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Landsberg

06.02.2018

So, wie ein Dorf früher war

Das ehemalige Gut Mittelstetten soll ein Dorf werden, wie es früher war: mit vielen verschiedenen Nutzungen von Wohnen über Landwirtschaft und Gewerbe bis hin zur Kinderbetreuung, wie es im Stadtrat von Investorenseite hieß.
Bild: Thorsten Jordan

Das ehemalige Gut Mittelstetten im Westen der Stadt Landsberg hat einen neuen Eigentümer. Wie dieser es wiederbeleben will, beschäftigte jetzt den Stadtrat. Ein Bebauungsplan soll aufgestellt werden.

Vor fast einem Jahr machten sie ihre Pläne mit dem von ihnen erworbenen Rest-Gut in Mittelstetten öffentlich: Der Immobilien-Unternehmer Maximilian Neubauer aus München will dort mit dem Reitanlagenspezialisten Georg Fink ein Nutzungskonzept für Wohnen, Arbeiten und Leben umsetzen, das auch Tagungs- und Gastronomieflächen, Kinderbetreuung sowie Landwirtschaft und Viehhaltung beinhaltet. Jetzt leitete der Stadtrat einstimmig das Verfahren ein, um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Die Kosten dafür trägt der Investor, das und weitere Vereinbarungen sollen in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden.

Eine solche Bauleitplanung ist notwendig, weil Mittelstetten zwischen Ellighofen und Erpfting im Außenbereich liegt, was eine intensivere Nutzung außerhalb der Landwirtschaft nicht zulassen würde. Das jetzt von Fink im Stadtrat präsentierte Konzept sieht aber nicht nur eine bauliche Vergrößerung vor (die Grundflächen sollen von 5000 auf 6800 Quadratmeter anwachsen), sondern auch eine Änderung der jeweiligen Nutzungen, etwa weniger landwirtschaftliche Verwendung des Gebäudebestands und mehr Anteile für Wohnen, Veranstaltungsräume und Gewerbe. Die anwesenden Planer erwähnten dabei unter anderem 40 Wohnungen, 48 bis 63 Arbeitsplätze, die in Mittelstetten entstehen könnten, und bis zur 200 Stellplätze.

Um ein paar Hektar Pachtfläche gewachsen

Insgesamt soll sich all dies im Bereich des eigentlichen Anwesens auf rund fünf Hektar Fläche abspielen. Denn mehr Grund und Boden hatte die Stadt, die Mittelstetten mit insgesamt 170 Hektar land- und forstwirtschaftlicher Fläche 2007 gekauft hatte, 2010 nicht weiterveräußert. Allerdings, ergänzte Georg Fink, sei das Gut inzwischen gewachsen. Man habe in den vergangenen Monaten sieben Hektar hinzupachten können, die Warzenenten erwarteten bereits das Frühjahr und die ersten Murnau-Werdenfelser Kühe würden demnächst kalben.

Wie in der Sitzung von Investorenseite dargestellt wurde, soll aus Mittelstetten ein Dorf in seiner ursprünglichen Struktur entstehen. Ein Dorf sei nicht nur ein Platz zum Wohnen, sondern auch für viele weitere Nutzungen. Neben den in Rede stehenden rund 40 Wohnungen (dazu sollen bisherige Stall- und Wohngebäude verwendet werden) ist vorgesehen, im Gutshaus Tagungs- und Büroräume unterzubringen sowie ein Gasthaus mit Biergarten, eine Markthalle, einen Bauernhof-Kindergarten, ein Übernachtungshaus für Jugendliche, weitere Übernachtungsmöglichkeiten und eine Sauna zu errichten. Zudem sollen Rinder, Pferde, Schafe, Gänse und Enten gehalten werden.

So wird der Planungsgewinn aufgeteilt

Weil der aufzustellende Bebauungsplan ein Mehr an Nutzungen ermöglicht, soll auch in Mittelstetten die Richtlinie der sozialen Bodennutzung angewandt werden. Diese sieht vor, dass der überwiegende Teil des Planungsgewinns, 70 Prozent, herangezogen wird, um soziale Infrastruktur zu schaffen.

Die Umnutzung von Mittelstetten soll ein langfristiges Projekt werden. Veranschlagt sind vier Bauabschnitte. Sie sollen innerhalb von zehn Jahren umgesetzt werden. Angefangen werden soll unter anderem mit einem Teil der Wohnnutzung, mit Flächen für Kunsthandwerk, zur Pferdehaltung und Heizung.

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