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Landsberg

02.10.2017

So geht es wieder in den Beruf

Elisabeth Merz (Projektmanagement Frau & Beruf München), Maria Vogl (Bundesagentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt) und Margit Ensslen (Projektbeauftragte Frau & Beruf Landsberg) geben am 20. Oktober Ratschläge für den beruflichen Wiedereinstieg.
Bild: Thorsten Jordan

Bei einem Aktionstag am 20. Oktober geben Expertinnen Tipps und Informationen zu Bewerbung, Weiterbildung und Jobsuche. Sie zeigen auf, wie es nach der Familienzeit weitergehen kann.

61 Prozent der Frauen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland haben bereits mindestens einmal im Leben ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt unterbrochen. Dies geht aus der Statistik des Bundesministeriums für Familie hervor. „Meine Zukunft bin ich – berufliche Perspektiven nach der Familienzeit“, lautet das Motto des zweiten Landsberger Aktionstages zum beruflichen Wiedereinstieg. Dieser ist speziell an Frauen gerichtet und findet am Freitag, 20. Oktober, von 9 bis 12.30 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes, Von-Kühlmann-Straße 15, statt.

Myriam de Varela aus Igling hat den Weg zurück ins Arbeitsleben gemeistert. Die Mutter dreier Kinder kommt ursprünglich aus Honduras. Nach einem Studium in den USA kam sie 1998 nach Deutschland. Allerdings wurde ihr Studienabschluss hier nicht anerkannt. „Ich sollte drei Semester an einer deutschen Uni aufstocken. Doch Vorlesungen besuchen, Deutsch lernen und mich gleichzeitig um die Kinder zu kümmern, wurde zu viel“, erzählt sie.

Seit 2006 ist sie freiberuflich bei einer Münchner Tourismusagentur beschäftigt. Im Juni dieses Jahres hat sie ihre Prüfung zur Tourismus-Fachwirtin bestanden. „Die Arbeitsagentur hat mir bei meiner Weiterbildung sehr geholfen, genau wie die Workshops bei Frau und Beruf“, sagt sie. Nun sind ihre Kinder fast alle erwachsen und sie sucht eine Festanstellung. Anderen Frauen rät sie, optimistisch zu bleiben und sich untereinander zu vernetzen.

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„Zusätzlich bieten wir dieses Mal Hilfe bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse an“, erklärt Maria Vogl, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Weilheim. „Für viele Frauen ist es nach einer familienbedingten Berufspause schwer, wieder den Sprung ins Arbeitsleben zu schaffen“, sagt Vogel, „wir geben mit unseren Workshops wichtige Impulse und halten ihnen, falls nötig, den Spiegel vor.“ Minijobs sollten dabei nur eine Notlösung sein. Denn besonders im Hinblick auf die Altersvorsorge sei es wichtig, wieder in die Sozialversicherung einzuzahlen.

„Unser Aktionstag soll ein Unternehmensforum sein und dem Erfahrungsaustausch dienen“, sagt Projektmanagerin Elisabeth Merz von der Servicestelle „Frau und Beruf“ Landsberg. Sie berät zusammen mit Margit Ensslen bei Fragen zum beruflichen Wiedereinstieg. Die Stelle bietet individuelle Beratung, Workshops und Kontakt zu Arbeitgebern an. Zusammen mit der Agentur für Arbeit Weilheim und in Kooperation mit dem Landratsamt und EU-Sozialfonds habe man den Aktionstag ins Leben gerufen. Was Betroffenen konkret hilft – vom Bewerbungsmappencheck bis hin zu konkreten Weiterbildungsmöglichkeiten – werden sie auf dem „Markt der Möglichkeiten“ finden.

Auch Existenzgründungen sind bei den Beratungen ein Thema. „Wir fangen bei der Ideenfindung an und begleiten die Frauen zusammen mit Experten der IHK Stück für Stück bei ihrem Projekt“, sagt Margit Ensslen. Auch Meike von Arndt gelang so der Wiedereinstieg ins Berufsleben. Die Uttingerin und Mutter dreier Kinder arbeitete zunächst als Tagesmutter. „Mein eigentliches Steckenpferd ist die Kunst. Ich stelle Skulpturen her“, erzählt sie. Sie wollte sich selbstständig machen. Dafür hat sie bei „Frau und Beruf“ das internationale Zertifikat für Wirtschaftskompetenz erlangt. Mittlerweile betreibt sie ein Atelier in Utting.

Bereits mehr als 100 Frauen nahmen an den Beratungen und Workshops teil und konnten auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben erfolgreich unterstützt werden. Eine Anmeldung für den Aktionstag ist nicht erforderlich und die Teilnahme kostenlos.

Fragen zur Veranstaltung beantworten Maria Vogl, Arbeitsagentur Weilheim,

Telefon 0881/991-222, und Margit Ensslen, Servicestelle Frau und Beruf Landsberg, Telefon: 08191/42829-70.

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