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Landsberg

14.05.2018

Sparkassenfusion: Wird der Juni der Monat der Entscheidung?

OB und Verwaltungsratchef Mathias Neuner (links) und Vorstandsvorsitzender Thomas Krautwald sehen einen möglichen Zusammenschluss der Sparkassen in Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg positiv. Aber auch im Landkreis Landsberg gibt es Skeptiker.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

In Dachau und Fürstenfeldbruck hat man der Bankenfusion bereits zugestimmt. In Landsberg steht das Thema Sparkasse in den nächsten Wochen auf der Tagesordnung.

Die Sparkassenfusion zwischen Amper und Lech kommt voran. Die ersten zustimmenden Beschlüsse dazu sind in den vergangenen Tagen in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck bereits gefasst worden. Im Landkreis Landsberg sollen die Entscheidungen im Juni getroffen werden, informierte jetzt der Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Landsberg-Dießen, Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, auf LT-Nachfrage.

Den Anfang machte der Fürstenfeldbrucker Kreistag, und dessen Votum zeigte, dass die Fusion politisch nicht unumstritten ist. In namentlicher Abstimmung sprachen sich dort 37 Kreisräte für einen Zusammenschluss der drei Sparkassen aus, 25 waren dagegen.

Viele Gremien beschäftigen sich mit dem Thema

Wenige Tage später stimmte auch der Verwaltungsrat der Dachauer Sparkasse einem Zusammenschluss zu. Der Dachauer Kreistag wies die Vertreter in der Zweckverbandsversammlung der dortigen Sparkasse an, die Fusion zu befürworten - mit großer Mehrheit, wie Landrat Stefan Löwl berichtete. Formale Beschlüsse der Träger der Dachauer Sparkasse – Landkreis und Stadt sowie Altomünster und Indersdorf – sind übrigens nicht notwendig, denn die Dachauer Sparkasse soll die aufnehmende Bank sein, sie muss sich also nicht auflösen.

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Im Landkreis Landsberg sind laut Verwaltungsratschef Mathias Neuner jetzt erst einmal die drei Träger gefragt: Im Kreistag soll über die Sparkassenfusion am 5. Juni beschlossen werden, in Dießen stehe das Thema am 11. Juni auf der Tagesordnung des Gemeinderats und am 13. Juni im Landsberger Stadtrat. Anschließend beschäftige sich noch der Sparkassenzweckverband damit, dem wiederum Vertreter der drei Träger angehören. Hier sei eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig, um die Auflösung des Zweckverbands und das Aufgehen in einem neuen Zweckverband einer fusionierten Sparkasse beschließen zu können. Insgesamt, so Neuner, müssten zwischen Dachau und Landsberg 15 Gremien den Zusammenschluss befürworten, damit er wirksam werden kann.

Der OB steht dahinter, der Landrat ist kritisch

Neuner ist seit Langem ein Befürworter einer Fusion – vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung: „Jetzt hat auch Amazon eine Banklizenz beantragt“, führt der Landsberger Oberbürgermeister dabei an, „wenn man da halbwegs mithalten will, wird man nicht daran vorbeikommen, größere Einheiten zu bilden.“ Weitere Argumente seien der wachsende Aufwand, den die Regulierungsvorschriften für Banken mit sich brächten. Auch die steigenden Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung legten Zusammenschlüsse nahe.

„Einstimmig wird es nicht werden, man muss noch nach Mehrheiten suchen“, sagt Neuner zu den anstehenden Abstimmungen. Zwar keine eindeutige Ablehnung, aber doch wiederholte kritische Anmerkungen dazu ließ unter anderem Landrat Thomas Eichinger (CSU) verlauten. Im Kreistag verblieb man zuletzt so, in einer vom Landkreis beauftragten Studie die beabsichtigte Fusion zu begutachten und sich nicht nur auf das von den Sparkassen beauftragte Mehrwertgutachten zu stützen. Das Gutachten liegt seit ein paar Tagen vor.

Was steht im zweiten Gutachten?

Wie er die Sache nunmehr sieht, will Eichinger demnächst erklären. In den vergangenen Monaten hatte der Landrat mehrfach unter anderem auf den Grundversorgungsauftrag öffentlicher Einrichtungen wie der Sparkasse hingewiesen. Auch die künftige Vertretung des Landkreises in den Gremien einer fusionierten Sparkasse hinterfragte er. Denn: An einem solchen Institut hätte der Landkreis nur noch einen Anteil von 4,4 Prozent statt der bisherigen 20 Prozent an der Sparkasse Landsberg-Dießen.

In Landsberg brachte vor allem die UBV die Diskussion um die Sparkassenfusion in die Öffentlichkeit und stellte die Frage, ob ein Zusammenschluss tatsächlich notwendig wäre. Daneben klinkte sich in die Fusionsdebatte auch der Landsberger Sparkassenkritiker Dr. Rainer Gottwald ein, der nicht nur eine Internet-Petition dagegen startete, sondern das Vorhaben auch mit einem Bürgerbegehren verhindern will. Allerdings: Schon die (politisch unverbindliche) Internetpetition fand seit März erst 268 Unterstützer.

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