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Stadelkatzen sind keine Wildtiere

Kommentar Von Stephanie Millonig
09.01.2019

Lasst doch die Tiere frei und wild leben – den Satz hört man des Öfteren in der Diskussion um eine Kastration speziell von Streunerkatzen. Klar, denkt man sich zuerst einmal: Was gibt es Schöneres als Freiheit, freie Liebe, Natur...

Die Sache hat nur einen Haken: Streunerkatzen sind keine Wildtiere. Sie stammen von der ägyptischen Falbkatze (Felis silvestris lybica) ab und leben seit Jahrhunderten mit dem Menschen zusammen. Sie tun sich schwer, vom Mäusefangen alleine zu überleben. Krankheiten und Tod – vor allem von Jungtieren – sind die Folge.

Der Artikel zum Thema: Wie streunende Katzen ein neues Zuhause finden

„Stadelkatzen“ können, sich allein überlassen, kein glückliches Leben führen. Dies zeigt auch der Vergleich mit der Lebensweise der einheimischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris): Diese braucht als extrem seltenes und geschütztes Wildtier große, störungsarme Rückzugsgebiete. Sie lebt laut Angaben auf www.europäischewidlkatze.de bevorzugt in Wäldern der Mittelgebirge, da die klimatischen Bedingungen in höheren Lagen zu hart sind. Die Reviergrößen können bis zu 800 Hektar bei der Wildkatze und bis zu 3000 Hektar beim Wildkatzenkuder (Kater) reichen. So viel Platz haben die vielen Streuner rund um die Dörfer kaum.

Und wer ehrlich ist und sich an Urlaube in südlichen Ländern erinnert, muss zugeben, dass die Freiheit der Straßenkatzen und -hunde dort wenig anziehend wirkt: Viele Tiere sehen halb verhungert aus und scheinen mehr zu überleben, denn ihr Leben zu genießen.

Damit es den streunenden Tieren bei uns nicht so geht und es vor allem nicht mehr werden, sollten Hauskatzen und -kater sowie alle Streuner kastriert – und die Menschen unterstützt werden, die sich darum bemühen. Und tief in den Wäldern, unbemerkt vom Menschen, pflanzt sich nur die Wildkatze fort, und das ist dann auch gut so.

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