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Denklingen

07.10.2020

So sieht es auf den Denklinger Großbaustellen aus

Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger begutachtet den Baufortschritt beim Rathausplatz.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Derzeit werden in Denklingen vier Großprojekte mit einem Volumen von mehr als 26 Millionen Euro realisiert. Das LT hat die einzelnen Baustellen besichtigt.

Auf Höhe des Dorfladens und der Tankstelle ist in der Hauptstraße in Denklingen seit einiger Zeit für Autofahrer Schluss. Der Rathausplatz wird neugestaltet, und es ist kein Durchkommen. Es ist eines von vier Großprojekten, die derzeit in der Gemeinde realisiert werden. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf über 26 Millionen Euro. Das LT hat sich die Baustellen angesehen.

Das größte Projekt ist das Bürger- und Vereinszentrum (BVZ), das am Buchweg entsteht. Das Gebäude hat eine Breite von 30 Metern und eine Länge von 76 Metern. Rechnet man die Garagen noch hinzu – die Gebäudeteile haben ein gemeinsames Dach – sind es 94 Meter. Noch wird am Rohbau gearbeitet, Ziel ist es laut Bürgermeister Andreas Braunegger, das Gebäude winterfest zu bekommen und dann im Inneren weiterzuarbeiten. In das Herzstück, den Saal mit einer Höhe von acht Metern, in den bis zu 350 Gäste dürfen, regnet es derzeit noch hinein. Dort sollen die Bauarbeiten am Dach aber in dieser oder nächster Woche beginnen.

Der große Saal des Bürger- und Vereinszentrum soll diese oder kommende Woche überdacht werden.
Bild: Thorsten Jordan

In das ebenerdige und barrierefreie Bürger- und Vereinszentrumwird auch eine Gastronomie integriert. Gespräche mit einem potenziellen Wirt laufen derzeit. Braunegger sagt: „Wir haben einen Favoriten. Jemanden, der Erfahrung hat mit Vereinsgaststätten und den Abstimmungsprozessen mit den Vereinen.“ Neben den Fußballern und der Theatergruppe des VfL Denklingen finden auch der Musikverein und die Schützen in dem Gebäude eine neue Heimat. Sie können im BVZ, das voraussichtlich 12,5 Millionen Euro kosten wird, auch eigene Veranstaltungen durchführen und über den Betrieb der Bar und des Cateringbereichs Einnahmen generieren. Laut Bürgermeister hat er aber auch jetzt schon Anfragen für das Anmieten des Saals. „Es gibt in der Umgebung nichts Vergleichbares. Entsprechend groß ist das Interesse.“

Bis das BVZ voraussichtlich im September 2021 in Betrieb geht, ist aber noch viel zu tun, und da sind auch die Vereine gefordert. Die Gemeinde errichtet das Gebäude, für den Innenausbau sind die Vereine aber selber verantwortlich und zahlten diesen auch. Bereits erledigt haben die Fußballer ihren Anteil. Sie haben die Leitungen verlegt, damit die Sportplätze bewässert werden können. Bereits angelegt sind je ein normaler Platz und ein Kunstrasenplatz samt zugehörigen Aufwärmflächen, und gebaut wird noch ein Trainingsplatz. Wer den Fußballern künftig zuschauen möchte, kann das bequem von der überdachten Terrasse der Gastronomie aus, oder macht es sich im davor geplanten Biergarten gemütlich.

Der Kanal wird an mehreren Stellen erneuert

Eher fertig als das Bürger- und Vereinszentrum ist der Rathausplatz, heuer werde das aber nicht mehr der Fall sein, so der Rathauschef, der den Baufortschritt aus seinem Dienstzimmer bestens beobachten kann. Aus Sicht von Andreas Braunegger ist die Erneuerung des Rathausplatzes ein schwieriges Thema, weil lange vom eigentlichen Projekt nichts zu sehen gewesen sei. „Es waren umfangreiche Erdarbeiten nötig, weil im Zuge der Baumaßnahme auch der Kanal an mehreren Stellen erneuert wird. Der liegt in fünf Metern Tiefe und darüber die Leitungen für Gas, Strom und Telekom, das hat es kompliziert gemacht.“ Inzwischen schreiten die Arbeiten voran.

Der Bereich rund ums Rathaus wird gepflastert und man kann auch schon erkennen, wo wieder ein Brunnen stehen wird, so wie es früher der Fall war. Die Gemeinde lässt sich die Neugestaltung 2,5 Millionen Euro kosten. Im März 2019 hatte der Gemeinderat das Vorhaben zwischenzeitlich wegen zu hoher Kosten gestoppt. Damals lag die Gemeinde nach der Ausschreibung bei 3,5 Millionen Euro. Die im Raum stehende Summe sei „der Bevölkerung nicht vermittelbar“, sagte Andreas Braunegger damals. Das Baufeld wurde so verkleinert, dass eine Million Euro eingespart werden konnte.

Saniert wird während der Neugestaltung auch das Kriegerdenkmal an der Hauptstraße. Dessen Niveau wird angehoben und die Mauern links und rechts auf Wunsch des Denkmalamts abgerissen und nach hinten versetzt. Freuen können sich die Fußgänger, die rund ums Rathaus unterwegs sind. Dort wird ein Gehweg errichtet, auch im Buchweg. Geht es nach Braunegger, soll dieser in einem nächsten Schritt bis zur Grundschule und dem BVZ verlängert werden. „Wir müssen aber erst schauen, wie hoch die coronabedingten Steuerausfälle sind.“

Das frühere Rathaus wird zur Arztpraxis

Viel Geld – 1,3 Millionen Euro – nimmt die Gemeinde auch bei der Sanierung des früheren Rathauses in die Hand. Dort soll eine Arztpraxis für eine Allgemeinmedizinerin entstehen. Das Gebäude aus den 60er-Jahren ist bereits entkernt und sei in einem guten Zustand. Das habe eine Bauuntersuchung ergeben, so der Bürgermeister, der die Bedeutung des Vorhabens heraushebt. „Uns ist wichtig, die ärztliche Versorgung im Ort sicherzustellen.“ Die Allgemeinmedizinerin mietet sich dann ein. Die Praxis soll Mitte 2021 den Betrieb aufnehmen.

Das ehemalige Rathaus ist entkernt und wird nun zur Arztpraxis umgebaut.
Bild: Thorsten Jordan

Voran geht es auch bei der Erneuerung der Wasserversorgung. Dort werden zehn Millionen Euro investiert. Die Summe refinanziert sich über Gebühren, die zum 1. Januar 2021 erhöht werden. Zudem wurde ein Kredit aufgenommen. Die Maßnahme beinhaltet auch den Neubau eines Brunnens und soll Ende 2021 abgeschlossen sein.

Auch wenn Denklingen viel Geld investieren muss, ist der Bürgermeister zufrieden. „Wir schaffen Infrastruktur für Jahrzehnte und liegen zeitlich und finanziell bei allen Vorhaben im Plan.“ Um die Projekte zu stemmen, braucht Denklingen seine Rücklage wohl fast komplett auf. Die betrug Anfang 2020 noch 13,3 Millionen Euro. Einkalkuliert ist bei den Ausgaben aber auch ein Projekt, das wegen der verweigerten Förderung durch die Regierung von Oberbayern auf Eis liegt: der Neubau der Kindertagesstätte.

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