Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre

Ausstellung

20.04.2015

Spielfreude mit Farbe

Im Bild „Hexaemeron 6“ formuliert Marlen Labus den sechsten Schöpfungstag, wie er in der Genesis beschrieben wird.
2 Bilder
Im Bild „Hexaemeron 6“ formuliert Marlen Labus den sechsten Schöpfungstag, wie er in der Genesis beschrieben wird.

Marlen Labus präsentiert neue Arbeiten im Studio Rose in Schondorf

„Happy Playtime“ ist ein Ausstellungstitel, der irritieren kann, und angesichts der im Studio Rose gezeigten, zumeist formal streng wirkenden Gemälde, die Frage aufwirft: Was wird hier gespielt? Nach einem Rundgang wird die Antwort klar. Die Werkschau mit mehr als 30 Arbeiten ist ein Kombinationsspiel, das die vielfältigen Arbeitsweisen von Marlen Labus aufzeigt. „Meine Kunst ist das Spiel mit mir selbst. (…) Farbe, Form, Linie, Malerei, Zeichnung, Mixed Media, Überfluss. All das zeigt mein Suchen und meinem Übermut, meine physischen Werte und meine seelischen Empfindungen.“ Das auf der Einladungskarte zitierte Bekenntnis der Künstlerin wirkt als Hinführung und Vorbereitung auf den in der Ausstellung spielerisch zusammengesetzten Querschnitt ihrer unterschiedlichen malerischen Auseinandersetzungen.

Bekannt ist Marlen Labus für ihre „Farbsonaten“, Gemälde, die Farbe in ihren Kontrasten, Schattierungen, ihrer Transluzenz oder Opazität behandeln. Eine Auseinandersetzung dieser Art erfordert Erfahrung im Umgang mit Pigmenten, um geeignete Farbmittel herzustellen, und setzt zudem Experimentierfreude voraus. Dass Marlen Labus über beides verfügt, belegen ihre Arbeiten, in denen „Farbe fast körperhaft wird“, wie die Kunsthistorikerin Urte Ehlers in ihrer Laudatio schilderte.

Auf unterschiedlichen Bildträgern untersucht Marlen Labus das Phänomen Farbe und erzielt dabei hinsichtlich der Wirkweise vielfältige Ergebnisse, die allesamt Farbe als Raum gelingen lassen. In zwei großformatigen Arbeiten ergänzt sie ihr Hauptthema Farbe und ein erzählerisches Element: Die beiden Bilder stammen aus ihrem Zyklus Hexaemeron (Schöpfungswoche), und schildern die sechs Schöpfungstage. Marlen Labus formuliert darin die Trennung von Land und Wasser sowie die Schaffung der Lebewesen, und rundet damit den Farb-Part der Ausstellung eindrucksvoll ab.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wenige Schritte weiter präsentiert die Künstlerin erstmals eine Serie von „konstruktivistisch anmutenden Collagen“, so Urte Ehlers. Ausgehend von Postkarten der 20er- Jahre, die romantisierte Dorf-Ansichten und liebende Paare zeigen, entwirft die Malerin eine collagenartige Ergänzung der Motive um geometrische Farbflächen, oder führt die im Bild nur teilweise gezeigten Posen der Akteure als Zeichnung in größerem Kontext fort.

Scherenschnittartige Blüten

Es entsteht eine sinnfällige Gegenüberstellung von Reduktion und Manieriertheit, die Marlen Labus harmonisiert durch die Einbringung weiterer Collagenelemente wie nostalgische Briefmarken oder scherenschnittartige Blüten. Gleich daneben gilt es noch einige für Marlen Labus geradezu untypische Zeichnungen zu entdecken: kleine Frauen-Akte, in herausfordernden Posen, gestisch festgehalten, sodass das „vordergründig körperliche zurückgedrängt“ wird, so Urte Ehlers, und „sich der Pin-up-Charakter“ der fotografischen Vorlagen, die aus Playboy-Magazinen stammen, verliert. Insgesamt ist „Happy Playtime“ eine kurzweilige Ausstellung, die sowohl Raum für das Erleben von Farbe als auch zum Schmunzeln anregende Arbeiten zeigt. Geöffnet ist die Ausstellung im Schondorfer Studio Rose noch bis Sonntag, 26. April, jeweils samstags und sonntags zwischen 11 und 18 Uhr.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren