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Landsberg

28.11.2017

Stadtpfarrkirche: Die Hebebühne rückt jetzt regelmäßig an

Am 3. Dezember eröffnet die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wieder ihre Pforten. Im Bild: Stadtpfarrer Michael Zeitler.
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Am 3. Dezember eröffnet die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wieder ihre Pforten. Im Bild: Stadtpfarrer Michael Zeitler.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Schäden in Mariä Himmelfahrt waren wohl doch nicht so schlimm wie befürchtet. Die Kosten für die Untersuchungen liegen im fünfstelligen Bereich.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, heißt es nicht nur in einem bekannten Adventslied, sondern ab ersten Adventsonntag auch wieder für die Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Nach viermonatiger Schließung werden die Portale wieder geöffnet. Das haben am heutigen Dienstag Stadtpfarrer Michael Zeitler und Kirchenpfleger Dr. Wolfgang Daum gemeldet.

Die Freigabe erfolgt schriftlich

Nachdem Anfang August eine geringe Menge Putz in der Kirche entdeckt worden war, deren Herkunft zunächst nicht genau zu klären war, wurde die Stadtpfarrkirche auf Anraten eines Restaurators und Anweisung der Abteilung Projektmanagement der Diözese Augsburg aus Sicherheitsgründen geschlossen. Eine erste Deckenuntersuchung Anfang Oktober ließ nichts Gutes erahnen, da mehrere Risse und Hohlräume entdeckt wurden. Diese Bereiche wurden nun bei einer zweiten Deckenuntersuchung erneut von einem Stuckateur und einem Diplom-Restaurator in den Blick genommen. Bei dieser Untersuchung, die sehr zeitaufwendig war und eine Woche gedauert hat, wurden die bei der ersten Prüfung als problematisch eingestuften Stellen neu bewertet und, wenn nötig, durch einige wenige Plexiglasplatten gesichert.

Von unten kann man sie an einigen etwas dunkler wirkenden Flecken an der Decke erahnen, etwa neben dem Fresko des Heiligen Sebastian kurz vor dem Chor, auf die Stadtpfarrer Zeitler hinweist. Dass das Problem in Mariä Himmelfahrt möglicherweise doch nicht so groß ist, wie im Spätsommer befürchtet worden war, deutete sich dann auch an, als der für die große Sanierung in den 2000er-Jahren verantwortliche Architekt Christoph Maas Ende Oktober erwähnte, dass der herabgestürzte Putz gar nicht von der Decke, sondern von der südlichen Außenmauer stamme. Seitens des zweiten Gutachters sei der Pfarreiengemeinschaft schriftlich zugesichert worden, dass die Kirche wieder sicher betreten werden kann, berichten Zeitler und Kirchenpfleger Wolfgang Daum. Die Sperre der Kirche wurde daraufhin in Abstimmung mit der Stiftungsaufsicht wieder aufgehoben.

Ist der Fasching schuld?

„Als Pfarrgemeinde sind wir dankbar und froh darüber, dass die Mitte unserer Gemeinde und unserer Stadt nicht länger geschlossen bleiben muss. Alles, was nach eingehender fachlicher Beratung möglich ist, wurde getan, um die Sicherheit zu gewährleisten und jegliche Gefährdung auszuschließen. Auch weiterhin werden wir in regelmäßigen Abständen, erstmalig in vier Jahren, Deckenbefahrungen vornehmen lassen, um den aktuellen Zustand der Kirchendecke zu überprüfen“, heißt es in einer Mitteilung der Pfarreiengemeinschaft weiter. Außerdem soll gemessen werden, um zu klären, ob es möglicherweise durch Schall zu Schäden am Bauwerk kommen kann. So waren in den vergangenen Wochen die tiefen Bässe beim Lumpigen Donnerstag ebenso wie tiefe Orgeltöne in Verdacht geraten, das Gotteshaus ins Schwingen zu bringen.

Inzwischen wird aber auch dieser Gesichtspunkt relativiert. Nachdem nun davon gesprochen wird, dass seit der jüngsten Renovierung der Kirche kein Bauschaden entstanden ist, stellt sich logischerweise auch nicht mehr die Frage nach einer möglichen Ursache. „Seit der Sanierung sind keine weiteren Schäden entstanden“, betont auch Architekt Christoph Maas, der jetzt die Begutachtung koordiniert hat. Alles andere, sagt Maas, hätte ihn auch „sehr verwundert“. Bei der Sanierung hätten sehr erfahrene Fachfirmen mitgewirkt. Die von einem Kirchenmaler bei einer ersten Besichtigung angesprochenen Risse etwa seien sogar bauzeitlichen Ursprungs, „aus der Barockzeit“, wie Maas verdeutlicht.

Kosten im fünfstelligen Bereich

Nach der gutachterlichen Entwarnung bereitet man sich in Mariä Himmelfahrt auf die Advents- und Weihnachtszeit vor. Vor dem Volksaltar ist bereits eine große Wurzel aufgestellt worden, auf der an den nächsten vier Sonntagen die Adventskerzen entzündet werden. Im linken Seitenschiff baut Prof. Bernhard Weißhaar die Krippe auf und setzt dabei die Verkündigung des Engels an Maria in Szene. Der erste Gottesdienst in Mariä Himmelfahrt nach fast vier Monaten Schließung wird am ersten Adventssonntag, 3. Dezember, ab 10.15 Uhr gefeiert, als Familiengottesdienst, wie Stadtpfarrer Zeitler hinzufügt.

Bleibt noch eine Frage: Wie viel haben die mehrfachen Befahrungen Besichtigungen und Gutachten eigentlich gekostet? Stadtpfarrer Zeitler sagt, er wisse es nicht. Die Kosten übernehme zu 100 Prozent das Bistum, die Kasse der Kirchenstiftung werde damit nicht belastet. Das Bistum Augsburg geht davon aus, dass die Untersuchungen rund 35.000 bis 40.000 Euro kosten werden.

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