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Eltern-ABC

26.04.2012

Sprechen lernen mit Spaß

Wie Eltern Kinder in den ersten Lebensjahren unterstützen

Landsberg Das erste Wort eines Kindes ist stets ein freudiges Erlebnis für Eltern. Sagt es „Mama“ oder „Papa“ zuerst, oder vielleicht doch „Auto“? Voraussetzung dafür ist, dass die Kleinen bestimmte Entwicklungsprozesse durchlaufen und entsprechend gefördert werden. Wie Mütter und Väter ihre Kinder beim Sprechenlernen am besten unterstützen, schilderte die Logopädin Gisela Freytag-Russell jetzt beim Landsberger Eltern-ABC.

Sprechen lernen soll vor allem Spaß machen, sagte Freytag-Russell. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht kritisieren, wenn Worte noch nicht perfekt gesprochen werden, sie nicht abfragen oder nachsprechen lassen. Wichtig sei vielmehr, mit den Kleinen Blickkontakt aufzunehmen, ihnen geduldig und gut zuzuhören, ihnen Rückmeldung zu geben zu dem, was die Eltern verstanden haben und selbst korrekt zu wiederholen, was das Kind nicht richtig gesagt hat.

Über witzig gesprochene Worte kann auch gerne mal gemeinsam gelacht werden – zum Beispiel Lappwasch für Waschlappen oder taufen für kaufen. Vor allem aber sollten Eltern den Entdeckungs- und Forscherdrang ihrer Kinder unterstützen. Denn die Sprachentwicklung sei eng mit weiteren Entwicklungsschritten wie Sehen, Hören, Tastsinn und Motorik verbunden.

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Die Referentin erläuterte die Entwicklung anhand eines Sprachbaumes. Der Stamm bilde sich aus Sprechfreude mit Neugier, Nachahmung und Spaß sowie dem Sprachverständnis, das der eigenen Sprache stets vorauseilt. Damit sich die Krone mit Artikulation, Wortschatz und Grammatik sowie der Wipfel mit Lesen und Schreiben gut entwickeln können, benötigt der Baum Wasser und Sonne.

Letztere stehe für Wärme, Liebe und Akzeptanz, das die Eltern in angemessenem Maß vermitteln sollten. Dieses kann laut Freytag-Russell bereits in der Schwangerschaft beginnen, indem die Mutter mit ihrem ungeborenen Kind spricht, Lieder singt und ruhige Musik hört. Im ersten Lebensjahr können Eltern die Sprachentwicklung mit viel Körperkontakt, Singen und Sprechen, Fingerspielen, Kuckuck- und Tierlauten sowie Ähnlichkeitslauten (wauwau, bimbam, tutut) fördern.

Fachleute ruhig schon frühzeitig zurate ziehen

Sind sich Eltern nicht sicher, ob die Sprachentwicklung ihres Kindes „normal“ verläuft, sollten sie ruhig schon frühzeitig Fachleute zurate ziehen. Denn jedes Kind, das dazu in der Lage ist zu sprechen, würde sprechen, sagte Gisela Freytag-Russell: „Sprechfaule Kinder gibt es nicht.“ Sprache aber ist lebensnotwendig, so die Logopädin. Sie diene nicht nur zur Verständigung mit anderen, sondern bedeute auch, zu sich selbst stehen zu können und Mut zum Kontakt mit anderen. (lt)

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