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Penzing/Unterdießen

08.04.2018

So bleibt die Bachforelle heimisch

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Der Fischereiverein penzing setzte sich am Wiesbach bei Unterdießen für die Bachforelle ein.
Bild: Sven Lüttgens

Der Fischereiverein Penzing setzt sich am Wiesbach bei Unterdießen für die bedrohte Fischart ein. Die Aktion war erfolgreich und könnte ausgeweitet werden

Die Bachforelle zählt zu den bedrohten Tierarten. Durch die Regulierung und Verbauung der Flüsse und Bäche sind ihre natürlichen Lebensräume selten geworden. Staustufen und Wehre behindern die Bachforelle auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren ab. Dass die Bachforelle dennoch weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen den Besatzmaßnahmen der Angler zu verdanken. Im Landkreis hat der Fischereiverein Penzing ein Projekt für den Erhalt der Bachforelle umgesetzt.

Befruchtete Eier im Vereinsgewässer

Die Mitglieder des Vereins wilderten befruchtete Eier in ihrem Vereinsgewässer, dem Wiesbach, aus. Der Wiesbach ist ein kleiner Bachlauf, der auf seinem Weg aus Welden bis zum Lech fast natürlich erhalten ist. Der Verein hat ein Teilstück zwischen Unterdießen und Ellighofen gepachtet und hegt dieses seit zwei Jahren. „Im Wiesbach befindet sich ein kleiner natürlicher Bestand der Bachforelle“, sagt Sven Lüttgens, der Zweite Vorsitzende des Vereins.

Da es, wie in vielen anderen Gewässern auch, durch landwirtschaftliche und natürliche Beeinflussung zu Veränderung des Gewässers kommt, Laichgründe durch Sedimenteinträge unbrauchbar oder gar zerstört werden, hat der Verein in Zusammenarbeit mit der eigenen Jugendgruppe das Projekt Brutbox ins Leben gerufen. In der Brutbox werden befruchtete Bachforelleneier in ihrer natürlichen Umgebung zum Schlüpfen gebracht. „Somit sind die dann schlüpfenden Bachforellen von Anfang an, an ihre natürliche Umgebung angepasst und haben eine weitaus höhere Chance groß und kräftig zu werden“, sagt Lüttgens.

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Daten über das Wasser sammeln

Unter der Leitung von Pierre Schmitt und Sven Lüttgens wurden im Dezember über 5000 Eier bei der Firma Sandau Forellen aus Landsberg abgeholt und umgehend an einer vorbereiteten Stelle in der Brutbox im Wiesbach ausgesetzt. Die Jugendgruppe habe in den Wochen danach in regelmäßigen Abständen die Brutbox kontrolliert, dabei verdorbene Eier aussortiert und gleichzeitig Daten über das Wasser und das Wetter gesammelt.

Mit diesen Daten lasse sich in Zukunft die Brutbox effektiver einsetzen. Mitte Februar war es so weit. Bei einer Schlupfrate von etwa 90 Prozent war das Projekt Brutbox, trotz schlechter Witterungsbedingungen nach Ansicht von Lüttgens geglückt. „Sicher wird es jetzt keine Überflutung mit Bachforellen im Wiesbach geben“, sagt er. Denn durch natürliche Auslese schaffe es nicht jede geschlüpfte Bachforelle ins laichfähige Alter zu gelangen. Aber einige würden es schaffen und für den Erhalt der Bachforelle in den heimischen Gewässern beitragen. Das Projekt werde in den kommenden Jahren weitergeführt und es sei erst in zwei bis drei Jahren festzustellen, ob die Brutbox zum Arterhalt beigetragen hat.

Nur mit der Brutbox allein ist die Art noch nicht erhalten

„Mit diesem Projekt lassen sich Erfahrungen sammeln, an denen der Verein auch gern andere Teil haben lässt“, sagt der Zweite Vorsitzende. Der Hersteller der Brutbox biete zudem die Möglichkeit, diese für andere Fischarten wie Äschen und Huchen zu nutzen. Aus diesem Grund wird vom Verein, in Zusammenarbeit mit Verband und Hersteller geprüft, ob das System auch im Lech Anwendung finden kann.

„Sicher reicht es nicht aus, nur mit der Brutbox für den Arterhalt zu sorgen“, sagt Sven Lüttgens, der in Unterdießen wohnt. Deshalb habe sich der Fischereiverein Penzing zum Ziel gesetzt, auch mit strukturellen Maßnahmen die Natürlichkeit des Wiesbaches wieder herzustellen und zu erhalten.

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