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Landsberg

01.02.2019

So viel soll der neue Lechsteg wirklich kosten

Im Jahr 2020 sollen die Arbeiten für den neuen Lechsteg beginnen. Er erstreckt sich vom Bereich des Mutterturms in Richtung Inselbad.
Bild: Stadt Landsberg

Plus Die neue Brücke, die das neue Stadtviertel mit der Landsberger Altstadt verbinden soll, wird teurer als erwartet. Das LT zeigt die Kostenentwicklung auf.

Der Lechsteg, der am Mittwochabend wieder den Landsberger Stadtrat beschäftigte, hat inzwischen schon eine längere Vorgeschichte. Vor allem die voraussichtlichen Kosten für das Bauwerk spielen eine Rolle. Sie entwickeln sich rasant nach oben.

Bis zum Frühsommer 2016 hieß es dazu nämlich, der neue Flussübergang für Fußgänger und Radfahrer werde 2,5 Millionen Euro kosten. Davon zahle die Entwicklungsgesellschaft „Am Papierbach“ 50 Prozent, also rund 1,3 Millionen Euro. Genaugenommen verpflichtete sich das Unternehmen auf einen 50-Prozent-Anteil, höchstens jedoch 1,3 Millionen Euro. Und diese Deckelung sollte noch von Bedeutung sein, denn die 2,5 Millionen Euro waren bald obsolet.

Der Projektentwickler steuert auch einen Anteil bei

Bald wurde im Stadtrat klar, dass auch noch eine Wegeanbindung an der Ostseite des Lechs erforderlich sein wird: Der Kostenrahmen wurde auf drei Millionen erhöht. Der Stadtrat beschloss zudem, den Steg nicht vier, sondern fünf Meter breit zu bauen. Neuer Kostenrahmen: 3,5 Millionen Euro – und zwar netto. Mit der Mehrwertsteuer ergibt das 4,17 Millionen Euro, rechnete das Stadtbauamt bereits 2016 den Stadträten vor.

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Auch das Umfeld muss entsprechend gestaltet werden: Damit Inselbad und Lechsteg nicht baden gehen

Bevor gebaut wird, braucht es aber erst noch Planungen, statische Berechnungen und Baugrunduntersuchungen. Pauschal wurden deren Kosten damals mit rund 15 Prozent der Bausumme gerechnet, also 625.000 Euro. Schon vor knapp drei Jahren wurden die tatsächlichen Gesamtkosten für den neuen Lechübergang auf 4,79 Millionen Euro beziffert („grobe Schätzkosten Brückenfläche multipliziert mit einem Wert pro Quadratmeter“).

Die ursprüngliche 50-Prozent-Mitfinanzierung der Papierbach-Entwickler schmolz somit faktisch auf einen 27-Prozent-Zuschuss zusammen. Ob es dabei bleibt oder der prozentuale Anteil noch etwas kleiner wird, wird sich erst noch zeigen. Die Baupreise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, und seit der 4,79-Millionen-Euro-Schätzung sind schon fast drei Jahre vergangen.

Wird die Fünf-Millionen-Euro-Schallmauer sogar gesprengt?

Und dass sich die Brückenbaufirmen nicht gerade um den Auftrag aus Landsberg reißen und Kampfpreise anbieten, wurde beim ersten Ausschreibungsversuch im Herbst deutlich: Zwar luden sich elf Firmen die Angebotsunterlagen herunter. Doch keine einzige Firma gab am Ende ein Angebot ab.

Lesen Sie dazu auch: Keine Firma gefunden: Neue Lechbrücke verzögert sich

Die Stadt konnte sich das fehlende Interesse nur dadurch erklären, dass die Auftragslage bei den Firmen momentan sehr gut sei und die vielen Brückensanierungen bei Bund, Ländern und Bahn die Auftragsbücher gefüllt haben. Ob angesichts dessen die Schätzkosten von 4,79 Millionen Euro eingehalten werden können, wird sich im Sommer zeigen. Dann ist vorgesehen, den Auftrag zu vergeben – sofern Angebote vorliegen. Zweifel an den 4,79 Millionen Euro gibt es inzwischen auch im Stadtrat. Ein Kommunalpolitiker hat bereits angeboten, einen Besen zu fressen, sollte es bei diesen Kostenrahmen bleiben. In der ersten Jahreshälfte 2020 soll gebaut werden.

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