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Landsberg

27.01.2019

Snowdance Filmfestival: Ein lockerer Plausch mit den Stars

Im Bild (v. l.): Tom Bohn, Jurymitgliedglied Götz Otto, Mathias Neuner, Jurymitglied Claudia Flörke. Vorne: Schirmherrin Ulrike Folkerts und die Ehrengäste Heinz Hönig und Max Tidof.
Bild: Thorsten Jordan

Der Beginn des Snowdance Filmfestivals gehört den Ehrengästen Ulrike Folkerts, Heinz Hönig, Götz Otto und Max Tidof. Warum der Oberbürgermeister über einen Ehrenbürger nachdenken muss.

Wer beim Eröffnungsabend von Snowdance war, der erfuhr viel über die Vorlieben der Ehrengäste und erlebte eine lockere Talkrunde, die den Zuschauern sichtlich Spaß machte. „Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts drehte schon ganz früh Independent-Filme – im Keller des SWR. „Einen Horrorfilm, das war super lustig“, so begründete sie ihr Interesse am unabhängigen Film. Und natürlich mit ihrer Freundschaft zu Regisseur und Festivalleiter Tom Bohn, mit dem sie erst den Tatort „Vom Himmel hoch“ drehte. Auch Schauspieler Max Tidof kam nach Landsberg – er kennt Bohn schon lange, spielte im gleichen „Tatort“ wie Folkerts den Staatsanwalt und stellt diese Woche seinen Independent-Kurzfilm „Maren“ im Stadttheater vor.

Bis nächsten Sonntag werden insgesamt 50 Filme gezeigt

Es ist wieder Snowdance-Zeit, und wie die zahlreichen Gäste freute sich auch Oberbürgermeister Mathias Neuner auf neun besondere Tage mit rund 20 Lang- und 30 Kurzfilmen. „Noch nie seit Bestehen von Snowdance haben so viele Filmemacher ihre Filme begleitet und standen dem hiesigen Publikum Rede und Antwort wie dieses Jahr. Sie kommen aus Japan, Finnland, den USA, Österreich, der Ukraine und aus weiteren zehn Ländern an den Lech – auf eigene Kosten“, sagte Festivalchef Tom Bohn.

Festivaldirektor Tom Bohn herzte Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner.
Bild: Thorsten Jordan

Neuner ist – so sagte er bei seiner Begrüßungsrede – ein echter Fan vom unabhängigen (ohne Förderung gedrehten) Film geworden – und von Tom Bohn. „Auch wenn ich mich immer, wenn er mich umarmt, so fühle, wie sich wohl mein elfjähriger Sohn fühlt, wenn ich ihn umarme.“

Wird ein Stargast bald Ehrenbürger?

Neuner begann diesen Abend mit einer sehr persönlichen Rede, und auch der ganze Abend stand im Zeichen von unterhaltsamen Gesprächen mit den Stars. Sogar ein neuer Ehrenbürger kam ins Gespräch. Denn Schauspieler Heinz Hönig, gebürtiger Landsberger, zeigte sich sehr angetan von Bohns Vorschlag an den OB, Hönig zum Landsberger Ehrenbürger zu machen. Neuner antwortete: „Darüber müssen wir mal nachdenken.“ Sehr intensive Erinnerungen an Landsberg hatte Hönig allerdings nicht. Er wurde 1951 hier geboren und ging im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern in den Harz. „Ich habe als Erstes in Landsberg Kässpätzle gegessen und werde mir morgen die große Stadtpfarrkirche anschauen, an die kann ich mich noch erinnern.“ Mit Blick auf die Band „Hot Club de M Belleville“, die den Abend musikalisch begleitete, sagte er: „Wenn ich euch höre, bin ich richtig sauer, dass ich früher nicht besser geübt habe.“

Die „Tatort“-Kommissarin plaudert

Sichtlich wohl fühlten sich auch Ulrike Folkerts (Schirmherrin von Snowdance) und Max Tidof auf der Bühne im Rathausfestsaal. Der Saal war brechend voll, und Folkerts erzählte, dass die „Tatort“-Rolle viele Vorteile habe. „Ich wollte nie die Hausfrau oder die sexy Hüpftante spielen.“ Sie liebe ihren Beruf, auch wenn er nicht immer einfach sei, und sei stolz auf ihre 30 Jahre „Tatort“. „Auch wenn das natürlich auch erschütternd ist.“ Folkerts: „Das war damals revolutionär. Eine Frau mit Waffe.“ Sie war die „Tatort“-Kommissarin nach Nicole Heesters und Karin Anselm. Eine weitere Herausforderung im Geschäft, so Folkerts, seien nun die Großaufnahmen. „Das ist eine Gemeinheit, in echt sehe ich viel besser aus.“

Unsere Galerie vom Eröffnungsabend:

Festivalleiter Tom Bohn hat nicht zuviel versprochen. Die Schauspieler Ulrike Folkerts, Heinz Hoenig, Max Tidof und Götz Otto sind zur Eröffnung des Independent Filmfestivals ins Historische Rathaus nach Landsberg gekommen. Den Eröffnungsfilm von Dimitri de Clercq gabs dann im Olympiakino.
68 Bilder
Peppige Eröffnung des Snowdance Filmfestivals in Landsberg
Bild: Thorsten Jordan

Max Tidof stellt diese Woche bei den Kurzfilmtagen seinen Film „Maren“ vor. „Ich wollte einfach mal einen Film ohne Geld machen – und alles selber machen.“ Sein Budget: 6000 Euro. 50000 Euro Budget hatte der Eröffnungsfilm „You Go To My Head“ von Dimitri de Clercq. Er hatte, um ihn in der Wüste drehen zu können, seine Postersammlung verkauft, so Bohn. Gedreht wurde mit einem Team von vier Leuten. „Das ist der Wahnsinn, was hier entstanden ist“, sagte Bohn bei der Begrüßung im Olympia-Kino. Beide Kinosäle waren ausverkauft, der Eröffnungsfilm stand sehr in der Gunst des Landsberger Publikums.

Die Spannung lebt von der Musik

Die Story: Eine junge Frau hat einen Unfall und irrt durch die Wüste. Der Mann, der sie findet, bringt sie zum Arzt. Sie hat ihr Gedächtnis verloren. Er pflegt sie gesund, erzählt ihr aber, er sei ihr Ehemann. Eine Geschichte, die sehr bildgewaltig erzählt wird, eine große Stärke dieses Films. Auch die Schauspieler beeindrucken. Weniger überzeugend ist, dass der Regisseur die Geschichte ein wenig zu selbstverliebt in die eigenen Bilder erzählt und die Spannung hauptsächlich über die höchst dramatische Musik und nicht durch die Handlung erzeugt wird. Jetzt heißt es weiterschauen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Filmfestival: In Landsberg sind die Stars entspannt

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