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Landsberg

02.02.2020

Snowdance: Strahlende Preisträger und zufriedenes Publikum

Die Preisträger beim diesjährigen Snowdance Independent Film Festival in Landsberg sind gekürt. Den Preis für den besten Langfilm überreichte LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger an Hauptdarstellerin Elit Iscan und Gregory Kirchhoff (Buch/Regie) für den Film „Baumbacher Syndrome“.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Der junge Filmemacher Gregory Kirchhoff bekommt den Preis für den besten Spielfilm vom LT überreicht. Auch Regieleistung und beste Dokumentation werden ausgezeichnet. Schauspieler Heiner Lauterbach ist zurück.

Eine Woche Filme, Partys und tolle Gespräche mit Filmemachern. Beide Kinos in Landsberg (im Stadttheater und das Olympia Filmtheater) waren oft ausverkauft. Was will man als Festivalleiter eigentlich mehr? Nichts, sagt Tom Bohn, Regisseur und Produzent und selbst Indie-Filmer. Das Snowdance Independent Film Festival ist raus aus den Kinderschuhen und zeigt besondere Filme, für die es in Landsberg auch ein großes Publikum gibt.

Die Wünsche des Publikums wurden erfüllt

Ob Filme mit Filmförderung hier auch gezeigt werden sollen, interessiert mit Sicherheit die Filmbranche und wird auch weiterhin diskutiert werden. Dem Filmpublikum ist es allerdings egal. Denn sein Hauptziel ist es, gute und spannende Filme zu sehen, die mit Herzblut, Eigeninitiative mit jungen Schauspielern gemacht werden. Und dieses Ziel hat Snowdance in jeder Hinsicht erfüllt.

Und es gibt nun jährlich einen neuen Preis: Den Heiner-Lauterbach-Preis, der heuer erstmals vergeben wurde. Der berühmte Schauspieler kam als Überraschungsgast nach Landsberg, und Festivalleiter Tom Bohn ließ es sich nicht nehmen, ihn selbst anzusagen. Die Moderation bei diesem Festival hatte die Schauspielerin und Kabarettistin Eva Mähl übernommen, die mit Schirmherr und Schauspieler Max Tidof das Programm an diesem Abend präsentierte – leider ohne Filmtrailer: Auf diese hatte man am Samstag verzichtet, „um nicht zu viel über die Filme zu verraten“, die am Sonntag nochmals zu sehen waren.

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Auf Trailer warteten die Besucher vergeblich

Die Preisträger des diesjährigen Festivals sind: Beste Doku „To Germany, With Love“ von Desireena Almoradie. Der Beste Spielfilm: „Baumbacher Syndrome“ mit Tobias Moretti in der Hauptrolle. Die Regie hatte Gregory Kirchhoff. Den mit 2000 Euro dotierten Preis für den Besten Langfilm hatte das Landsberger Tagblatt gestiftet. Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger überreichte den Preis in Anwesenheit der Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen, Alexandra Holland. Die „Beste Regie“ lieferte nach Ansicht der Jury Annika Blendl mit „All I Never Wanted“ ab.

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Bilder von der Preisverleihung und dem Ball der Filmemacher im Landsberger Stadttheater.
101 Bilder
Beim Snowdance Independent Filmfestival wurden die Preise vergeben
Bild: Thorsten Jordan

Doch Snowdance ist viel mehr als nur ein Filmfestival, bei dem es um Preise geht. „Ich bin so froh, hier gewesen zu sein, und gönne jedem anderen, dass er gewinnt“, sagte der sympathische Filmemacher Jakob Gisik. Er wurde in Kasachstan geboren und ist Filmproduzent. Er zeigte den Thriller „Eneme“ in Landsberg. In den Hauptrollen Udo Schenk, Thure Riefenstein und Dennis Mojen. Und damit beschrieb Gisik das, was Snowdance ausmacht. Es ist ein großes Treffen von Filmemachern und Schauspielern in einer sehr freundlichen Atmosphäre. Das Publikum im Olympiakino war begeistert von „Eneme“ – einer Familiengeschichte über einen kriminellen Unternehmer und seine beiden Söhne. Man genießt die Gespräche danach im Kino und lernt so den einen oder anderen Filmemacher des persönlichen Lieblingsfilms auch kennen. Die Nähe von Film und Publikum und der unkomplizierte Umgang – das macht Snowdance aus.

Das Festival hatte in diesem Jahr (außer den hervorragenden Kurzfilmen) viele Höhepunkte. „Eneme“ war nur einer davon, der Film „Die Rüden“ oder „One half of me“ waren mit Sicherheit zwei weitere. Sie hätten eine lobende Erwähnung durch die Jury verdient gehabt.

Gefeiert wurde beim Ball der Filmemacher im Theaterfoyer, wo DJ Salvo auflegte.
Bild: Thorsten Jordan

Und der junge Filmemacher Gregory Kirchhoff hat die Jury am meisten überzeugt. Zusammen mit der sympathischen Hauptdarstellerin Elit Iscan hatte er am Donnerstag vergangener Woche seinen Film „Baumbacher Syndrome“ im Landsberger Stadttheater präsentiert. „Ich bin ein großer Disney-Fan und die ’Beauty and the Beast’- Geschichte hat mich sehr fasziniert. So sehr, dass ich nachts bei meiner Agentin angerufen habe und ihr von dieser Idee erzählt habe“, erzählte er. Das habe sie zwar nicht so ganz ernst genommen – doch er habe an dieser Idee festgehalten und sie auch verwirklicht. „Tobias Moretti war mein Wunschdarsteller und wir haben es geschafft, ihn zu überzeugen.“ Moretti spielt einen Talkshow-Moderator mit dem Namen Baumbacher. Er wacht eines Morgens mit einer Art Monsterstimme auf, für die niemand eine Erklärung hat. Ein Film über einen narzisstischen Mann, dessen Lebenstragödie immer deutlicher wird.

Die Regisseurin spielt selbst mit

Auch die beiden anderen Gewinnerfilme überzeugen. „All I Never Wanted“ zeigt vier Frauen, die sich zwischen Kunst und Kommerz beweisen oder entscheiden müssen: Das Besondere: Die Regisseurinnen Leonie Stade und Annika Blendl spielen selbst mit. Eindringlich ist die Dokumentation „To Germany, With Love“ von der jungen Filmemacherin Desireena Almoradie. 1985 verlor Kathleen ihren Bruder Eddie, einen US-Soldaten, der bei einem Anschlag der RAF (Rote Armee Fraktion) ums Leben kam. Nun, Jahrzehnte später, entscheidet sie sich, die Verantwortlichen zu suchen. Eine Reise durch Deutschland. "

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