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Fuchstal

28.01.2021

So soll das Pflegeheim in Fuchstal aussehen

Dieses Modell des neuen Pflegeheims zeigt das Gebäude mit Walmdach, alternativ wäre ein begrüntes Flachdach möglich.
Foto: ERL Immobiliengruppe (Grafik)

Plus In Fuchstal wird das Konzept für den Neubau eines Pflegeheims im Gemeinderat vorgestellt. Einiges stößt auf Kritik.

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde im Fuchstaler Gemeinderat der Plan für das Pflegeheim am „Unteren Flandwegäcker“ östlich der Josef-Schöner-Straße. Der Investor, die ERL Immobiliengruppe aus Deggendorf, will ein Gebäude mit drei Vollgeschossen bauen, das 91 Pflegepatienten aufnehmen kann. Die Pläne fanden im Gremium nicht nur Zustimmung.

Kritisiert wurde unter anderem die Höhe des Bauwerks, die je nach Dachform etwa zehn oder 14 Meter beträgt und die Zahl der Parkplätze. Zweiter Bürgermeister Stephan Völk nannte die Planung gelungen, das Bauwerk füge sich gut in die Umgebung ein. Der Gemeinderat nahm den Entwurf nur zur Kenntnis, in zwei Wochen wird über die Einleitung des Bauleitverfahrens abgestimmt.

Der Träger der Pflegeeinrichtung steht noch nicht fest

In der Vorstellung erläuterte Günther Schmidl von ERL Ursprung und Konzept der Immobiliengruppe. Das Familienunternehmen aus Niederbayern verwirkliche die Vorhaben von der Planung bis zum Bau selbst. Man betreibe die Pflegeheime, von denen man aktuell 34 errichtet habe, nicht selbst, sondern vermiete sie langfristig an Wohlfahrtsverbände. Sobald der Träger für Fuchstal feststeht, werde er auch auf die Planung Einfluss nehmen. Das 6000 Quadratmeter große, von der Gemeinde erworbene Grundstück sei wegen der Nähe zur Schule und den Sportanlagen ein guter Standort, meinte Schmidl.

Wie der Leiter der Projektentwicklung und Prokurist Frank Kühnhauser darstellte, würden die Ausgaben später durch private Investoren kompensiert, die damit Eigentümer des Pflegeheims werden würden. Man habe versprochen, dass zunächst Fuchstaler die Gelegenheit zur Investition hätten, so Kühnhauser, die Abwicklung solle über Fuchstaler Banken erfolgen. Zu erwarten sei eine Dividende von drei Prozent. Wie auf der Internetseite des Unternehmens zu lesen ist, beträgt beim Pflegeheim Hainichen in Sachsen der Investitionsbetrag für ein Einzimmerapartment knapp 140000 Euro.

Anschluss ans Fernwärmenetz geplant

Auf die Bauausführung ging Architektin Ute Höpfl ein. Das Gebäude, das an das Fuchstaler Fernwärmenetz angeschlossen wird, erhalte wahlweise in der niederen Variante ein begrüntes Flachdach, bei der höheren ein Walmdach. Im Erdgeschoss befinden sich Technikräume, Verwaltung, Großküche und Wäscherei sowie ein Veranstaltungsraum mit einer Cafeteria.

Im westlichen Teil ist eine der fünf Wohngruppen untergebracht, in den beiden oberen Geschossen jeweils zwei. Dazu gehören jeweils auch ein Gruppenraum, ein Pflegebad und ein Therapiezimmer. Die zwölf Quadratmeter großen Einzelzimmer und 20 Quadratmeter großen Doppelzimmer verfügen über ein Bad mit WC.

Kritik an der Höhe des Gebäudes

Wolfram Ruoff (Neue Liste) bemängelte die Höhe des Gebäudes, das wie „ein Riegel“ quer zum Ort stehe. Dass man dreigeschossig baue, habe Auswirkungen auf nachfolgende Vorhaben auf der Ostseite der Josef-Schöner-Straße. Höpfl erklärte, es bestehe ein Bezug zur ebenfalls hohen Mittelschule und Fuchstalhalle.

Eine Unterkellerung, wie von Angelika Gast (Neue Liste) vorgeschlagen, schließe man aus. Zu gering erschienen Josef Weber (Freie Wählergemeinschaft Leeder) die 29 Stellplätze. Besuch erhielten die Pflegepatienten leider nur sehr wenig, entgegnete Kühnhauser, das Personal arbeite in Schichten. Notfalls könne man auch, so Bürgermeister Erwin Karg, auf den Parkplatz der Fuchstalhalle ausweichen.

Auf Nachfrage von Gerhard Linder (FWG Leeder) sprach Kühnhauser von 60 Vollzeitstellen, die man schaffe, zwei Drittel davon in der Pflege, ein Drittel in der Hauswirtschaft. Dort würden erfahrungsgemäß auch Ortsansässige arbeiten, das Pflegepersonal käme überwiegend von auswärts oder würde in Osteuropa angeworben. Man habe der Gemeinde angeboten, die hierfür benötigten Appartements zu bauen.

Gemeinde baut Mikrowohnungen für Pflegekräfte

Bürgermeister Karg erklärte, man könne zwar kein Pflegeheim, jedoch Wohnungen selbst erstellen. Auf Nachfrage des LT sagte er, dass man demnächst das Nebengebäude des von der Gemeinde erworbenen Bauernhofs in der Ascher Bahnhofstraße in Angriff nehme und neben Mikrowohnungen für Pflegekräfte auch Wohnungen in verschiedenen Größen errichten wolle.

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