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Kinsau

11.04.2019

Staatsstraße in Kinsau: Wird die Gefahrenstelle entschärft?

Im Winter ist das Nadelöhr an der Staatsstraße in Kinsau besonders gefährlich.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Weil ein Anlieger sein Grundstück an der Staatsstraße in Kinsau sperrt, wird es für Fußgänger vor allem Winter gefährlich. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Gibt es vielleicht bald eine Lösung für die Gefahrenstelle an der Staatsstraße in Kinsau, die Schüler tagtäglich passieren müssen? Wie berichtet, hatte der Anwohner nach einem Streit mit der Gemeinde sein Grundstück umzäunt und mit Schildern den Durchgang verboten, sodass Passanten nur noch auf der Staatsstraße an dem Anwesen vorbeikommen können. Der Grundstücksbesitzer hat jetzt ein Einlenken signalisiert, wie bei der Bürgerversammlung bekannt wurde. Am Ende gab es aber dennoch Streit.

Gerade im Winter hatte sich die Situation durch die teils großen Schneemassen verschärft. Um das Nadelöhr zu entschärfen müsste die Gemeinde entweder einen Teil des Grundstücks erwerben oder aber einen langfristigen Pachtvertrag mit dem Eigentümer abschließen. Beides scheiterte aber bisher. In der Bürgerversammlung berichtete Bürgermeister Marco Dollinger von einer Kehrtwende: „Am 2. April teilte uns der Anwalt des Grundstückseigentümers mit, dass dieser nun doch bereit wäre, einen langfristigen Pachtvertrag mit der Gemeinde einzugehen.“ Der Pachtvertrag werde derzeit ausgearbeitet.

Zur Vorgeschichte: Engstelle: Kinsauer Eltern schlagen Alarm

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Laut Dollinger will die Gemeinde künftig die Verkehrssicherung und den Winterdienst übernehmen, falls der Pachtvertrag zustande komme. Zudem werde sich die Gemeinde dazu verpflichten, am Hausdach des Anwohners einen Schneefang anzubringen. Im Gegenzug soll die Gemeinde den gepachteten Streifen mit Kies ausbauen dürfen, um einen sicheren Gehweg zu schaffen. Im Frühjahr müsste die Kommune dann auch dafür Sorge tragen, dass der Kies aus dem übrigen Grundstück herausgerecht werde. „Die Errichtung des Gehweges in diesem Bereich ist ein großes Anliegen der Gemeinde“, sagte Marco Dollinger in der Bürgerversammlung. Schließlich hätten bei einer Unterschriftenaktion 380 Bürger einen offiziellen Gehweg gefordert.

Ein heftiges Wortgefecht

Dass aber trotz eines möglichen Pachtvertrages noch lange kein Frieden zwischen der Gemeinde und dem Grundstücksbesitzer herrscht, das zeigte die Diskussion in der Fragerunde am Ende der Bürgerversammlung. Dabei lieferten sich der Eigentümer und Bürgermeister Marco Dollinger in aller Öffentlichkeit ein heftiges Wortgefecht. Dem Anlieger ging es konkret nicht um die Stelle an der Staatsstraße, sondern um das Grundstück, das sein Sohn bebauen wollte. Er sagte, Dollinger habe gegenüber einem Mitarbeiter des Bauamtes im Landratsamt gesagt, dass die Gemeinde das Bauvorhaben verhindern wolle.

Dollinger wehrte sich gegen diese Anschuldigung: „Ich habe niemals erwähnt, dass wir die Sache verhindern wollen. Ich habe den Landratsamtsmitarbeiter lediglich um Amtshilfe gebeten, da das Landratsamt ja zuständig ist.“ Anschließend ging es konkret um die Gefahrenstelle. Er habe der Gemeinde einen ein Meter breiten Streifen angeboten, sagte der Grundstücksbesitzer. Er beklagte, dass im Winter jeder den Schnee an seinem Grundstück ablade – auch der Schneeräumer des Kreisbauhofs. „Es geht um die Sicherheit unserer Kinder“, sagte der Bürgermeister und forderte den Eigentümer auf, einen Schritt auf die Gemeinde zuzugehen.

Probleme bei der Ausfahrt

„Eigentum hin oder her – muss denn erst ein Kind verunglücken, bevor jemand einen Meter hergibt?“, meinte ein Bürger. Der Grundstücksbesitzer sagte darauf, er habe nur einen 3,70 Meter breiten Grund von der Straße bis zur Hauswand. Daher könnte er nicht mehr als einen Meter hergeben. Sonst würde er beim Herausfahren aus seiner Ausfahrt nicht genügend sehen. Außerdem könne ja jeder trotz Zaun noch an seinem Grundstück durchgehen: „Die ganze Schule geht durch“, sagte der Anlieger. „Da ist aber ein Verbotsschild“, sagte Bürgermeister Dollinger. „Wir sind nach wie vor an einer vertraglichen Lösung interessiert. Treffen wir uns in der Mitte“, schlug er vor.

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