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Landsberg

25.05.2018

Sparkasse: Warum Eichinger Nein zur Fusion sagt

Landrat Thomas Eichinger wird bei der Abstimmung im Kreistag gegen eine Fusion der Sparkasse Landsberg-Dießen mit den Sparkassen Dachau und Fürstenfeldbruck.
Bild: Julian Leitenstorfer

Das wird eine spannende Entscheidung im Kreistag. Der Landrat hat eine klare Meinung zur geplanten Bankenehe.

Thomas Eichinger sagt Nein: Der Landsberger Landrat hat am Freitag in einem Pressegespräch erläutert, warum er am 5. Juni im Kreistag gegen eine Fusion der Sparkasse Landsberg-Dießen mit den Sparkassen Dachau und Fürstenfeldbruck stimmen wird. Er ging dabei auch auf ein Gutachten ein, das der Kreistag beauftragt hatte. Er berichtete über einige Vertragsdetails, beispielsweise zur Sparkassenstiftung.

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Das Gutachten des Landkreises sieht ebenso wie eine Studie der Sparkassen einen betriebswirtschaftlichen Mehrwert bei einem Zusammenschluss. Eine Einschätzung, die auch Eichinger teilt: Eine kleinere Bank habe höhere Grundkosten und aus einer Fusion ergäben sich Synergieeffekte. Größere Geschäfte könnten getätigt werden. Eine Sparkasse, die in kommunaler Trägerschaft ist, dürfe aber nicht alleine nach betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden.

Der Lokalbezug ist ihm wichtig

Eichinger geht es um Grundsätzliches: Er betont den lokalen Bezug und sieht den Auftrag einer lokalen Sparkasse darin, Geschäftspartner von „mittelständischen Unternehmen und dem Häuslebauer zu sein“. Der Sparkassenmitarbeiter kenne den Markt und die Personen vor Ort: „Das stiftet Identität und Vertrauen. Es sind das Gesicht und die Stimme vor Ort, die die Sparkasse ausmacht.“ Für die großen Geschäfte gebe es die Landesbank. Eichinger spinnt den grundsätzlichen Gedanken weiter: In betriebswirtschaftlicher Sicht würden immer größere Zusammenschlüsse Sinn machen. Irgendwann wäre man bei der Sparkasse Oberbayern. „Was unterscheidet uns dann noch von anderen Banken?“

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Einfluss Der Verwaltungsrat der fusionierten Sparkasse soll 16 Mitglieder bekommen. Der Landkreis bekäme einen Posten. Dies ist weiterhin überproportioniert zum Landkreisanteil von 4,4 Prozent an der neuen Struktur. Es reduziert jedoch den Einfluss: Im derzeitigen Gremium hat der Landkreis 20 Prozent Anteil und zwei Vertreter. Dies trägt der Struktur der Sparkasse mit ihren insgesamt 24 Filialen vor allem auch in der Fläche Rechnung. „Wir sind im Landkreis stark repräsentiert und der gewollt größere Einfluss würde durch die Fusion aufgelöst.“

So sieht der künftige Verwaltungsrat aus

Filialen Bis 2026 dürfen Filialen nur geschlossen werden, wenn fünf Sechstel des Verwaltungsrates zustimmen.

Kontrolle Der Vorsitz im Verwaltungsrat soll rotierend vergeben werden: Zwei Jahre lang hat ihn der Landsberger Oberbürgermeister inne, zwei Jahre der Dachauer Landrat und in Fürstenfeldbruck wechselt die Funktion jährlich zwischen Oberbürgermeister und Landrat. Eichinger befürchtet einen Kontrollverlust durch diesen häufigen Amtswechsel, vor allem wenn durch Wahlen auch die Personen wechseln. „Der Vorsitzende ist dann sehr darauf angewiesen, vom Sparkassen-Vorstand informiert zu werden.“

Stiftung Die Sparkasse Landsberg-Dießen hat eine Stiftung, mit deren Geldern soziale und gesellschaftliche Projekte unterstützt werden. Wegen der niedrigen Zinsen werden derzeit Gelder aus den Sparkasse in die Stiftung gegeben. Für sechs Jahre werden als Zustiftung 200.000 Euro auch im neuen Konstrukt zugesichert. Langfristig werde es die Stiftung aber nicht mehr geben, so Eichinger.

Eine Prognose über die Abstimmung ist schwierig

Prognose Die Gutachten gehen weiterhin von einer Niedrigzins-Phase aus. Eichinger glaubt aber, dass der Zins wieder steigen wird. Landsberg sei – weil noch am ländlichsten – der Landkreis mit dem höchsten Wachstumspotenzial gegenüber Dachau und Fürstenfeldbruck. Davon könne eine neue große Bank profitieren, aber auch die Sparkasse Landsberg-Dießen.

Abstimmung Am Dienstag, 5. Juni, wird der Kreistag über eine Auflösung des Sparkassen-Zweckverbandes abstimmen. Zuvor wird nichtöffentlich darüber diskutiert, danach erfolgen öffentliche Statements der Fraktionen. „Ich denke, es wird eine sehr uneinheitliche Entscheidung.“ Die Kreistage in Dachau und Fürstenfeldbruck haben schon zugestimmt. Am 11. Juni steht das Thema in Dießen auf der Tagesordnung, am 13. Juni in Landsberg.

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