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Landkreis Landsberg

31.01.2020

Stadelbrände: Was den mutmaßlichen Tätern vorgeworfen wird

Zwölf Brände werden zur Serie gezählt, die von Mitte Dezember bis Mitte Januar im Landkreis Landsberg gewütet hat. Dieses Foto stammt vom Brand einer Feldscheune bei Reichling am zweiten Weihnachtsfeiertag.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Die mutmaßlichen Brandstifter aus dem Landkreis Landsberg sitzen in Untersuchungshaft. Was die Staatsanwaltschaft sagt und wie man im Heimatort von einem der beiden Männer reagiert.

Es war die wohl größte Brandserie, die den Landkreis Landsberg je erschüttert hat. In der Zeit von 13. Dezember bis 17. Januar brannte es in der Region zwölf Mal – in den meisten der Fälle wurden Feldscheunen angezündet. Die mutmaßlichen Täter – zwei 24 und 25 Jahre alte Männer aus dem Landkreis – sitzen derzeit in Untersuchungshaft. So ist der aktuelle Stand der Ermittlungen.

„In den Haftbefehlen geht es um sieben Fälle von Brandstiftung mit vier tateinheitlichen Sachbeschädigungen, eine versuchte Brandstiftung und zwei beziehungsweise eine Sachbeschädigung“, so Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai auf Nachfrage unserer Zeitung. Dem 25-Jährigen werde eine Tat weniger angelastet. „Gegenstand der laufenden Ermittlungen ist, auch anhand der Einlassungen der Beschuldigten, die Überprüfung, welche Tathandlungen dem jeweiligen Beschuldigten an den verschiedenen Brandstellen zuzurechnen sind“, sagt Nickolai.

Pressekonferenz zur Brandserie

Pubblicato da Landsberger Tagblatt su Venerdì 17 gennaio 2020


 

Stadelbrände: Was den mutmaßlichen Tätern vorgeworfen wird

Die jungen Männer hätten einige Taten eingeräumt, würden jedoch unterschiedliche Angaben machen, wer wie genau beteiligt gewesen sei. In zwei Fällen der Brandserie gebe es keinen dringenden Tatverdacht gegen die jungen Männer. Für welche Brände genau sie verantwortlich sein sollen und ob der Brand am 6. Januar bei Scheuring – dort starben mehr als 200 Schafe – auch dazuzählt, dazu will sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Vorrangig im südlichen Landkreis Landsberg hatte es in den vergangenen Wochen – besonders an Wochenenden und selbst an Feiertagen – gebrannt. Ihren Ursprung nahm die Brandserie am 13. Dezember in der Gemeinde Fuchstal. Dort wurden Mülltonnen in Brand gesetzt, die auf einen Fahrradunterstand überzugreifen drohten. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern – anders als bei den weiteren Bränden. Unweit von Staatsstraßen gingen Feldscheunen in Flammen auf. Als die Brandschützer eintrafen, standen die Gebäude weitestgehend in Vollbrand. Die Polizei stand zunächst vor einem Rätsel, doch schnell erhärtete sich der Verdacht, dass wohl ein und dieselben Täter – nicht nur im Landkreis Landsberg, sondern auch zweimal im Landkreis Weilheim-Schongau – für die Serie verantwortlich sind.

Über Wochen hinweg jagte die Polizei die mutmaßlichen Täter

Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck gründete eine 14-köpfige Ermittlungsgruppe, nahm Hinweise auf und prüfte Spuren in alle Richtungen. Im Fuchstal patrouillierten Dutzende Landwirte nachts über Felder aus Angst vor den Brandstiftern. Am 17. Januar schnappte die Falle zu. Bei Unterdießen wollten die mutmaßlichen Täter ein Holzlager anzünden. Die Polizei sah die Täter noch mit ihrem Wagen flüchten. Der Zugriff erfolgte schließlich an der Wohnung des 25-Jährigen in Thaining. Den Fluchtwagen hatte der 24-Jährige laut Polizei gefahren. Nach Informationen unserer Zeitung stammt dieser ebenfalls aus dem Landkreis Landsberg. Während es sich beim Älteren der beiden um einen vorbestraften Arbeitslosen handelt, ist der andere als Soldat in Mittenwald stationiert. Beide kannten sich auch aus der gemeinsamen Bundeswehrzeit.

Zwölf Brände werden zur Serie gezählt, die von Mitte Dezember bis Mitte Januar im Landkreis Landsberg gewütet hat. Dieses Foto stammt vmo Brand einer Feldscheune bei Leeder am 15. Dezember.
Bild: Thorsten Jordan

In seinem Heimatort Thaining ist der 25-Jährige ein bekanntes Gesicht. „Natürlich war die Brandserie Gesprächsthema im Ort. Aber es hat sich wieder gelegt“, so Zweiter Bürgermeister Reinhold Seefelder auf LT-Nachfrage. Der junge Mann sei bekannt im Ort, nicht zuletzt, weil er erst kürzlich im Jugendhaus negativ aufgefallen sei. „Er hatte nur wenig Anschluss im Ort. War auch sonst in keinen Vereinen aktiv.“ Doch vor einigen Wochen habe ihm die Gemeinde Hausverbot fürs Jugendhaus erteilt, nachdem sich der 25-Jährige dort schlecht benommen hatte. Zunächst wurde es mündlich verhängt. Da der Mann jedoch dagegen verstieß, habe man kürzlich Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet. In der Vergangenheit war gegen ihn laut Polizei bereits wegen Diebstahls, Bedrohung und Fahrens ohne Führerschein ermittelt worden.

Vor wenigen Tagen brannte es im Nachbarlandkreis

Nun könnte eine Verurteilung wegen einer Reihe von Brandstiftungen dazukommen. Welches Strafmaß die mutmaßlichen Täter erwartet, dazu äußert sich Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai auf Nachfrage unserer Zeitung nicht. Die Ermittlungen zu dem Fall seien noch längst nicht abgeschlossen. Zudem sei auch unklar, ob es Mittäter gebe. Die beiden Tatverdächtigen würden ihre Beteiligung unterschiedlich darstellen. Derweil sitzen die beiden 24 und 25 Jahre alten Männer in zwei unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten.

Aufregung herrscht derweil im Landkreis Weilheim-Schongau: Im Gemeindebereich Polling brannte in der Nacht auf Montag ein Stadel. Sachschaden: rund 100.000 Euro. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.

Lesen Sie auch den Kommentar:Brandserie gelöst: Tolle Arbeit der Polizei

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