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Landkreis Landsberg

17.12.2017

So machen Sie es Einbrechern schwer

In der dunklen Jahreszeit kommt es öfter zu Einbrüchen in Wohnungen und Häuser.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Zahl der Einbrüche im Landkreis Landsberg wird dieses Jahr wohl leicht sinken. Die Täter stammen oft aus Osteuropa und gehen der Polizei öfter ins Netz als früher.

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, beginnt die Saison der Einbrecher. Je dunkler es wird, desto mehr Zeit haben sie, um unbemerkt in Wohnungen oder auch Geschäfts- und Büroräume einzudringen. Allerdings: Auch wenn es manchmal den Eindruck hat, es würde immer mehr eingebrochen, ist dem nicht so. Heuer etwa sieht es danach aus, dass sich die Lage gegenüber dem Vorjahr etwas entspannt hat.

2016 hatte es im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Landsberg mit 48 Fällen einen absoluten Rekordwert gegeben. In den Jahren seit 2008 waren es zwischen 22 und 39 gewesen, berichtet Inspektionsleiter Alfred Geyer. Bis Oktober verzeichnet die Statistik in diesem Jahr 23 Wohnungseinbrüche. „Wir schätzen, dass wir heuer ein bisschen drunter bleiben“, erwartet der Polizeichef. Am Ammersee, im Bereich der Polizeiinspektion Dießen, ist bei den Wohnungseinbrüchen in den vergangenen Jahren eine leichte Entspannung zu verzeichnen gewesen. Einen Höhepunkt gab es 2013 und 2014 mit 30 beziehungsweise 24 Einbrüchen und Einbruchsversuchen, berichtet Inspektionsleiter Alfred Ziegler. 2016 wurden 14 Fälle bearbeitet, heuer sind es bislang exakt genau so viele.

Die psychische Belastung nach einem Einbruch ist groß

Zu den Wohnungseinbrüchen kommen aber auch noch Diebstähle aus anderen Gebäuden: Büros, Geschäfts- und Betriebsräume, Vereinsheime, Lagergebäude oder leer stehenden Häuser. Sie werden in der Polizeistatistik unter der Rubrik „schwerer Diebstahl“ zusammengefasst, also Straftaten, bei denen sich fremder Dinge mit Gewalt bemächtigt wird, worunter jedoch auch der Diebstahl abgesperrter Fahrräder fällt. In diesem Bereich hatte es 2014 im Raum Landsberg mit 391 Fällen einen Rekord gegeben. In diesem Jahr, sagt Polizeichef Geyer, liege die Fallzahl wieder im langjährigem Durchschnitt mit 200 bis 300.

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Am problematischsten für das Sicherheitsempfinden der Menschen seien jedoch die Wohnungseinbrüche, „weil hier fremde Menschen in die absolute Privatsphäre eindringen“. Das sei oft der größte Schaden, den die Opfer erlitten. Der eigentliche Beuteschaden sei meist nicht sehr groß, sofern die Diebe nicht größere Mengen Bargeld oder Schmuck finden, die begehrtesten Dinge, auf die es Einbrecher abgesehen haben – Dinge, die man ohne viel Aufwand fortschaffen und umsetzen kann. Es sein schon vorgekommen, erzählt Geyer, „dass Einbruchsopfer ihr Anwesen verkauft haben, weil sie das psychisch nicht ertragen haben“.

Was das Einbruchsgeschehen im Landkreis betrifft, lassen sich für die Polizei einige Muster erkennen. Da ist zum einen die räumliche Struktur: Betroffen ist insbesondere der Raum Landsberg/Kaufering sowie autobahnnahe Gemeinden wie Eching, Greifenberg oder Schondorf, auch in Richtung Fuchstal wurden vermehrt Einbrüche registriert.

An Ortsrändern schlagen die Täter gerne zu

Die „Hauptarbeitszeit“ der Einbrecher beginnt in der Dämmerung und zieht sich bis in die Abendstunden hin. Dass spätnachts, wenn alle schlafen, eine Tür aufgehebelt wird, komme praktisch nicht vor. Das wichtigste für Einbrecher sei, nicht bemerkt zu werden. Deshalb schlügen sie oft zu, wenn die Hausbesitzer abends noch nicht von der Arbeit heimgekehrt sind. Besonders gefährdet sind nach Geyers Erfahrungen Einfamilienhäuser in Ortsrandlagen auf schlecht einsehbaren Grundstücken, etwa, weil eine hohe Hecke drumherum wächst. Überall dort, wo ein hohes Maß an sozialer Kontrolle in der Nachbarschaft bestehe, sagt Geyer weiter, passiere nicht viel: „Das sind kleine Ortschaften, in denen jedes fremde Auto auffällt“, sagt der Inspektionsleiter.

Die meisten Einbrecher seien reisende Straftäter, ergänzt Dießens Polizeichef Alfred Ziegler. Über die Täter wissen die Ermittler zunehmend mehr, denn: Die Aufklärungsquote ist bei Wohnungseinbrüchen zuletzt gestiegen. Die Landsberger Polizei habe heuer schon über 43 Prozent der Fälle aufgeklärt, in Dießen waren es fünf von 14, also knapp 36 Prozent. Weil oft Serientäter (meist osteuropäischer Herkunft) am Werk seien, komme man ihnen dann oft irgendwann durch gesicherte DNA-, Schuh- oder Fingerspuren auf die Schliche, sagt Alfred Geyer.

Niedriger als bei den Wohnungseinbrüchen ist die Aufklärungsquote bei den schweren Diebstählen, die heuer laut Geyer in Landsberg bei knapp 27 Prozent liegt.

Die Kripo bietet Hilfe

Und was kann man tun, um sich besser vor einem Wohnungseinbruch zu schützen? Der beste Schutz sei schon mal, sagt der Landsberger Inspektionsleiter Alfred Geyer, daheim zu sein, und eine intakte Nachbarschaft. Sein Kollege Alfred Ziegler schätzt auch die Wachsamkeit eines Hundes. Man solle sich auch nicht scheuen, bei verdächtigten Wahrnehmungen die Polizei zu verständigen, betont er.

Und es gibt natürlich die Möglichkeit, in Sicherheitstechnik zu investieren. Dazu kann man sich bei der Kriminalpolizei in Fürstenfeldbruck kostenlos beraten lassen Daneben hat die staatliche Förderbank KfW ein jährlich 50 Millionen Euro umfassendes Zuschussprogramm aufgelegt. Gefördert werden bereits Investitionen ab 500 Euro.

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