finning den genaueren Grund dafür.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weniger Wasser läuft nach

Es läuft weniger Wasser in den Brunnen nach, als entnommen wird, sagte Bürgermeister Siegfried Weißenbach. Benötigt wird für die Gemeinde im Sommer zu Spitzenzeiten 400 Kubikmeter Wasser täglich. Zunächst wurde die Förderleistung auf fünf Liter pro Sekunde reduziert, was gerade ausreicht, um den Ort zu versorgen. Das Problem dabei sei, dass der Hochbehälter sich nicht mehr fülle und die Pumpe beinahe rund um die Uhr laufen müsse. Stefan Winkler vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Windach sagte, dass inzwischen mit einer Kapazität von sieben Litern pro Sekunde Wasser gefördert werde, sodass auch der Hochbehälter in der Nacht wieder gefüllt werden kann. Bei höheren Förderkapazitäten falle der Pegel im Brunnen aber rasch ab. Weißenbach sagte, dass Finning eine Genehmigung für den Entrachinger Brunnen bis zum Jahre 2043 habe, aber bei der Erteilung der Genehmigung ein zweites Standbein für die kommunale Wasserversorgung zeitnah dringend empfohlen wurde. Dass das Wasser knapp wird, sei ein Problem, das es im gesamten Oberland gibt.

Es kommen noch weitere trockene Jahre

„Wir stehen erst am Anfang von weiteren, trockenen Jahren“, sagte er. Albert Boos bestätigte, dass bislang auch heuer wieder ein insgesamt zu trockenes Jahr sei. Seit mehreren Jahren sind ja die drei Gemeinden Eresing, Finning und Windach der VG Windach mit dem Thema eines zweiten Standbeins für die Wasserversorgung beschäftigt. Im Raum stand eine gemeinsame Lösung. In Westerschondorf, das noch auf dem Gemeindegebiet von Finning liegt, gibt es einen kleinen Trinkwasserbrunnen, der auch die dortige Landwirtschaft versorgt. Eine Untersuchung zeigte, dass es dort ein großes Wasserreservoir gibt. Finning hatte sich im April 2018 für eine gemeinsame Lösung der drei Gemeinden ausgesprochen, das Ja von Eresing war bereits 2017 erfolgt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Keine Zustimmung bei den VG-Gemeinden

Allerdings fand eine gemeinsame Wasserversorgung selbst in der Variante Notversorgung nicht die Zustimmung in allen VG-Gemeinden. Bei einem Bürgerentscheid in Windach im Oktober 2018 sprach sich die große Mehrheit der Bürger für eine eigene Lösung, einen neuen Brunnen im Wald bei Schöffelding aus.

Ein 30-tägiger Pumpversuch im Frühjahr brachte positive Ergebnisse, sodass weitere Untersuchungen von der Gemeinde Windach beauftragt wurden. „Wir können nicht auf Windach warten“, sagte nun Bürgermeister Weißenbach. Aufgrund der aktuellen Vorkommnisse möchte er nun die Planung für Finning alleine am Brunnen Westerschondorf auf den Weg bringen. Vor zwei Jahren waren für diese Variante etwa 1,2 Millionen Euro kalkuliert worden. „Ich favorisiere den Brunnen in Westerschondorf“, sagte er klar. Dort müssten eine weitere Brunnenanlage und die Wasserleitung nach Finning gebaut sowie das Wasserschutzgebiet entsprechend erweitert werden.

Das zweite Standbein der Wasserversorgung für Finning soll nun umgehend angegangen werden. Einstimmig votierten die Gemeinderäte dafür, die Planung für eine Voll- oder Notversorgung aus dem Brunnen Westerschondorf voranzutreiben und dem bisherigen Planungsbüro einen entsprechenden Auftrag zu erteilen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren