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Fuchstal

19.12.2018

So werden die Ortskerne fit für die Zukunft

Auch der Ortskern von Leeder soll erhalten werden. Das ist ein erstes Ergebnis des integrierten städtebaulichen Konzepts.
Bild: Andreas Hoehne

Zwei Fachleute haben sich über Leeder, Asch und Seestall Gedanken gemacht. Dabei kam manch Überraschendes zutage.

Erste Ergebnisse des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK), das Fuchstal Ende 2016 zusammen mit Apfeldorf, Hofstetten und Thaining in Auftrag gegeben hatte, waren Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung. Den Bericht gaben die beteiligten Fachleute Dr. Hans-Peter Dürsch und Dr. Manfred Heider ab. Sie gingen auf das Ortsbild der Fuchstaler Ortschaften ein und präsentierten so manche Zahl, die sogar den Bürgermeister überraschte.

Warum sich die vier Lechraingemeinden zusammengeschlossen haben: Vier Gemeinden Hand in Hand


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Dürsch, dessen Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse in München federführend das Projekt der vier Gemeinden betreut, ging auf den gestalterischen Aspekt ein, den seine Mitarbeiterin Elke Berger ausgearbeitet hatte. Er bezeichnete alle drei Ortskerne als wahre Kleinodien, die es auf jeden Fall zu erhalten gebe. „Sonst verlieren die Orte ihre Identität“, warnte er. Für Leeder lobte er insbesondere die Situation an der Hauptstraße mit den dahinter liegenden großen Gärten.

Asch und Leeder dürfen nicht zusammenwachsen

Für Asch hob Dürsch die vorhandenen Hofwiesen hervor. Stärker solle man dort noch den Verlauf der Römerstraße „Via Claudia“ zeigen. Verhindern solle man auf jeden Fall, dass Asch und Leeder zusammenwachsen. Seestall sei sehr stark von seiner Lage am Lech geprägt und „schmiege sich sehr schön an dessen Moräne“, sagte Hans-Peter Dürsch. Um den geschichtlichen Ursprung als Flößerdorf zu vertiefen, empfahl er, einen themenbezogenen Fußweg am Lech anzulegen. In Asch seien von 150 Hauptgebäuden 120 reine Wohnhäuser, in Seestall seien es von 75 Häusern 60. Ganz wichtig sei für Seestall auf jeden Fall die Stärkung des Treffpunkts rund um die Gemeinschaftshalle.

Das städtebauliche Entwicklungskonzept ist die Voraussetzung für die Aufnahme in das Förderprogramm des bayerischen Ministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr. Für Fuchstal steht unter anderem die Umgestaltung der Ortsmitte in Seestall mit Gemeinschaftshalle, alter Schule und Hoferhaus im Mittelpunkt. Zudem soll dem Leerstand in den Ortskernen und der Entwicklung zu reinen Wohnsiedlungen entgegengewirkt werden.

Junge Bevölkerung

Manfred Heider, Experte in Fragen von Einzelhandels- und Standortentwicklung, hatte sich mit den sozial- und wirtschaftsgeografischen Aspekten der Gemeinde beschäftigt. Zwischen den Jahren 2010 und 2016 seien sehr viele, nämlich 134 neue Wohneinheiten errichtet worden, wobei ein Schwerpunkt auf Einfamilienhäusern lag. In Fuchstal sei im Vergleich mit dem restlichen Bayern die Bevölkerung relativ jung.

Es gebe mit 37,5 Hektar im Vergleich zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viel Gewerbeflächen. Auffallend sei dabei, dass man bezogen auf den ganzen Freistaat doppelt so viel Fläche für einen Arbeitsplatz benötige. Derzeit sei er mit der Feststellung des Leerstands in den Ortskernen beschäftigt, wies Heider weiter hin.

Mit den Außenanlagen des Rathauses wurde bereits vor Fertigstellung des Konzepts ein Projekt aus dem Städtebauförderprogramm bezuschusst. Dazu habe man aber die Regierung von Oberbayern mit eingebunden, sagte Hans-Peter Dürsch. Der überörtliche Charakter der Untersuchungen sei zwar etwas besonderes, es gebe aber viele Themen, die für alle vier beteiligten Gemeinden identisch seien.

Bürgermeister überrascht

Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg äußerte sich überrascht vom Umfang der Flächen mit Gewerbenutzung in der Gemeinde. Der Vortrag habe gezeigt, wie viel Arbeit hinter dem Konzept stecke, so Karg weiter, für das man nach Abzug der Zuschüsse rund 35000 Euro ausgibt. Auch für das Seestaller Ortszentrum liegt bereits eine Förderzusage in Höhe von 800000 Euro vor, hatte Karg im Oktober aus einem Schreiben des Landtagsabgeordneten Alex Dorow berichtet.

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