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31.03.2009

Staatsforsten stehen weiter unter Beobachtung

Dießen (ger) - Der Ammersee und die Waldgebiete im Süden und Westen prägen den Natur- und Landschaftsraum von Dießen. Entsprechenden Raum haben am Donnerstag bei der Jahreshauptversammlung des Dießener Bund Naturschutz (BN) im "Unterbräu" die Forsten rund um die Marktgemeinde eingenommen.

Auch im vergangenen Jahr standen die Staatsförster und ihre Wirtschaftsweise wieder unter besonderer Beobachtung, war dem Jahresbericht des BN-Vorsitzenden Dr. Eberhard Sening zu entnehmen. Harsche Kritik habe eine Holzrückeaktion am Melberhorn bei Wengen ausgelöst, die Fahrspuren so tief, dass man darin hätte baden können, hinterlassen habe. "Wir waren erschlagen davon, was moderne Technik im Wald anrichten kann", sagte Sening. Jedoch habe er den Eindruck gewonnen, dass der Einsatz solch schweren Geräts auf dem Lehmuntergrund von den Bayerischen Staatsforsten als Fehler erkannt worden sei.

Bezeichnend sei aber auch gewesen, dass die Staatsforsten in diesem Monat einen Termin absagen mussten, um den Harvester-Einsatz als taugliches Mittel der Holzverarbeitung zu demonstrieren. Die Verhältnisse auf den Seitenmoränen in Dießen seien einfach nicht mit denjenigen auf den Kiesböden weiter nördlich vergleichbar, die quasi natürliche Straßen darstellten, führte Sening aus. In Wohlgefallen löste sich ein weiterer forstwirtschaftlicher Aufreger auf. Einwohner von Riederau alarmierten den BN, nachdem ihnen Markierungen an alten Buchen am Steinigen Graben aufgefallen waren, berichtete Sening. Sie fürchteten, dass der Forstbetrieb an diesem "wunderbaren Altbestand" die Säge ansetzen würde - ein Missverständnis, wie ein anschließender Lokaltermin zeigen sollte. Die blaue Farbe an besonders alten - aber forstlich weitgehend wertlosen - Buchen sollte nur anzeigen, dass diese als Biotopbäume zu erhalten sind. Auch ein Teil der zur Fällung vorgesehenen Bäume soll jetzt erhalten bleiben. Allerdings, so Sening weiter, werde der Altbestand "in Grenzen" ausgeholzt, um der Buchen-Jugend Platz zu machen.

Die Beispiele zeigen für den BN-Chef, dass "durch die vielen Missgriffe der Staatsforsten die Leute so sensibel geworden sind, dass sie immer gleich das Schlimmste befürchten". Andererseits sei auch erkennbar, "dass die Brühe dann doch nicht so heiß ist, als dass sie nicht gegessen werden könnte".

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Auch mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim hatte der Bund Naturschutz wiederholt zu tun. So ist es laut Sening gelungen, die neu zu bauende Brücke über die Alte Ammer so zu platzieren, dass die an der Birkenallee vorkommende Kolonie einer äußerst seltenen Kleinmottenart nicht gefährdet wird, die es sonst nur am Neusiedler See und an der Schwarzmeerküste gibt.

Kritisiert wurde vom BN auch der Einsatz einer Grabenfräse, um den Straßengraben an der Straße nach Rott zu räumen, die den Alleebäumen im Wurzelbereich Schäden zufügte. Die beauftragte Firma sei nach der Intervention des BN ermahnt worden, vor und hinter jedem Baum einen ein Meter breiten Abstand zu halten, berichtete Sening über dieses "absolute Negativbeispiel". Die Exempel zeigten, wie wichtig die örtliche Naturschutzorganisation sei: "Denn an wen wendet man sich in solchen Fällen? An den Bund Naturschutz."

Positives konnte Sening von dem gemeinsamen Bemühen von BN, Heimatverein und Verschönerungsverein berichten, eine Geh- und Radwegverbindung zwischen Gruber- und Bischofsrieder Berg ("Engellandweg") herzustellen. Für dieses Projekt lägen jetzt die Zusagen der Grundeigentümer entlang der Trasse vor.

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